Udohla (#212)

Ein Stück von Karoline und wie ich dazu kam.

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Als mir zu meinem siebzehnten Geburtstag ein Büchlein geschenkt wurde, hatte ich (noch) keine Ahnung, welche Wirkung es bei mir hinterlassen würde.

Wie ich dort schrieb, führte es mich zu vielen anderen Büchern: Achim von Arnims “Kronenwächter” (kennt kaum jemand), der Briefroman “Die Günderrode” von seiner Frau Bettina von Arnim, einer Schwester Clemens Brentanos, Heinrich von Kleists Werke und natürlich die Schriften der Karoline von Günderrode.

Zur Zeit sitze ich über ihrem Gesamtwerk, das ich in der hiesigen Bibliothek erhielt. Zwar wenige, aber schöne Texte hat sie hinterlassen. Schwierig sind sie manchmal, denn in diesen Büchern wurde die originale Schreibweise / Rechtschreibung beibehalten. (Ich weiß nicht: Gab es um 1800 schon Rechtschreibung? Oder wurde die später eingeführt?)

 

 

Die wahre ächte Liebe ist meist eine unglükliche Erscheinung, man quält sich selbst u wird von der Welt mißhandelt. Die Koketterie war mir imer interessant; sie ist zugleich das geistreichste Spiel u die größte Übung für den Geist; man gehört sich dadurch an ohne sich selbst zu verliehren.

Günderrode, Karoline von: Sämtliche Werke und ausgewählte Studien.
Hrsg. von W. Morgenthaler. – Historisch-kritische Ausgabe. Bd. 1 Seite 438
© 1990 Stroemfeld / Roter Stern. Basel; Frankfurt a. M.; ISBN 3-87877-285-8
 
 

 

So schreibt sie in einem (aus ihrem Nachlaß stammenden) Fragment. Und dann ihr Hang zum Orientalischen! Das muß damals allgemeine Mode gewesen sein unter den Intellektuellen. Ein schönes Beispiel dafür ist “Udohla in zwei Acten”.

Das schwierigste steht mir aber noch bevor, das habe ich bisher aus meinem Lesefluß herausgelassen: “Melete”. Wobei ich zur Zeit mit den Dramen, Schauspielen usw. auch allgemein nicht recht vorankomme, allein schon wegen der Druckgestaltung. Vielleicht kann ich mir die einzelnen Gestalten auch nicht klar genug vorstellen?

Was solls. Ich versuchs und lese jetzt weiter. Vom Sultan der Mongolen in Hindostan, seinem Großwesir Mango, von Sino, Udohla und einem Derwisch und von der Haremsdame Nerissa und deren Aufseherin Elpa.

Zweiter Akt, Garten. Nerissa und Elpa. Seite 219.

Udohla

Textseite des Stückes von Karoline von Günderrode

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 29. Juli 2012 waren das Ausschlafen und der Döner.

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0 Kommentare zu Udohla (#212)

  1. oh wie geistreich, aber wurd die Rechtschreibung nich von den Brüdern Grimm nein Duden eingeführt??

  2. wildgans sagt:

    mutet an wie ein germanistikstudium mit uraltvorgaben. vor den hütten ein schriftlaufband mit der immer wieder auftauchenden frage nach der kunst….
    gruß von sonja

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