Warm, zu warm (Nº 181 #oneaday)

Sammelsurium mit Zaubergeldbeutel

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Nachdem ich des Öfteren, insbesondere bei colorsigns, einige 28er las, die irgendwie mit Deutscher Dreizeiler VI von Helmut Maier begonnen haben, war es mir gestern in der Straßenbahn so warm, daß auch ich einen versuchte:


 
Sommer vorm Balkon und Hitze.
Ich hab keinen Balkon; ich schwitze.
Saunazuschlagstemperaturen in der Bahn.
 
 

Ich erinnere mich daran, daß vor Jahren die Stadtwette einer mittlerweile stark verschlechterten Sonnabendabendunterhaltungssendung (früher der Eurovision!) hier in Halle (Saale) mal eine Saunastraßenbahn war …

Dann fuhr ich mit der S-Bahn weiter. Und es ergab sich ein Dreifach-Senryū:


 
ratter ratter knacks
ding-dong nächster halt südstadt
bahnfahr'n macht müde
 
gleichmäßig schwanken
die köpfe der fahrgäste
hin und her im takt
 
meine fahrkarte
dem kontrolleur zu zeigen
geht auch im halbschlaf
 
 

Und dann, mitten in der Stadt, an der Haltestelle, da plötzlich steht wieder, wie am Tag zuvor, das den Temperaturen angemessene Gefährt vor mir:


 
Ein tolles Gefährt
 

Mal ehrlich: Wer hat noch nie daran gedacht, sich einfach auf und davon zu machen? So wenig Krempel als möglich eingepackt, die Gewißheit eines nicht zur Neige gehenden Geldvorrates im Hinterkopf (oder auch die Gewißheit, auf Geld verzichten zu können) – und raus aus dem Alltag.

Ich hätte dazu gern einen Geldbeutel, aus dem ich pro Stunde 10 oder 20 € ziehen kann (erschwerende Bedingung: die ich dann auch in dieser Stunde ausgeben muß) …

Darüber denke ich noch nach. Aber: Vielleicht hat auch jemand von euch Ideen, was man damit – also mit diesem Zaubergeldbeutel – alles anstellen könnte?

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Warm, zu warm (Nº 181 #oneaday)

  1. fudelchen sagt:

    Da fällt mir jetzt spontan nix ein und ehrlich, irgendwie ist mir gar nicht so nach ausbrechen….fühle mich hier wohl…vielleicht solltest du das doch noch mal überdenken.

    GLG Marianne 😉

  2. Der manchmal immer wieder kommt. Dann will man aber am liebsten ganz aus seiner Haut. Doch, ich kann das verstehen. al ganz weg. Weg von allen Zwängen. Das, was landläufig als „Freiheit“ bezeichnet wird. Aber das ist sie nicht wirklich!
    Ich würde gerne mehr verreisen, in die Nähe, aber gerne auch weiter weg. Dafür bräuchte ich aber Deinen Zauberbeutel, mehr Zeit sprich Urlaub und müsste freier von all den anderen Bedingungen sein. Ein Wellnesswochenende wäre mal schön, so mit Sauna, Thermalbad, Massagen. Na, ja, man kann ja träumen, nicht wahr?
    Deine Dreizeiler sind toll, habe mich früher auch in Haikos versucht.
    Schönen Tag noch!

    • der_emil sagt:

      Jaja. Dieser Zaubergeldbeutel. Immer nur ’n Zehner, einer pro Stunde – und erst, wenn ich den von vorher ausgegeben habe …

      • puzzle sagt:

        eigenartige Idee – ein Geldbeutel mit Erziehungsauftrag?

        • puzzle sagt:

          aber lustig, sich vorzustellen, wie jemand sich gemütlich in einem Harley-Shop niederläßt, mit dem Zaubergeldbeutel, sich das Bike seiner Träume aussucht, und dann eine Luftmatratze aufpumpt, eine Auswahl von Speisekarten von Restaurants mit Lieferservice vor sich ausbreitet, das Handy danebenlegt, und dann stündlich seine Zahlungen leistet, bis er endlich mit seiner Harley in die große Freiheit aufbrechen kann, die man sich nehmen muß, um an der Tankstelle immer nur alle Stunde für weitere 10 Euro …

  3. sucherin sagt:

    Auch ich träume ab und zu davon einfach mal abzuhauen und mir die große weite Welt genauer anzusehen. Schön wäre es, wenn man dabei und unterwegs gerade so viel Geld verdienen könnte, wie man benötigt für Unterkunft, Verpflegung und Weiterreise. Für diese Idee, die ich so Richtung Asien und Afrika spinne, suche ich noch nach „Umsetzungsmöglichkeiten“. Mal sehen, was aus dem Traum wird. Liebe Grüße

    • der_emil sagt:

      Hm. Asien? Afrika? Ich würde ja gerne mal an das “Ende der Welt” gehen – aber im Moment fühl ich mich dazu zu unsicher und zu ungesichert.

  4. colorsigns sagt:

    wie ich mich freue !!!
    aus dem urlaub zurück , der erste arbeitsmorgen , brötchen noch in der hand , PC an, die poetischen zeilen gelesen in deinem blog und nun auf zur arbeit mit einem strahlen an dich, dankeschön !!!

  5. Hm, wie ging denn nochmal das Märchen vom „Hans im Glück“ aus? Eine gewisse Nähe ist ja durchaus festzustellen. Ach, der hat bestimmt wieder irgendeine tumbe Prinzessin geehelicht…

  6. Helmut Maier sagt:

    Ich freue mich sehr über den Link zu „meinem“ 28er und zu meinem Blog.
    In aller Unbescheidenheit gesagt ( 😉 ) passt ein 28er genau zu solchen besonderen Anlässen wie solch heißen Tagen.

    Liebe Grüße
    Helmut

    • der_emil sagt:

      Bittesehr, bittesehr.

      Immer nur ellenlange Texte oder Senryus wird ja langweilig. Da fällt mir ein: Auf Demokratiedefizit wird auf 28er verlinkt – aber dieser Text sollte ins Blog eingebunden werden (so weiß und „unformatiert“ hat mich de Erlärung schon erschreckt).

  7. freidenkerin sagt:

    Deine Zeilen über’s Trambahnfahren gefallen mir sehr – genau so ist es! Vortrefflich beobachtet und in Worte gesetzt! 😀

  8. Ilona Form sagt:

    Lieber Emil, früher als ich noch jung (also vor Jahrzehnten) und keine Familie hatte,habe ich
    auch vom abhauen geträumt… Heute ist mein Glück hier Zu Hause und meine Familie.
    Die würde ich für keinen Zauberbeutel verlassen. Das Geld daraus könnte man ja auch
    Menschen geben die es nötig haben. Also Wohltätig.im weiten Sinne….
    Viele Grüsse von Illo.***

  9. Helmut Maier sagt:

    So leicht zu erschrecken? 😉
    Ich dachte, das wäre Geschmacksache.

    Liebe Grüße
    Helmut

  10. minibares sagt:

    Ein Zauergeldbeutel – au ja – gern!
    Echt nur 10 Euro por Stunde? Das ist ein bißchen wenig, wenn man die ausgegeben haben muss, um in der nächsten Stunde wieder 10 zu bekommen.
    Was zum Anziehen kaufen geht so gut wie gar nicht. Essen gehen erst recht nicht.
    Also 10 Euro, die reichen leider nicht.

    • der_emil sagt:

      Kommt darauf an. Wäre Dir mit einem, der morgens um 5 Uhr einen Hunderter hergeben würde und abends um 21.24 Uhr nochmal, besser gedient? Mußt Du aber immer zu genau dieser Uhrzeit herausnehmen und bis zum nächsten Segen auch ausgegeben haben …

  11. Gudrun sagt:

    Einfach abhauen! Das ist doch eher etwas für junge Leute. Trotzdem träume ich davon, mit dem Fahrrad, einer Isomatte und Wetterklamotten die Via Regia langzugurken (zumindest die Richtung). Einen Zaubergeldbeutel will ich nicht. Ich würde unterwegs jedem Kneiper erzählen, was ich da tue, fragen, ob ich die Küche putzen darf, ein Abenbrot abfassen und mich in den nächsten Heuhaufen packen. Bis Erfurt und zurück wollte ich so schon kommen.

    Gruß vom Spinner Gudrun

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