Selig (Nº 169)

Nicht sein, sondern hören

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Nicht akut.
 

Was fang ich denn mit einer besonderen Erkenntnis an, die mich nicht weiterbringt? Die mich ganz im Gegenteil (scheinbar! – aber so ist mein Empfinden dabei) zurückwirft in Zeiten und Gemütszustände, die ich lange überwunden glaubte?

Wie gehe ich um mit Dingen, die ich jetzt weiß, aber überhaput nicht wissen will? Ignorieren geht nicht. Sublimieren geht nicht. Nichts geht damit. Diese Erkenntnis scheint sogar mein normales Leben zu beeinträchtigen – zumindest habe ich diesen Eindruck.

Was fang ich damit an?

Vielleicht muß ich nur noch etwas abwarten? Weitere Erkenntnisse aus dieser einen, besonderen heraus reifen lassen? Wachsen daraus wirklich andere, bessere?

Hm. Mir scheint, ich benötige jetzt, damit, auf der Stelle mehr Information und Hilfe. Gut. Dann werde ich vielleicht reumütig(?) zurückkehren zu Ritualen, die ich überwunden glaubte, für nicht mehr notwendig hielt. War wohl doch einiges zu früh dafür, mich davon zu verabschieden.

Liebeskummer kann manchmal auch sehr, sehr spät kommen und dann immernoch oder gerade sehr wehtun.

Soviel Text, nur um auf ein Lied von 1994 zu kommen:

 
Und dann fühl ich mich so todsterbenseinsam, so niedergeschlagen, so lebensmüd, schlaff, kraftlos. Und ich weiß, daß ich es zulassen und auskosten und verfluchen werde und danach, so in drei oder vier Minuten/Stunden/Tagen/Wochen/Monaten/Jahren wieder ganz normal durch die Stadt hüpfe …

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 17. Juni 2013 waren die Erinnerung an meine Traurigkeit und ein zauberhafter Anblick.

© 2013 – Der Emil. Eigener Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Selig (Nº 169)

  1. puzzle sagt:

    Ich bin der festen Überzeugung, dass es keine Erkenntnis gibt, die einen nicht weiterbringt, manchmal gefällt es einem nur nicht, wohin, und dann versucht man, sich zu verweigern. Sich Verweigern ist es, was einen nicht weiterbringt.

    • Der Emil sagt:

      Manchmal kann man im Moment der Erkenntnis nichts mit der Erkenntnis anfangen (so wars damals). Verweigern … Nein, das war es nicht. Es hat nur sehr lange gedauert, bis ich die Erkenntnis und ihre Wirkung erkannte 😉

  2. Elvira sagt:

    Erkenntnis bedeutet für mich, einer Sache, die ich kenne, noch mehr Tiefe geben zu können, sie neu zu bewerten sie eben zu er-kennen. Erkenntnis bringt einen auf alle Fälle weiter – selbst dann, wenn man einfach stillhält. Erkenntnis hat die Eigenschaft nicht einfach wieder zu verschwinden, man weiß um sie.

  3. Katja sagt:

    Oha, zu diesem Lied habe ich auch gefühlte Tage, Wochen, ein halbes Leben in Kummer verbracht. Rückblickend kann ich kaum noch nachvollziehen, weshalb ich das Leid der Welt in dieser Zeit in mich trug. Trotzdem für mich heute immer noch eines der schönsten Lieder. Vielleicht weil die Zeit damals so intensiv war. Muss die CD auch mal wieder rauskramen, hoffentlich hatte ich es nicht auf Kassette. 😉

    • Der Emil sagt:

      Mir kam das Lied damals zu einem Liebeskummer sehr recht.

      Und es gefällt mir immernoch. Immerwieder, wenn ich mich an Liebeskummer erinnere oder welchen habe).

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