Sehr sonderbares Gefühl
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So. Nun habe ich es getan. Gestern grundlos keinen Text veröffentlicht. Absichtlich. Um einmal zu erleben, was geschieht. Wie es ist. Was es mit mir macht.
Es fühlte (und fühlt) sich nicht richtig an. Es fehlte etwas. Es fehlt jetzt für alle Zeiten etwas: Der Beitrag für den 113. Tag des Jahres 2014. (Naja, ich habe ihn ja hier, fertig, auf meiner Festplatte. Vorgestern Abend saß ich nämlich trotzdem am Rechnerlein und tippte einen Text ab. Ich könnte den auch noch veröffentlichen. Dann würde er nicht mehr fehlen.)
Ich bin nicht zusammengebrochen. Nicht im Depressionsloch verschwunden. Aber ich bin total unzufrieden ins Bett! Oder: mit zwiespältigem Gefühl ins Bett. Einerseits wollte ich das ja unbedingt ausprobieren, andererseits war da der Horror davor … Letzlich war ich wirklich unzufrieden, nichts als unzufrieden – und das ließ und läßt sich aushalten.
Mich weckte ein besorgter Kommentar um halb sieben gestern morgen, und eine Nachricht kam um kurz nach sieben im Telefon. Mein täglicher Beitrag würde fehlen, nicht hochgeladen worden sein … Eine nette Erfahrung, so vermißt zu werden.
Ich werde es wahrscheinlich trotzdem nicht wieder absichtlich tun, nicht grundlos. Es gehört zu mir und zu meinem Leben. Ohne bin ich nicht wirklich ich. Und ich mag nicht nicht ich sein. Jetzt weiß ich’s.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 23. April 2014 waren das Frühstück und der kurze Besuch bei der allerallerallerbesten Freundin.
Tageskarte 2014-04-24: Die Königin der Kelche
© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ich hätte jetzt gerne gelesen: “Ich hatte etwas besseres zu tun und es war gut”.
Ach ja, ich bin heute meiner Stadt auf’s Dach gestiegen. Diesmal konnte ich nicht bis Halle kucken. Nur fast. Von da oben sieht alles so niedlich und winzig aus, sogar die weniger schönen Ecken. Meine liebste Lieblingsgroßstadt ist gar nicht so groß und im Leipziger Land blüht der Raps.
Gruß von nebenan.
Guten Morgen, liebe Gudrun,
da bist Du Leipzig aufs Dach gestiegen … Huch, ich hab schon in meinem neunten Stock meine Schwierigkeiten 😉
Glaub mir, für mich ist auch dieses Ergebnis (nicht ich sein) ein gutes. Wenigstens weiß ich jetzt, woran ich bin, was mir dieses Tägliche bedeutet. Es sind nicht nur die Last und der Druck und die Mühe, die damit verbunden sind — es sind auch Verläßlichkeit, Routine (im besten Sinne), Ein Teil von mir ist er geworden, dieser Blog hier bzw. die Inhalte und die Rituale, die zu diesem Weblog gehören, sind Teile von mir.
Für diese Erkenntnis habe ich gern gelitten 😉
Im Nebel heute kann ich nichtmal die 30 m bis zur B80 sehen (ich bin nicht bei mir zuhaus).
Hab einen guten Tag!
Du hast Recht, jeder muss das finden, was ihm gut tut oder eben auch nicht. Einerseits setzt es notwendige Grenzen und andererseits lässt es welche erkennen und die Lücken im Zaun finden.
Ich bin froh, dass mich ich gestern auf das Hochhaus begeben habe. Heute könnte ich wahrscheinlich nicht annähernd bis zur Stadtgrenze schauen.
Gruß an dich (und deine Gastgeber)
Moin moin, lieber Emil!
Puhh, alles ist gut!
Ja, natürlich! 😉 (Vielen Dank fürs Sorgenmachen.)
manchmal muss man Projekte deinerlei angehen um sich wieder etwas ganz bewusst zu machen …
… und ich gratulierte dir innerlich vom herzen: er hats getan, juhu. jetzt ist er frei. und mutig. und es geht. er lebt weiter. die erde dreht sich doch! bravo emil! das dachte ich!!! aber eben: letztlich ist es deine entscheidung.
tja, bloggen kann auch sucht sein (jede/r süchtige ist ohne seine substanz auch unzufrieden) …
aber bei dir ist es wohl eher wie kaffee trinken und atmen, das bloggen. existentiell … ???
Jetzt weisst Du zumindest, dass es tatsächlich so ist, wie Du vermutet hast. Trotzdem tapfer, dass Du es mal ausprobiert hast.
Auch mir fehlte gestern Dein Beitrag und zuerst dachte ich mir, ob hoffentlich eh alles in Ordnung ist. Aber gleich danach vermutete ich, dass Du es vielleicht nun doch ausprobiert hast, wie es “ohne” ist.
Ist das Bloggen eine Zwangsveranstaltung?
Ich mach, was mir gefällt- mal keinen Eintrag, mal mehrere an einem Tag.
Aber: Jeder ist seines Glückes Schmied- und du bist ein guter!
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