Nun ging ich doch ins Kloster
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Dann berichte ich mal von meinem Sonnabendabend, von der 11. Nacht der Kirchen.
Kurz nach 18 Uhr traf ich an der Pauluskirche ein. Die war einer der beiden Standorte, an denen der Rotary Club von Halle (Saale) die für potentielle Knochenmark-Spender kostenfreie Typisierung ermöglichte. In der Taufkapelle war ich nach wenigen Minuten um etwa 10 ml Blut ärmer und bereit für den restlichen Abend.
Das Gebäude dieser 1903 fertiggestellten Kirche – es war damals ein Neubau – kenne ich ja bereits. Vielleicht hat es der eine oder andere auch im Fernsehen gesehen, als vor noch nicht allzulanger Zeit der ZDF-Fernsehgottesdienst von dort übertragen wurde. Und wie das immer so ist, wenn man nichts wirklich Bestimmtes vorhat: Es lief alles ganz anders ab als geplant. Einer der Herren, die augenscheinlich zum “Personal” der Kirche gehörten, schloß eine Tür auf, hinter der ein Treppenhaus zu erkennen war.
Die Gelegenheit ergriff ich beim Schopfe und fragte nach, ob ich vielleicht mal mit auf die Orgelempore gehen darf? Was ich denn dort wolle? Nun, einfach mal schauen und das große runde Glasfenster hinter der Orgel einmal von Nahem sehen. Ich durfte mit hinauf. Und das Schmunzeln des Herrn Pastors erklärte sich mir oben: Nichts mit Fenster ansehen. Dazu hätte ich – was ich nicht wollte – in die Orgel hineinkrichen müssen. Aber ich konnte wenigstens den am Orgelprospekt zu findenden Text lesen.
Danach lief ich ein gutes Stück durch die Stadt, um 20.00 Uhr mit der Straßenbahn nach Ammendorf zu fahren. Ganz in der Nähe findet sich dann die die “Surp Harutyun”–Kirche der Armenischen Gemeinde Sachsen-Anhalt, einer der ältesten orientalischen christlichen Religionsgemeinschaften. Deren Heiligenbilder sind wirklich bunt, kräftige Farben werden verwendet, wie sie heute nicht mehr üblich sind in europäischen Kirchen.
Dort stellte ich auch fest, daß mein Russisch vollkommen eingerostet ist. Ich konnte dem Priester nicht folgen, als er etwas auf Russisch erklärt und ließ mir übersetzen, was er sagte. Nach einer knappen Stunde ging ich dann wieder – wie ich noch annahm, nach Hause.
Unterwegs verließ ich die Straßenbahn allerdings nocheinmal, um mir (endlich!) die Kapelle des Franziskanerklosters anzusehen. Ja, die Kapelle des Klosters, in dem man mich vor sieben Jahren nicht haben wollte, weil ich zu alt war! Den Ort, an dem sich die fünf Mitglieder des hiesigen Konvents (einer der Brüder ist nur selten dabei, seiner Arbeit als Krankenhausseelsorger wegen wohnt er auch nicht im Kloster) zu ihren Gebeten und Andachten versammeln.
Und dann überlegte ich wieder: Was wäre geschehen, wenn ich nur ein Jahr früher zu diesem Schritt bereit gewesen wäre und um Aufnahme in den Orden gebeten hätte …
Ach, es ist schon gut so, daß es kam wie es kam.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 21. August 2011 war der Genuß, den ich an diesem faulen Sonntag an meiner Faulheit fand.
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Hey Hallo Emil!
Nu schreibe ich dir eben hier einen Kommentar, weil ich nicht wußte nachdem was ich bei deiner E-Mail Adresse gelesen habe, ob ich dir eine E-Mail schicken darf. Danke für dieses posting!
Habe den Eindruck, dass dir das sehr schwer gefallen ist in diese Klosterkirche zu gehen. Es ist schade, dass die Franziskaner nur noch bis max. 35 Jahre Kandidaten aufnehmen.
Und ich hab damals gehofft endlich 30 zu werden damit ich endlich als Eremitin leben durfte. So klafft eben das Eine mit dem Anderen auseinander.
Vielleicht magst du mir ja mal eine E-Mail schicken 😉
Herzliche Grüße
Pace e bene
Sr. Britta
Es war 2004 noch die Grenze von 40 Jahren üblich. Und ganz so schlimm war es nicht, das Hingehen – eher war ich noch immer neugierig …
Was genau hielt Dich vom Mailschreiben ab? Ah – ich glaube, ich weiß, was Du meinst. Jetzt solltest Du aber auch noch eine andere Adresse von mir haben 😉
Schön, dass dich die Neugierde zum Hingehen bewegt hat 😉
Ja nu hab ich eine andere E-Mail Adresse von dir 😉 Danke!
Ist die Nacht der Kirchen in ganz Deutschland? Dann hatte ich das nicht mitbekommen.
Sowas würde mich sehr interessieren, mal in andere Kirche zu gehen.
Du wolltest mal ins Kloster, alle Achtung!
Es ist mutig, dort wieder hinzugehen, obwohl sie dir ein Absage erteilt hatten.
Liebe Grüße
Auch ich bin jetzt zu faul zum suchen. Kann sein, daß es bundesweit ist – vielleicht zu unterscheidlichen Zeitpunkten?
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