Ein absehbares Ende: Herbst (Nº 262)

Jahreszeiten und Künstler. Eine Koinzidenz?

To get a Google translation use this link.

 

Zumindest für die Jahreszeit und das Jahr gilt: Beginnt der Herbst, so neigt sich das Jahr dem Ende zu. Mir gefällt das tatsächlich, denn es ist nicht mehr heiß. Und ich liebe die Herbstfarben und den dann bald folgenden Schnee.

In dieser Woche hat bei mir die Jahreszeit “Herbst” begonnen. Bereits an zwei Tagen mußte ich die Heizung aufdrehen nach der Nacht. Aber noch immer schlafe ich bei offenem Fenster und nur mit einer einfachen Steppdecke, so einem schweren Teil aus DDR-Zeiten. Es ist schön, morgens nach dem Aufwachen am offenen Fenster zu stehen und die farbliche Veränderung der Bäume, des gesamten Waldes zu beobachten.

Anderes allerdings macht mich eher betrübt: Wolfgang Herrndorf, Otto Sanders, Erich Loest, Wolfgang Hänsch, Daniel Díaz Torres, Mac Curtis, Marcel Reich-Ranicki …

Alles große Künstler – ja, ich zähl den Literatur-Kritiker dazu. Und den Architekten, den Regisseur, den Country-Sänger, die beiden Autoren, den Schauspieler. Ich habe den Wikipedia-Nekrolog nicht durchsucht, aber nachgesehen. Alle von mir Genannten sind darin enthalten. Sterben im Herbst mehr Künstler als in den anderen Jahreszeiten?

Oder läßt mich meine (durchaus angenehme, positive) melancholische Stimmung solche Nachrichten “nur” verstärkt wahrnehmen? Und wenn ja, wieso oder wozu?

 

(Anmerkung: Im Moment scheint mir die Losigkeit ein wenig zuzusetzen. Wir sind etwa gleich stark; die Situation erscheint mir wie kurz vorm Remis im Schach: Patt oder Zugwiederholung, genau weiß ich es noch nicht. Aber ich laß mich nicht unterkriegen.)

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 18. September 2013 war der Erfolg bei der Arbeit im LATEX.

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehten unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

262 / 365 (WP-count: 306 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Gedachtes, One Post a Day, postaday2013 #oneaday abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Ein absehbares Ende: Herbst (Nº 262)

  1. ich glaube auch das im Herbst und Winter mehr Menschen sterben… oder wie du sagst man nimmt das anders wahr, weil man den Tod meistens mit Kälte , frieren verbindet… also mir geht das jedenfalls so…

  2. christA sagt:

    Jetzt, lieber Emil, würde ich Dir ja hier gerne mit einem Foto kommentieren, scheint aber nicht zu gehen. – Ich sehe noch so viele Blüten und weiß es, dass die schönsten Farben des Herbstes erst Ende Oktober wirklich sind. Also hab Geduld! – Ja, die Todesfälle, Wolfgang Herrndorf, Otto Sander, Reich Ranicki… haben sich gehäuft und bewegen mich auch. Sie bewegen mich, und es ist gut so, dass sie das mit uns machen! – Gefroren hab ich noch nicht in diesen Tagen, habe Fenster und Balkontür offen, lausche an manchen Tagen dem Regen… Heizung brauchte ich noch keine, manchmal eine warme Jacke.

  3. Sich nicht unterkriegen zu lassen ist sehr wichtig. Ich wünsche Dir einen angenehmen Tag!

  4. Sofasophia sagt:

    ähm, es ist doch noch sommer … snieff. lass ihn mir bitte noch zwei tage!

    (oke, es wird herbst … dagegen kann ich leider nichts tun, aber den schnellvorlauf bis nächsten märz tät ich trotzdem gerne drücken … des einen freud, des andern leid. wobei … goldene herbsttage mit noch blättern dran, gehen grad noch so …)

  5. Gabi sagt:

    Ich mag den Herbst ja an und für sich, so lange er sich schön und mild gibt. Aber mag er auch noch so schön sein, so mischt sich zum Ende hin immer ein Gefühl der Traurigkeit und Schweremütigkeit dazu. Weil das Sonnenlicht weniger wird, die Dunkelheit immer mehr zunimmt, die angenehme Wärme immer mehr fehlt, die Natur „stirbt“ – oder besser gesagt – Pause macht und das Grauen vor dem kommenden, finsteren und kalten Winter immer mehr Gestalt annimmt.
    Ich für mich brauche nun mal angenehme Wärme (keine Hitze), viel Licht und meine Augen das Grün und die Farben in der Natur.
    Übrigens schlafe ich auch im Winter bei gekipptem Fenster. Außer, es hat extreme Minusgrade.

    Ich bilde mir ein gelesen zu haben, dass im Winter – hauptsächliche im Februar – die meisten Menschen sterben.

    LG Gabi

  6. Mia sagt:

    Ich mag den Herbst auch sehr gerne. Es ist schon so, dass im Herbst aber auch im Frühling mehr Menschen sterben. Das hat etwas mit der Übergangszeit zu tun. Mein stabileren Wetterlagen sterben weniger Menschen.

  7. Amelie sagt:

    Ein langjähriger Berufswunsch meines Sohnes war es, Literaturkritiker zu werden. Er wollte MRR beerben.
    Er hat noch nicht mal die Hälfte seines Studiums absolviert. Okay, und er ist von der Literatur weg hin zur Psychologie gewechselt. Das muss allerdings einer Laufbahn als Literaturkritiker nicht hinderlich sein.

  8. Karl sagt:

    Und heute ist Paul Kuhn hinzugekommen, auch im Herbst. Hatte eine Bedeutung für mich, früher, viel früher. Und jetzt wird sie mir wieder bewusst. So geht es mir mit vielen, wenn ich von ihrem Tod erfahre.

Antworte auf den Kommentar von TimeBanditsWorld Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert