Zweifel (Nº 129)

Ja oder Nein, Schwarz oder Weiß

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Nein, es ist nicht akut. Es ist eine weitere der angekündigten Fortsetzungen.

Über Zweifel schrieben schon vor langer Zeit viele kluge Leute. Mir persönlich gefallen die Erklärungen im Philosophischen Wörterbuch von Rudolf Eisler oder in Pierer’s Universal-Lexikon.

 

Zweifel ist ein Verwandter der Skepsis und der Ambivalenz. Unentschlossen, unentschieden stehe ich hier und denke über “etwas” nach. Versuche, mein Dafür und mein Dagegen abzuwägen. Sehe mich zwei Möglichkeiten gegenüber, frage nach Lüge und Wahrheit. Finde immer wieder Argumente für beide Seiten, manchmal sogar ein Argument, daß beide Seiten erklärt und wichtiger macht.

Mein Zweifel ist immer da, wenn ich (mich) entscheiden muß, kann, soll, darf – selbst dann, wenn ich entscheiden will. Ob ich oder ob ich nicht. Tun oder lassen. Wahrnehmen oder ignorieren. Annehmen oder ablehnen. Fühlen oder … Beide Möglichkeiten existieren, beide sind möglich. Für welche soll ich mich …? Bei welcher ist die Gefahr größer? (Welche Gefahr? Na: die Gefahr eben.)

Ich glaube an das Gute im Menschen. Nicht an das Gute in mir: das gibt es nicht. DARAN zweifele ich nie. Selbst dann nicht, wenn ich gelobt werde; dann zweifle ich am Lob.

Zweifel führt zum Grübeln, das die Abwärtsspirale in einer Depression laufen läßt.

 

Der Zweifel selbst ist (m)ein Gefühl. Und insofern stellt sich nicht die Fragen nach “Fühlen oder nicht”. Weil ich keine Erfahrungen habe mit der hellen Seite des Lebens und alle Erinnerungen daran unterdrücke (um ja nicht bemerken zu müssen, daß ich schon lange in finsterster Nacht umherirre), komme ich am Ende des Zweifels immer zu einer Entscheidung für das Dunkle, für Schwarz. Oder ich warte einfach noch mit der Entscheidung. Bis es zu spät ist.

Gibt es “Weiß” überhaupt – außer als Schnee?

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 8. Mai 2013 war der Nachmittag draußen.

P.P.S.: Auch hier geht es mir um mein Verständnis für mein Leben wie es war und wie es nicht wieder werden soll.

© 2013 – Der Emil. Eigener Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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12 Kommentare zu Zweifel (Nº 129)

  1. Sofasophia sagt:

    vieles könnte von mir geschrieben sein. allerdings habe ich mich in der aktuellen phase doch mal entschieden, den weg zu gehen, der weniger destruktiv, falsch, der lebensförderlich aussieht. das ist sozusagen neu für mich.
    vielleicht könnte ich das zu meinem zukünftigen entscheidungsmassstab machen: was fördert das leben in mir? (hm, trotz der selbstzweifel, dass die andern eh viel besser sind als ich … und überhaupt).
    ja … das geht …

    herzlich, soso

    ps: die zweifelt, ob sie diesen kommentar so abschicken darf. darf sie. und tut es … jetzt …

    • luiselotte sagt:

      …ja, so geht es mir auch. Ich entscheide mich, meine Vergangenheit hinter mir zu lassen und zu leben….einfach nur zu leben…..wann lieber Emil, entscheidest du dich dafür?
      Liebe Grüße, Luise ♥

      • Der Emil sagt:

        Oh, ganz schlechte Idee. Ich habe bereits einmal meine Vergangenheit hinter mir gelassen – und das war schlecht, sehr schlecht.

        Jetzt habe ich verstanden, daß meine Vergangenheit auch mein Leben ist; jetzt lebe ich mein Leben. Mit der dazugehörigen Vergangenheit. Und über diese Vergangenheit schreibe ich hier gerade.

  2. wildganss sagt:

    Steht in dem ph. Wörterbuch von Eisler auch was über Bloch drin?
    Bin nämlich auf der Suche…
    Deine Gedankengänge sind für mich so anders, bisschen fremd, dennoch gefällt es mir, drüber zu lesen…

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  4. Ja, gefällt mir. Vllt. gerade weil du sagst, „Ich glaube an das Gute im Menschen. Nicht an das Gute in mir: das gibt es nicht.“

    Doch dann fang ich an zu zweifeln. Bist du etwa kein Mensch?

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