Seltsames Muster (Nº 320 #oneaday)

Streifen, Karos oder was?

To get a Google translation use this link.

Gestern fiel es mir schwer, einen Text zu verfassen, den ich mit euch allen teilen möchte. Ihr wißt doch, ich schreibe am Vorabend und lasse meine Beiträge automatisch zum geplanten Zeitpunkt um 00.15 Uhr veröffentlichen. Deshalb ist das mit dem «Heute» und dem «Gestern» manchmal auch etwas problematisch für mich und für euch.

Wollt ihr wissen, wieso mir das Schreiben so schwerfiel?

Als Ausrede könnte herhalten, daß ich durch meine Therapie völlig erschöpft war. Das allerdings war ich schon öfter, und dann habe ich es trotzdem geschafft.

Gestern muß also noch etwas anderes geschehen sein.

Gestern ist noch etwas anderes geschehen.

Ich habe ein Muster entdeckt.

Menschen, also auch ich, handeln nach erlernten Plänen / Regeln / Mustern. Das heißt: Wenn mir dieses zustößt, so habe ich jene Möglichkeiten zu handeln. Eine dieser Möglichkeiten trainiere ich so oft, daß sie zu einem Automatismus wird.

Ein Beispiel? Wenn ein großer Hund bellend auf mich zurennt, kann ich
   a) weglaufen (der Hund wird seinem Jagdinstinkt und mir folgen oder seinem Revierverhalten und stehenbleiben) oder
   b) stehenbleiben und eine Kommunikation mit ihm versuchen (der Hund wird vielleicht erst schnüffeln und dann sich schwanzwedelnd kraulen lassen oder das Interesse verlieren oder oder oder – einfach zubeißen wird er nur in äußerst ungewöhnlichen Fällen).

Zwei Verhaltensmuster, von denen ich eines so oft trainieren werde, bis ich es immer zuerst versuche (ich bleibe stehen).

Gestern entdeckte ich eines.

Ein Muster, das mich verwirrt.

Eines, das unangemessen ist und unvernünftig – so, als würde ich immer versuchen, den auf mich zurennenden Hund zu beißen, bevor er mich beißt.

Damit muß ich jetzt ersteinmal zurechtkommen. Und das bindet alle meine Ressourcen (dämliches Neu-Denglisches Wort, das aber als Zusammenfassung von «Kraft, Gedanken, Gefühlen und Zeit» hier gestattet sei). Jetzt kenn ich es nämlich, und nun muß ich eine Handlungsweise entwickeln, die eben dieses Muster überflüssig, nicht mehr anwendbar macht.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 15. November 2011 waren viele zustimmende Kommentare zur DDR/BRD-Vergangenheit und eine schwerwiegende Entdeckung.

© 2011 – Der Emil. Dieser Text steht unter einer creative common license für Deutschland 3.0
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung): CC by-nc-nd Website

320 / 365 – One post a day (WP-count: 372 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Gedachtes, postaday2011 #oneaday abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Seltsames Muster (Nº 320 #oneaday)

  1. fudelchen sagt:

    Ist doch richtig gut, aber bitte nicht den Hund beißen….!
    Jetzt gehst du in die Offensive, eine positive Entwicklung wie ich meine.

    GLG Marianne 🙂

  2. audubonron sagt:

    Denglisch? That’s good. I think I have a few of those.

  3. Follygirl sagt:

    Gestern konnte ich nicht viel schreiben, denn mir sind die Denkmuster von „Drüben“ irgendwie fremd.. (von „Drüben, bitte nicht abwertend auffasssen, das sagte man eben immer hier)…
    Heute bleibt mir auch eigentlich nur ein Gruß… und das tue ich hermit! Petra

  4. sweetkoffie sagt:

    Emil, ohne „Muster“ geht es nicht, denn sie sind (Über)Lebensstrategien.
    Es ist m.e. von großem Vorteil, wenn man verschiedene Muster auf lager hat und diese ggf. kombiniert,
    also Gestreift und Kariert mit einem Hauch Paisley ,-)

  5. sucherin sagt:

    Allein mit der Entdeckung bist Du einen Riesenschritt weiter. Liebe Grüße

  6. Gudrun sagt:

    Es gibt aber auch noch eine Möglichkeit, natürlich nur in Bezug auf bellende Hunde: Dem Hund nie in die Augen blicken (das wäre ein Vorbote eines Angriffs), nie von ober herab streicheln wollen, sondern einfach seelenruhig ignorieren.
    Beiß lieber keinen. Das sind recht zähe Viechter, mit Fell dran. 😀

  7. Himmelhoch sagt:

    So nach dem Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung“! Kommt mir bekannt vor.
    LG von Clara

  8. nextkabinett sagt:

    Alles wahr, was Du schreibst. Das sind denkwürdige Tage … und Du bist einen riesigen Erkenntnisschritt weiter … Allein eine Strategie zu entwickeln, wie mit diesem Muster umgehen, wie es manchmal in seine Schranken weisen usw. – das dauert noch. Das Wichtigste ist und bleibt Geduld und Entspanntheit mit Dir selbst.

    LG, R.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert