Grenzen überschritten
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Nein, es ist nicht akut. Es ist die dort angekündigte Fortsetzung.
Nicht weil ich als einziger nackt bin, schäme ich mich. Wie jeder Mensch habe ich aber eine eigene Schamgrenze – die etwas mit der Intimsphäre zu tun hat. Bei mir ist einer ihrer Bestandteile zum Beispiel die ge- bzw. sogar VERschlossene Badtür.
Das andere Schämen: Ich habe den Erwartungen nicht entsprochen. Den Erwartungen anderer Menschen an mich und an mein Verhalten. All die An-Forderungen nicht erfüllt. Ich habe die Untergrenze der Anpassung und Leistung unterschritten.
Ganz unsichtbar will ich werden und sein, nicht auffallen, nicht mehr leben: Immer dann, wenn ich “meinen eigenen” Erwartungen nicht entspreche. Für meine Niederlagen, für mein Versagen schäme ich mich. Wenn ich nicht 100 % des zu Erreichenden, sondern nur 110 % des mir Möglichen geschafft habe.
Deshalb grenze ich mich selbst überall aus. Diese Scham (nicht zu genügen) ist so groß, daß ich mich heimlich und unbemerkt aus diesem Leben schleichen möchte.
Nie soll jemand erfahren, wie armselig ich in meinem Scheitern bin und war.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 7. Mai 2013 war die Einkaufstour in Delitz am Berge und Angersdorf. Bei all denen, die zu früh über den Beitrag informiert wurden, entschuldige ich mich fü die Unannehmlichkeiten.
© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Das liest sich bedrückend, denn mehr als die eigenen 100 % kann niemand geben. Und diese 100 % müssen bzw. können nun einmal nicht einem „gängigen“ Maß, das für alle gilt, entsprechen.
Ja auch hatte einen Kloß im Hals beim Lesen des Textes. Wer setzt die Maßstäbe? Wer setzt die Untergrenze? Ein sehr offener ehrlicher text. danke
Guten Morgen Emil!
Ein Text der sehr ehrlich geschrieben ist und schon alleine dafür darf ich dir meine Anerkennung aussprechen. Es zeigt von wahrer Stärke, Schwächen zeigen zu können.
Nun Emil ich habe beim Lesen deiner Gedanken und Gefühle auch zu einem Teil mich und meine Scham erkannt. Ja so war es auch teilweise bei mir vor Jahren. Gott sei Dank es ist überstanden.
Ich glaube es ist wichtig zu erkennen, dass wir in den allermeisten Fällen selbst diese Maßstäbe an uns setzen. Dass der Mensch selbst immer wieder mehr und mehr und immer Besseres,,Perfekteres von sich selbst erwartet. Und weil wir von uns selber so viel erwarten, erhoffen, wünschen, denken wir automatisch, dass unsere Um- und Mitwelt es auch tut.
Ich wünsche dir einen schönen, entspannten gesegneten Tag mit vielen ER-lebnissen
welche dein Herz erfreuen und deine Seele glückselig stimmen.
M.M.
Lieber Emil, ich glaube, ich weiß, was Du meinst. Denn ich habe, denke ich, die selben Schamgrenzen. Nur versuche ich, nach 1-2 Tagen der Unsichtbarkeit, die positiven Seiten der Niederlage zu sehen, daraus zu lernen, Klippen zu umschiffen oder anders anzusteuern. Das ist wohl der große Unterschied zu dem, was Du schreibst. Und manchmal, ja manchmal, verdränge ich einfach. Ob das gesund ist, weiß ich nicht. Aber temporär hilft es.
Harter Tobak soviel Selbstabwertung. Warum muß man denn den Ansprüchen anderer genügen? Das kriegt man eh nicht hin und ich persönlich will das auch gar nicht. Ich will vor allem vor mir selber bestehen können. 110 % des Dir möglichen ist mehr als 100 % von irgendwas, was andere definieren und was deshalb kein Maßstab ist.
Gut, dass Du eingangs die nicht akute Situation angeführt hast. Scham ist sehr vielschichtig. Einer muss die Klotür abschließen, wenn er sich auf die Schüssel setzt, einen anderen stört es nicht, wenn dabei jemand auf dem Badewannenrand sitzt und ihm etwas vorliest. So ist es auch mit der Scham des „Versagens“. Die Messlatte legen wir alleine fest. Und wer nicht mehr darüber springen kann, klettert eben unten durch.
Ich persönlich schäme mich immer dann, wenn ich es nicht gewagt habe, den Mund aufzumachen.
Liebe Grüße von Elvira
Zu mir hat mal ein Psychodoktor gesagt, ich würde die Messlatte so hoch hängen, das ich bequem drunter weg spazieren kann. Und auch damit habe ich mir viel verbaut und mich oft aus der Verantwortung gestohlen.
Lieber Emil, zugegebener Maßen aus der Ferne, aber ich kann bei Dir beim besten Willen keine Armseligkeit und kein Scheitern sehen. Deine Gedanken, Deine Artikel , Deine Fotos deuten eher auf das Gegenteil. Dennoch ist Scham ein Teil, der – wie auch Elvirar schreibt – sehr vielschichtig in jedem von uns zu Hause ist. Liebe Grüße Leonie
Es war so.
Jahrelang. Mindestens von 2002 bis 2011 – eher noch von 1988 bis 2011. Weil ich in meinem Leben etwas umbauen möchte, muß ich auch darüber nachdenken. Um zu wissen, was anders werden / bleiben muß.
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