Rotmilanrufe (Nº 122)

Lust und Arbeit und Schlaf und Pflicht

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Uff. Da ist der erste Mai schonwieder vorbei. Und ich habe den ganzen Tag verschlafen. Wirklich verschlafen. Ab und zu war ich mal wach. Hab mir Essen gemacht (Salat) und gegessen.

Musik habe ich gehört und die Geräusche, die die Stadt hier oben noch ankommen läßt. Ich hatte das Fenster angekippt und wegen der Vögel etwas Gazestoff drübergelegt. Da war die S-Bahn. Der Bus. Milvus milvus, der nicht weit weg vom Haus brütet (wenigstens den einen Horst konnte ich meinen Besuchern zeigen). Mopeds und Autos. Kirchenglocken. Irgendwann war wohl auch Fußball – das Jubeln erreichte mich nur leise. Und ich habe geschlafen. Immer wieder bin ich weggedämmert und habe geschlafen.

Nun sollte ich ein schlechtes Gewissen haben, denn ich wollte den Rest Hausarbeit erledigen. Aber ich habe keines. Es bleibt zu tun, was getan werden muß. Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen. Denn: Wenn ich so viel schlafe, wirklich schlafe, ohne zu grübeln, ohne Alpträume, dann war es ganz bestimmt notwendig. Dann “hat sich der Körper genommen, was er braucht”. Der Körper …

Vielleicht war es auch die Psyche, die den Schlaf erforderte.

Aber zu schlafen war richtig. Hätte ich mich zur Hausarbeit gezwungen … Ich weiß nicht: Ist Arbeit nach dem Lustprinzip doch keine so abwegige Idee? Nicht immer und nicht überall, das ist klar. Pflicht gibt es auch in meinem Leben. Aber nur dort, wo es unumgänglich ist. Die Hausarbeit, die erledige ich dann eben heute. Nach meinen Terminen.

Und am Nachmittag gehe ich einkaufen; für die beiden Flugratten nämlich brauche ich auch einige Dinge. Dann paßt doch alles wieder.

Jetz schlafe ich einfach weiter.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 1. Mai 2013 waren der Schlaf und die Rufe des Roten Milans. (Hat oben jemand “Rotmil-Anrufe” gelesen?)

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Rotmilanrufe (Nº 122)

  1. Gudrun sagt:

    – Schlaf ist wichtig √
    – Hausarbeit kann warten √
    – Emil ist trotzdem unterwegs √√√
    ——————————————-
    >>> Ein schlechtes Gewissen musst du überhaupt nicht haben, lieber Emil. Punkt!
    (das da oben ist ein Wurzelzeichen, ich weiß, aber ich war zu faul, nach dem Haken zu suchen :D)

  2. minibares sagt:

    Das mit dem Gewissen lass mal aussen vor. Die Arbeit wirst du ja noch irgendwann erledigen.
    Es muss ja nicht immer alles gleich sein.
    Genau, dein Körper, deine Psyche, sie haben richtige Erholung, sprich Schlaf gebraucht.
    Er hat dir gut getan, das ist doch wunderbar.

  3. Gabi sagt:

    Find ich gut, dass Du kein schlechtes Gewissen hattest. Hausarbeit rennt bekanntlich nicht davon und manchmal braucht man eben seinen Schlaf und seine Ruhe.
    LG Gabi

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