Mauerbau (#227)

Was ich darüber denke.

To get a Google translation use this link.

Vorbemerkung: Meine (ja, ganz privaten!) Gedanken zur Art und Weise, wie mit einem Teil der deutschen Geschichte umgegangen wird. Nicht von allen Menschen, aber von den sogenannten “Leitmedien” und von den meisten Politikern.

Gestern war ein denkwürdiger Tag. Es wurde auf den Tag genau vor 51 Jahren, am 13. August 1961, damit begonnen, die Staatsgrenze der DDR zur BRD und zu Westberlin zu schließen. Ja, ich weigere mich, diese Maßnahme auf den Mauerbau zu reduzieren.

Und das war auch nicht die Teilung Deutschlands, die Ulbricht oder die Kommunisten da betrieben haben. Deutschland war nämlich schon längst geteilt. Durch das Vier-Mächte-Abkommen. Danach durch die in Trizonesien (als erstes!) am 20. Juni 1948 durchgeführte Währungsreform (DDR: 23. Juni 1948). Dann wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 verkündet und zum 24. Mai 1949 in Kraft gesetzt. Die Deutsche Demokratische Republik wurde erst am 7. Oktober 1949 gegründet, und an diesem Tag trat auch die erste Verfassung der DDR in Kraft.

Und dann? Dann existierten eben zwei Staaten nebeneinander. Und den einen habe ich von 1963 bis zu seinem Untergang, bis zum Anschluß 1990 miterlebt.

Heute, heute wird die DDR, die für mich Heimatland war, fast so wie zu den Zeiten des kalten Krieges im offiziellen Sprachgebrauch herabgesetzt. Auf Mauer, Stasi, Diktatur, Jugendwerkhof, Mangelwirtschaft – also nur auf negative Begriffe reduziert. Da spekuliere ich über den Aufschrei, wenn die BRD (oh, eine nicht gewünschte Abkürzung, man soll doch bitte Deutschland verwenden) auf Arbeitslosigkeit, Korruption, Polizeigewalt gegen Demonstranten, vernichtete Lebensmittelüberschüsse und Drogentote reduziert werden würde!?

Wie, diese paar Worte bilden die Lebenswirklichkeit der BRD in den Jahren 1963 – 1990, also meiner DDR-Zeit, nicht richtig ab? Aber für die “ehemalige” DDR darf das so gemacht werden? Echt?

Scheinheiligkeit pur. Auch Siegerpose. Und viele hinterfragen es nicht. Viele wissen noch nicht einmal, daß “Deutschland” schon lange geteilt war im Ergebnis des zweiten Weltkriegs, mit Währungsreform, mit Staatengründung, mit den Beitritten zu den verschiedenen Wirtschafts- und Militärbündnissen. Es war ja immer die DDR, die zuerst …??? Wie ich oben schon schrieb.

So. Und wenn ich mich heute in der Welt nach Mauern umschaue: Die Grenze zwischen Nordzypern und Zypern, zwischen Nord- und Südkorea, die Israelischen Grenzen, die Grenze zwischen den USA und Mexiko. Alles Mauern. Höher und stärker gesichert als die Staatsgrenze der DDR.

Und es werden Mauern hinzukommen, auch wenn sie nicht mehr aus Steinen bestehen (ich denke u.a. an die Verteidigung der Außengrenzen des Schengen-Gebietes).

 

Hach. Manchmal muß auch ich einfach so herumgrummeln …

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 13. August 2012 war der Nachmittag in der Bibliothek.

© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

227 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 462 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Gedachtes, One Post a Day, postaday2012 #oneaday abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

0 Kommentare zu Mauerbau (#227)

  1. Follygirl sagt:

    Ganz ehtrlich? Das war nie ein Thema für mich… hatte nie Verwandte/Kontakte nach „drüben. Hab noch nicht mal die Mauer gesehen. Wußte natürlich von der DDR, hörte von einigen Dingen, hatte aber keinen rechten Bezug.
    Und ja, auch für die BRD gibt es eigentlich nur noch negative Worte… leider!
    Heimat ist eben da, wo man lebt… aber ist es ganz woanders wirklich besser? Wollte eigentlich immer weg, heute bin ich auch schon mal ganz froh hier leben zu können…
    LG, Petra

    • Der Emil sagt:

      Trotz (oder geradewegen?) Westverwandschaft wollte ich nie in den Westen, denn ich hatte alles, was ich zum Leben brauchte. Mir fehlte weniger als heute. Ich war zufriedener, fühlte mich sicherer, weniger beobachtet und ausspioniert, weniger angetrieben.

      Und dabei ist die BRD ja die absolute Ausnahme in der Weltpolitik geblieben: Es brachen und brechen Staaten auseinander, nur die Deutschen mußten sich „Wieder“(das stimmt ja nichteinmal)-vereinigen. Das ist ja fast so, als wollte man heute Libyen und Ägypten „wieder“vereinigen ..

      • Follygirl sagt:

        So ganz kann ich das nun nicht verstehen, aber ich hab ja auch nicht dort gelebt.
        Weniger beobachtet? Ich hatte doch von hier eher den Eindruck, das es bei Euch so war? (woher die vielen StasiAkten?)
        Ich erinnere mich nur an die ständigen Demos „drüben“ und die Stürmungen der Botschaften…viele Leute wollten nur noch da raus!
        Den Vergleich mit Lybien & Ägythen kann ich nicht ganz nachvollziehen.
        Ich sehe noch die Bilder, wie Tausende in den Westen stürmen… Begrüßungsgeld abholten… Wessies“ zahlen noch heute… DAS höre ich hier oft… will damit nur sagen,alles hat zwei Seiten.

        • Der Emil sagt:

          Kennst Du Deine BND- / Verfassungsschutz- / CIA-Akte? Weiß jemand, wie viele davon es gibt? Es ist ein Eindruck, stimmt.

          Die ständigen Demos gab es ja nur in einer sehr kurzen Zeit, und anfangs ging es auch um „Wir sind das Volk“ – also der Souverän. Erst viel später nutze Bundesbirne die Gunst der Stunde und ließ „Wir sind ein Volk“ lancieren (das kam nicht wirklich von den DDR-Bürgern selber, das kam aus dem Westen – davon bin ich zutiefst überzeugt!). Die Mehrheit wollte nicht Bundesrepublik werden. Mal hinfahren und sich umsehen, das wollten fast alle, aber die meisten wollten zuhause weiterleben. Wenn sie es denn gekonnt hätten …

          (Übrigens zahlen wir wir Ossis auch Solizuschlag usw. usf. und vieles ist hier relativ zum Einkommen teurer als im Westen.)

          • Follygirl sagt:

            Ja ich weiß es … hab ich nicht!
            Ich verstehe bis heute nicht, warum es immer noch dieses Ost/West Gefälle gibt..man sollte doch denken, das hätte sich nun alles ausgelichen.
            Ich habe (kurz nach der Wende) einige ehemalige DDRler kennengelernt, sie sagten alle, das sie hier bei uns besser verdienen würden und mehr zum Leben hätten … aber ich kann das natürlich nicht beurteilen.
            Ich hab K. nicht gewählt und war nie mit seiner Politik einverstanden
            …aber es kann doch nicht alles so gut gewesen sein, woher denn dann diese massive Unzufriedenheit?

            • Der Emil sagt:

              Diese massive Unzufriedenheit war die von Wenigen, die im Blätter- und Senderwalt aufgebläht wurde. Zufriedene Ossis hätten ja das Bild von der bösen DDR gestört. Und besser leben konnten nur die, die im Westen gut verdienten und im Osten wenig ausgeben mußten fürs Leben … Ab der Währungsunion wurde das schwieriger und schlimmer – und es ist noch heute schlimm, daß die Arbeit im Osten weniger wert ist als die im Westen (Tarifunterschiede, Rentenbewertungsunterscheide usw.). Also auch von staatlicher Seite wird hier weiter für Ungleichheit gesorgt (z. B. bei der Rente).

      • carola sagt:

        kann ich dir nur recht geben . ich hatte nie das bedürfnis, dahin zu fahren, wo die offensichtlich abgelegten „spenden „her kamen , die uns mit salbungsvollen worten geschickt /mitgebracht wurden .
        ich fands immer lustig …meine verwandtschaft kam mit „krempel „und führ mit einem kofferraum voll wurst usw. wieder weg…also, so schlecht konnte unsere versorgungslage nicht gewesen sein und die wurst eben auch nicht 🙂
        ich war dann, ein paar tage nach der wende bei diesen verwandten ..ganze 3 tage, dann hatte ich es satt dieses ewige „das haste noch nie gegessen, das gabs bei euch nich „..“das musste sooooo machen , naja, das kennt ihr ja nicht „..:). )

        also…ich kannte auch aus DDR-zeiten schinken , räucherfisch und rouladen ..und offen gesagt , an das „futter,“ was heissen kann, wies will und alles gleich schmeckt , habe ich mich bis heute nicht gewöhnt , heute gibts „fresspackete „von ost nach west 🙂

        naja..heute bin ich ja angeblich frei…ok..ich habe nen pass, nur kein geld(und dazu werde ich wohl auch nie wieder kommen ) , um so frei zu sein, zu reisen …ich bin frei obdachlos zu sein, zu hungern und /oder dem sparzwang zum opfer zu fallen …ich bin so frei, wegen jedem und allem vorm SG zu kämpfen …naja, da war mir die freiheit NUR im thüringer wald urlaub zu machen irgendwie lieber..mich hats nicht gestört , man kennt sein eigenes land ja eh viel zu wenig :).

  2. Frau Momo sagt:

    Ich habe das schon damals so empfunde, Siegerposen, die DDR wurde auf all ihre Schattenseiten reduziert und die Rettung war der Dicke.. ha ha ha…..
    Es war ja auch keine Wiedervereinigung, sondern eine Annektion, ein Überstülpen dessen, was viele Wessis für die Glückseeligkeit hielten und bei der viele Menschen auf der Strecke geblieben sind. Und das nicht nur, weil sie auch gnadenlos über den Tisch gezogen wurden.
    Und dann standen sie da in Rostock Lichtenhagen, angeblich hilflos, weil sie nicht erkennen wollten, das Wiedervereinigung so nicht funktionieren kann und weil sie nicht sehen wollten, das viele eine andere DDR wollten und nicht unbedingt eine Wiedervereinigung mit der BRD.
    Ich war auch vor dem Mauerfall in der DDR, als Jugendliche im Elbsandsteingebirge, in Ost-Berlin und in Dresden. Ich war allerdings nach dem Mauerfall bisher nur in Meck-Pomm und in Berlin.
    Die Mauern in den Köpfen sind immer noch da, sicherlich auf beiden Seiten, aber das liegt vielleicht auch daran, wie diese sog. Wiedervereinigung abgelaufen ist. Rausgeputzte Fassaden sind eben keine blühenden Landschaften.

    • Der Emil sagt:

      Ich bin noch immer einer von den vielen, die „nur“ eine andere DDR haben wollten. Was ich aus der Wende gelernt habe? Werbung mit Massenverarsche funtioniert …

      • carola sagt:

        naja…im vergleich zu heute ..hm. ja, da könnte man meinen , man will das, was vergangen ist , wieder haben, weil, das kennt man ja.

        naja..ich tendiere da eher zu was neuem /anderem …vielleicht ein MIX aus dem guten beider staatsformen (ok. auch wenn ich , in meiner lebenssituation soviel gutes hier , in diesem staate nicht erkennen kann 🙁 , aber, es soll ja auch gutes geben )

        das „vergangene „ist vergangen und „tote „kann man nicht lebendig machen .
        man kann sich aber ein andenken bewahren..solange man an tote denkt , sind sie ja auch nicht tot .

        der gedanke an eine andere, für die menschen bessere staatsform lebt ..man muss den gedanken eben nur mit leben erfüllen und da wirds schwierig .

        im moment sind die „ossis“ noch in trauer erstarrt über das, was vergangen ist und die „wessis „sinnieren noch ,obs möglich ist , vom „tellerwäscher zum millionär „zu werden…naja, und so bewegt sich eben ..NICHTS .

        über deutschland liegt ein“leichentuch „….

        • Der Emil sagt:

          Nun, wenn es wirklich etwas gibt, das ich wiederhaben möchte, dann ist das die Zeit vom 9.11.1989 bis zur Idee der „Wieder“-Vereinigung. Als vom Volk etwas bewegt wurde, und nicht die Gewissenlosen das Sagen hatten …

        • Frau Momo sagt:

          In Trauer erstarrt würde ich das nicht nennen, wenn man sich anguckt, wievielen Menschen ihre Lebensgrundlage genommen wurde, ihnen ein System einfach übergestülpt wurde ohne Perspektive für viele Menschen, dann finde ich den Zorn und die Wut und die Sehnsucht einfach nachvollziehbar.

  3. Himmelhoch sagt:

    Emit, für diesen Beitrag könnte ich dich einfach umarmen, ganz vorsichtig, falls du es nicht wolltest, heftig, wenn du zustimmst. – Ich habe ja den 13.08.61 bewusster als du erlebt. Ich kann mit dieser Simplifizierung auch nicht leben, habe aber jetzt keine Zeit für eine ausführlichere Antwort.

  4. carola sagt:

    ich denke, du , ich …wir sind ja die gleiche generation …wir werden es nicht lesen können, was die geschichtsbücher über dieses land „BRD „schreben werden,.LEIDER !
    ob es auftaucht , die toten durch HARTIV und die „segnungen „des (demontierten )sozialstaates ?
    ob es auftaucht , das es x geheimdienste gab, die die bevölkerung lückenlos überwachten ,die moderne kommunikation „abgrasten „(nicht nur nach „schlüsselwörtern „?)

    dieses „Unrechtsstaat „-geplärre ..naja, auf irgendwen muss man ja zeigen , wenn man sein eigenes , unrechtes „tun“ übertünchen“ will ..dann sind die leute beschäftigt , dann fällt das eigene , unrechte tun (und seine opfer )nicht so auf ….“haltet den dieb “
    ich bin auch „ossi „..übrigens, wir beide sind uns auch schon begegnet …naja..ich ich habe in der DDR einfach nur gelebt.
    ich bin zur schule gegangen , habe ne lehre gemacht noch eine…habe e kind bekommen…naja, man hat eben gelebt, hatte ne perspektive, weil man arbeit hatte ..mitunter mehr geld, als waren da waren, um das geld auszugeben ..aber, es war ein schönes, unbeschwertes leben, ohne materielle sorgen ..auch ohne sorge vor armut , nur weil man eben ein kind hatte.
    sicher war auch in der DDR nich alles „gold was glänzt“, nööö, aber, es hat keiner gehungert (ich kenne keinen )es war keiner obdachlos und /oder von obdachlosigkeit bedroht …das alltägliche leben war bezahlbar..ok, farbfernseher waren teuer , aber, man braucht ja nich jeden tag nen farbfernseher , ein brot aber wohl schon .
    und…für mich heute immer noch ne wohlige erinnerung ..der zusammenhalt unter den menschen war ein anderer ..,ne Notgemeinschaft ?
    nööö, denke ich nich, es wurde sich aus ehrlichem herzen mit allem möglichen geholfen /ausgeholfen ..kein „bohei „drum gemacht , war eben so .
    es wurde miteinander gelebt /nebeneinander und war „not am mann „wurde hilfe organisiert ..ich glaube, staatliche stellen dafür gabs nicht , aber, dafür war ja die „brigade“/das kollektiv da und die brigaden /kollektive wetteiferten untereinander um die gute tat .

    ICH habe keine schlechten erinnerungen an die DDR..ich kenne auch keine , die bei der STASI waren, auch keine, die Opfer der stasi waren…ich streite nicht ab, das es sie gab, aber, die, die politisch anders denken , haben im „hier „und „heute „auch keinen leichten stand ..wie in jedem system, was es gab. .!

    war der sozialismus ideal ?

    nööö, alles ist verbesserungswürdig …er war aber ein schritt , in die richtige richtung , menschen ein gutes leben zu verschaffen ..klar, hatte er auch negative seiten und so selbstlos waren die „errungenschaften“ des sozialismus auch nicht :kindergärten , gute (im rahmen der medizinischen , damaligen möglichkeiten )flächendeckendere medizinische betreuung usw…hatte alles den sinn, die ARBEITSKRAFT der menschen zu nutzen bis aufs letzte „quentchen „ohne , das sich der arbeiter über „nebensächlichkeiten „wie „kinder 🙂 einen kopf machen mussten …und die nächste generation „sozialistische persönlichkeiten „war gesichert ..alles klar ..aber, die menschen hatten eben auch was davon und…sie sahen über die mauer, sahen, das die menschen für das, was wir schon hatten , auf die strasse gingen um es zu erkämpfen …ein gutes gefühl, wir hatten was vorraus .
    und…damit dieses „wir hatten was vorraus gefühl „nicht überhand nimmt und die menschen es wieder haben wollen und /oder überhaupt haben wollen, deswegen wird nicht nur eine ganze gruppe menschen degradiert (die „ossis“ nämlich ) sondern eben ein land, was schon seit über 20 jahren nicht mehr existiert und dem man nicht mal im „tode „ein „gutes haar „lässt .

    nun ja…man kann alle materiellen werte nehmen, was man nicht nehmen kann , sind erinnerungen ..und egal, wie der staat, der ein teil meines lebens war , gescholten wird…ich weiss es besser, denn , ich war dabei, habe dort geliebt, gelebt …und mir kann keiner was einschwatzen und ich werde, wenn ich gefragt werde, auch meine erinnerungen , immwer wieder ,erzählen und da sieht man staunende gesichter …denn ich habe nix zu erzählen, von mangel , not , elend ..aber viel von spass, lebensperspektive /bildung …MITEINANDER !

  5. colorsigns sagt:

    einfach nur Ja Emil….und … danke

  6. Gudrun sagt:

    Als Regine Hildebrand das Bundesverdienstkreuz 2001 entgegennahm sagte sie:
    „Ich wünsche mir, dass es in absehbarer Zeit gelingt, den Osten dem Westen anzugleichen – mit Respekt vor den Biografien und dem nötigen Taktgefühl.“
    Respekt vor den Biografien hat es nie gegeben. Manchmal komme ich mir vor, als hätte man mir viele Jahe meines Lebens einfach weggenommen. Und damit ich sie nicht vergesse, werde ich öfter mal darüber schreiben. So wie du heute.

    Einen Gruß von der Gudrun

    • Der Emil sagt:

      Ja, das Gefühl, daß mir mein Leben als Leben abgesprochen wird … es war ja nur ein Vegetieren und Leiden – und wer das nicht so empfand/hatte, war bei der Stasi.

  7. carola sagt:

    die hildebrand…eine frau mit schnauze ..war mir sehr symathisch .

    hm….ich stand der wende eher skeptisch gegenüber,naja…das da nicht alles „gold „ist , was da über uns kommt , war mir im vornherein klar , ich hatte verwandte im westen, die mit beiden beinen auf dem boden der realität standen .

    und wenn ich dann gehört habe, warum sich viele meiner nachbarn die wende wünschten :weil nich immer bananen gab ,:( oder weils keine jeanshosen gab:)…naja, wenns nix wichtigeres gab , um sich nen unbruch zu wünschen ?
    und eben die „reisefreiheit „..hm…naja, aber, hat man mal jemanden gefragt , wie ers finanzieren will,nach „malle „zu fliegen …kein problem, dann nehmen wir nen kredit auf ..

    AHA!!?????????????

    naja, ich denke, bei den meisten wars wohl eher der „schlüssellocheffekt „der den wunsch aufkommen liess, unbegrenzt irgendwelche seife kaufen zu können…die ernüchterung folgte dann relativ auf dem fusse…da wars aber schlicht zu spät !

  8. M. sagt:

    Ein Standing Ovation nur für dich und deinen Beitrag! Perfekt überdacht und geschrieben!

    • Der Emil sagt:

      Überdacht? Nur ein wenig herumgegrummelt und mein Wissen hervorgekramt (okay, Währungsreform mußte ich nachschlagen), sozusagen runtergeschrieben am Stück …

  9. Inch sagt:

    danke! genau so sehe ich es auch

  10. Der Emil sagt:

    Und viele Grüße an die Pullacher! *harrrrrharrrrrharrrrr*

  11. nextkabinett sagt:

    Reblogged this on Rund um den Kabinettstisch und kommentierte:
    Danke für’s Erinnern, bester Emil …

  12. Reblogged this on Zweitesselbst's Blog und kommentierte:
    hi emil, ich ärgere mich auch immer wieder über solche Reduzierungen, kann sie aber verstehen, weil es vieles einfacher macht. Das hilft immerhin eine zeitlang sich mit dem was ist, nicht auseinandersetzen zu müssen, sagt aber viel über die eigene Lebenswirklichkeit aus.

    • Der Emil sagt:

      Wenn es nur EINE Lebenswirklichkeit wäre – aber ich erkenne mindestens zwei: Ossi und Wessi (und der Wossi noch dazu) …

      • ja, mindestens. ich gehe sogar erfahrungsgemäß von viel mehr Lebenswirklichkeiten aus. So gesehn hat jeder selbst mindestens , wenn nicht noch mehr. Wie es nämlich grad geht. Und ein Schuldiger, wenns nicht gut geht, läßt sich immer wieder finden …

  13. Frau Blau sagt:

    ich spare mir jetzt mal das Lesen der Kommentare, sondern schreibe unbeeinflusst meinen, auf die Gefar hin, dass ich etwas schreibe, was vielleicht schon gesagt wurde.
    Zunächst einmal ein großes BRAVO für diesen Text… besonders gut hat mir die Redzierungsidee der BRD gefallen und weischt was, ich sag auch immer noch BRD… obwohl es ja „mein“ Deutschland war, was widerum aber kaum jemand glauben will, hörte ich damals immer wieder: dann geh doch rüber, hörte ich später, du bist wohl von drüben? Nee, bin ich nich, aber irgendwie scheint mein Herz DDr zu klopfen… nicht dass ich wirklich jemals hätte tauschen wollen, denn das was mir wirklich fehlte war Farbe… ich weiß noch sehr genau, als ich das erste Mal Mitte der Siebziger Jahre durch Ostberlin schlenderte… und später nach Mauerfall, immer fragte ich mich: wo sind denn hier die Farben? Okay, auf dem Land konnte man sie finden, wenn auch nicht im Winter in der Uckermark 😉

    mal genug geflachst… ich finde auch, dass vieles in der Begenung von Ost und West nicht stimmig ist und von Anfang an nicht war. Aber nun frage ich mich schon auch, welches Land ist eigentlich wirklich in der Lage seine Geschichte so aufzubearbeiten, dass am Ende etwas Wahres dabei herauskommt? Ich hoffe du verstehst was ich meine… und ja, es gibt sehr viele Mauern auf der Welt, die schlimmsten scheinen mir die in den Köpfen zu sein.

    Danke dir sehr für diesen Artikel und grüße dich herzlich
    Frau Blau

    • Der Emil sagt:

      Danke für Deine Ehrlichkeit. Ich merke ziemlich oft, daß die kleinen Leute (meist Nicht-C[D/S]Uler und Nicht-Blöd-Leser) anders denken, als uns die „Leit“-Medien und die Politik einreden wollen.

      • Frau Blau sagt:

        allerdings… erst gestern Abend sinnierte ich darüber nach, denn mit wem auch immer ich schwatze, die meisten Menschen ticken gaaanz anders, als uns Medien und Politk glauben machen wollen. Hier leben viele CDU-WählerInnen, bin ja im Sauberländle, aber auch hier finde ich doch viele aufgeschlossene Menschen. Nichts ist, wie es scheint…
        herzlich grüßt dich Frau Blau

        • carola sagt:

          gefühlt ist die stimmung im land /unter den menschen eh ganz anders…die jubeln nicht , haben wenig /kaum erfolgsmeldungen …irgendwie fällts auf , die diskrepanz zwischen dem, was man in der „aktuellen kamera 🙂 🙂 „jeden abend suggeriert bekommt und dem tatsächlichen „sein „

  14. Amelie sagt:

    Lieber Emil, als ich die Überschrift las, wollte ich schon kapitulieren. Nein, nicht schon wieder was lesen, was meine Heimat schlecht macht. Was mich zum Ostalgiker abstempelt, nur weil ich noch weiß, dass das 2-Pfund-Brot 62 Pfennige gekostet hat und ich die SERO-Annahmestellen gut fand. Aber es ist ein Beitrag von Dir. Und was soll ich sagen: Du sprichst mir aus der Seele.
    Ähnlich wie Du habe ich die DDR von 1964 bis zu ihrem Ende begleitet. Habe gut gelebt, eine ausgezeichnete Schulbildung genossen, nichts vermisst. Ich war auch keine vierzig Jahre eingesperrt. Schließlich war ich zum Zeitpunkt der Wende erst 25 Jahre jung.
    Mir geht es heute – in materieller Hinsicht – auch gut. Aber nur, weil ich mich ein zweites Mal zu einem Studium durchgerungen hatte. Denn meinen Studienabschluss aus dem Jahr 1988 erkennt diese BRD nicht an. Und so habe ich mich down-recycelt von der Hochschulabsolventin zur Fachhochschulabsolventin.
    Genug gegrummelt.

  15. Andy sagt:

    Jetzt mal ein paar verspätete Worte aus dem „Westen“.

    Bei dieser komischen MauerwegundwirsindeinVolk Veranstalltung hat man euch so richtig schön verarscht. Aber keine Angst Ihr seid nicht alleine. Wir wurden auch über den Tisch gezogen und das schon viel länger als Ihr, oder vileicht auch nur anderst.
    Uns hat mann immer Angst vor „bösen Russen“, also euren „Verbündeten“ gemacht, man hat uns von der bösen Stasi erzählt, unsere Freiheit und unsere in jeder hinsicht überlegene Lebensweise vor Augen geführt, damit wir nicht merken wie blöd wir sind und bloß nicht aufmucken.
    Ich habe den allerhöchsten Respekt vor euch Pappautosfahrenden Plattenbau Bewohnern, denn Ihr habt geschafft wovon hier die meisten nicht zu träumen wagten.
    Ihr hattet die Eier und habt eine friedliche Revolution geschafft, das kann euch keiner mehr nemen. Ihr seid halt nur nicht im Himmel gelandet sondern ein paar etagen tiefer…..

    …shit happens

    • Der Emil sagt:

      Oh ja, „shit happens“. Aber irgendwie muß irgendwer den doch beseitigen dürfen/können/müssen!

      • manzkean sagt:

        Da denke ich schon länger drüber nach. Wer da was wie und weshalb mal ändern sollte, müsste, könnte.
        Die, die da was dran drehen könnten weil Sie durch Geld, Geburt oder göttliche fügung in der Lage wären, finden alles ganz prima weil es Ihnen in die Karten spielt.
        Die, die da was dran drehen wollen würden ( was für ein geiler Satzteil) , haben keine Möglichkeit dazu. Oder es wird Ihnen so erschwert das Sie irgendwann aufgeben.
        Das ist schon seit ewigen Zeiten genau so, und wird auch immer so bleiben und das mit voller Absicht.
        Die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst (oder anderstrum, wer weiß)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert