Wie das Leben so spielt
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Ich stehe mühsam auf und recke mich mit knackenden Knochen. Das Alter macht sich jetzt, mit über siebzig, doch bemerkbar. Dann klopfe ich mir den Dreck von den Knien. Was ich in meinem Alter hier herumzukriechen habe, werde ich manchmal gefragt. Doch ich bin der einzige im Verein, der dieses Bergwerk noch in Betrieb kennt.
Damals war ich Lehrling bei der Wismut hier. Streckenausbau haben wir hier gelernt, noch mit Hölzern. Wir sind ja noch bis 55 / 56 mit Karbidlampen eingefahren. Und von denen hatten wir Jungspunde damals einige “gesichert” in einer Blindstrecke, die noch aus dem Altbergbau auf Silber stammte. Oh, was gab das wegen der verschwundenen Lampen für ein Theater!
Als Rothaut und ich vorige Woche nach Rudis Begräbnis zusammensaßen, wir letzten zwei von unserer Lehrschicht, erinnerten wir uns an das Versteck. Deshalb war ich heute in dieses winzige Loch gekrochen, das ich viel größer in Erinnerung hatte. Ich war erfolgreich.
Alle fünf Karbidlampen hatte ich gefunden, fein säuberlich in Ölpapier und Putzlappen eingewickelt. Morgen probiere ich sie aus. Und wenn sie funktionieren, dann wird auf Rudis, und später auch auf Rothauts und meinem Grab ab und zu eine davon leuchten.
Zeit, die Tränen aus dem Gesicht zu wischen und auszufahren.
Fiel mir ein, als ich gestern an das neue Berggeschrey dachte. Seit den paar Nachrichten voriges Jahr habe ich nichts mehr davon gelesen oder gehört.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 14. Februar 2012 waren die vernünftige Dame beim Jobcenter und ein Schnäppchenkauf.
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Karbid-Lampen, wenn ich das höre, eine herrliche Erinnerung.
Zeigst du mal eine?
Das wäre toll.
Leider habe ich keine Karbidlmpe. Nur einen Nachbau einer alten Bergblende …
Ein kurzer Augenblick und kleiner Ausschnitt aus einem Leben. Ich habe einmal das Bergwerk in Freiberg besichtigt. Nirgends ist ja eine derartige Dunkelheit und Stille wie innerhalb eines Berges.
Lampen und Licht: Der Mann, der die Besichtigung geführt hat, selbst ein ehemaliger Beschäftigter des Bergwerkes erklärte, dass Licht für Bergleute eine ganz besondere Bedeutung habe, die über das bloß Praktische des Sehenkönnens weit hinausgehe.
Hallo,
ich habe es schon mit mailen versucht, leider keine Antwort bekommen. Deswegen diese Anfrage über die Kommentarfunktion.
Wir sind ein Verein ehemaliger Wismutbergleute und pflegen die bergmännischen Traditionen seit der Wende und dem Niedergang des Uranbergbaus in unserer Region weiter, erst ohne Verein später als privater Verein. Unseren Blog gibt es seit Dezember 2011.
Der Schwerpunkt unserer Hompage soll sich in Richtung Einzelbiographie von Bergleuten entwickeln. Das „Große und Ganze“ darstellen sollen andere 😉 In diesem Zusammenhang finde ich Ihre Geschichte sehr passend und schön.
Vielleicht können Sie noch einige zusätzliche Worte über sich und Ihrer Begegnung mit dem Bergbau erzählen?
Haben Sie nur Bergmann gelernt oder waren Sie auch längere Zeit aktiv in der Grube usw.? Wir würden Ihre Geschichte gern auf unseren Blog http://www.wulfssteigerstube.de veröffentlichen.
Glück Auf
M.S.
Glück auf!
Eine Enttäuschung vorweg: Diese Miniatur ist frei erfunden. Es freut mich, daß sie so lebensecht wahrgenommen wird – doch sie ist nur Phantasie. Ich bin nie Bergmann gewesen und auch noch lange nicht siebzig. 😉
Auf eurem Blog dürft ihr sie trotzdem gerne veröffentlichen – unter Beachtung der im CC by-nc-nd-Signet verlinkten Lizenzbedingungen.
Danke für das große Lob (und die Mailadresse muß ich anpassen, die hat sich geändert).
Der Emil
Hallo Emil,
„schade“ 😉 , sehr gut geschrieben, Die dichteriche Freiheit hat bei uns zu disputen geführt. Da wir diese für bare Münze genommen hatten. Denn der Zeitpunkt 1965-66 und die Karbidlampen passen nicht zu einander.
Wir wünschen Dir weiterhin ein glückliches Händchen bei der Erstellung von Miniaturen.
mfG. M.S.
Da hat sich beim Abschreiben ein Fehler eingeschlichen, denn auf dem Papier – wo alle meine Texte entstehen – steht richtig 55 / 56. Ich habe den bisher nicht bemerkt, jetzt aber korrigiert. Auch aus dem originalen über war ein fast geworden.
Danke. Eure Seite werd ich öfter besuchen.