Nachgeholt (#226)

Die Straßenbahn und die Verspätung

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Da fällt mir ein, daß ich aus dem letzten Jahr “Schulden” habe bei mir und meinem Blog. Es gab 2011 erstmals diese Aktion der örtlichen Verkehrsbetriebe und der örtlichen Schriftsteller, Lyrik in den Straßenbahnen zu präsentieren.

Eines der Gedichte habe ich mir sogar abgeschrieben am 2. Dezember 2011. Und heute, mit erheblicher Verspätung, zeig ich es her:

 

 
Begegnung

Ein Clown kommt auf den Händen
     Und einer auf den Füßen.
Da bleiben sie verlegen stehn
     Und wollen sich begrüßen.

Der eine reicht die rechte Hand
     der andre reicht den rechten Fuß.
So wünschen sie sich „guten Tag”
     So wechseln sie den Gruß.

Dann gehn sie auseinander
     Und schütteln ihren Kopf
Und jeder denkt vom andern:
     Welch wunderlicher Tropf.

 
Dieter Mucke, * 1936

 

 

Mir ist aufgefallen – gestern erst, am Nachmittag, erinnerte ich mich daran –, daß auch jetzt wieder Gedichte in den Straßenbahnen zu lesen sind. Und immer, wenn ich eines davon sehe, freue ich mich daran und versuche, es als Bild oder abgeschrieben mitzunehmen.

Und gerade diese Gedicht hier ist eines, das mir immer wieder in den Sinn kommt. Wenn ich anderen Menschen begegne und ob meines Aussehens Abneigung oder ähnliches spüre, dann denke ich ziemlich oft daran. An die beiden Clowns. Die wunderlichen.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 12. August 2012 war das Ausschlafen bis 13 Uhr, ich hab zwischendurch nur mal die Vögel rausgelassen. Und nochwas war positiv (für mich): Die OlympMerkantilischen Spiele in London sind beendet.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Nachgeholt (#226)

  1. Follygirl sagt:

    Das Gedicht gefällt mir auch gut. Ich finde es eine tolle Aktion in der Straßenbahn/Bus Gedichte lesen zu können.
    LG, Petra

  2. Herbstbaum sagt:

    Das hat was – regt zum Schmunzeln und Nachdenken an.

  3. Freu mich, das du ausschlafen konntest.
    So schöne Gedichte gibts bei uns in der Strassenbahn leider nicht. Schade!

  4. Elvira sagt:

    Ein Gedicht für alle Clowns dieser Welt – also die ganze Menschheit!

  5. Amelie sagt:

    Das Gedicht gefällt mir außerordentlich gut.
    Und ich habe ein neues Wort gelernt – merkantilisch. Danke ;o)

  6. Gudrun sagt:

    Ach ja, wenn sich jeder nicht für so schrecklich normal halten würde, bei Äußerlichkeiten und in den Auffassungen, würden wir uns wahrscheinlich besser verstehen, im Großen wie im Kleinen.
    Die Gedichtsaktion in der Straßenbahn finde ich toll. In Leipzig gibt es das wohl nicht.
    (Such mal, hier sind auch zwei Clowns, die sich um Kommunikation bemühen:
    The Martians Discover a Telephone )

    Gruß von Nebenan mit ohne Gedicht in der Straßenbahn 😀

  7. wildgans sagt:

    Gedichte im Waschsalon, in der Straßenbahn, an der Bushaltestelle, auf öffentlichen Toiletten, an den Tiefkühltruhen und Tankstellen, überall, wo man dergleichen nicht vermutet….noch einiges vorstellbar!
    Gruß von Sonja

    • Der Emil sagt:

      Die Klosprüche gibt es schon – und die reimen sich auch desöfteren …

      Aber ja, überall könnte Kunst sein; Gedichte, Zeichnungen, Fotos, Gemälde, Musik – insbesondere in Super- und sonstigen Märkten könnte Musik mal nicht aus der Mainstream-Hitmaschinerie gespielt werden, oder beim Friseur …

  8. Frau Blau sagt:

    das ist eine gute Idee gedichte in den öffentlichen Raum zu bringen und gerade solche, wie das, was du gerade hier vorgstellt hast, vielleicht würden wir uns ja mit der Zeit offener begegnen? vielleicht…?!

  9. nextkabinett sagt:

    Apropos Vögel … gibt es da irgendwelche Neuigkeiten hinsichtlich neuer Halter und eines neuen Zuhauses?

    • Der Emil sagt:

      Ich brings nicht übers Herz. Echt, ich brings nichtmal übers Herz, an entsprechender Stelle nachzufragen …

      • nextkabinett sagt:

        Das ist doch klar. Es wäre auch schlimm, wenn es anders wäre. Ich denke, solange keine totale Not besteht, lass Dir die Zeit, die Du brauchst. Und sie haben es ja auch gut bei Dir, die Ein-Raum-Wohnsituation ist halt wie sie ist. Aus diesem Grund würde ich ja auch in der Stadt keine Katzen halten. Niemals. Ich verstehe, dass Menschen dies tun, aber ich würde es nicht wollen.

  10. minibares sagt:

    Herrlich!
    Das braucht noch nicht einmal ein Foto oder Bild. Das spielt sich im Kopf ab, bestens.
    Das ist ja eine tolle idee, Gedichte in der Straßenbahn, genial!
    Da hat man endlich was zu tun!

  11. Mia sagt:

    Diese kleine Gedichtebegegnungen finde ich ganz wunderbar. Bei uns in der nächsten Umgebung ist die Hessestadt Calw – zum 50.Todestag gibt es dort an den unterschiedlichsten Geschäften seine Gedichte zu lesen. Das fiel mir eben dazu ein. Es macht das Städtchen gleich viel Lebendiger – mal sehen, vielleicht widme ich dem einen Blogeintrag.

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