Walpurgisnacht klassisch (#122)

Weil es wenig bekannt ist

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Na, einige werden ja wie ich noch unterwegs sein, heute Nacht, an den Hexenfeuern zur Walpurgisnacht.

Die Walpurgisnacht am Himmel

Die Walpurgisnacht am Himmel


 

Wer kennt nicht die Blocksberg-Geschichte aus Johann Wolfgang von Goethes “Faust. Eine Tragödie. Zweyter Theil in fünf Acten.” Sie nimmt dort den ganzen zweiten Akt ein! Und taucht auch schon im ersten Teil auf, als Walpurgisnachts-Traum, wie gestern z.B. in Walpurgisnacht (❧ 121) zu lesen war (sehr ausführlich und gut).

Es ist ja auch eine schön gruselige Geschichte, daß sich die Hexen und ähnliches Gelichter am Vorabend des ersten Mai dort auf dem Brocken treffen. Aber das hat wohl der Johann Wolfgang erfunden. Wikipedia ist ziemlich korrekt und nennt zwar frühere Erwähnungen des Brauchtumes zur Walpurgisnacht, aber bis auf Beschreibungen eines Hexensabbats aus dem 15. und 16. Jahrhundert gibt es keine anderen Belege für diese besondere Begebenheit als den Faust.

Nein, die Walpurgisnacht hat auch nicht direkt mit dem keltischen Feiertag Bhealltainn (irische Schreibweise) oder Beltane zu tun, obwohl immer wieder Zusammenhänge konstruiert werden. Denn Walpurgis ist der Feiertag der Heiligen Walburga (Äbtissin aus England *710 †779) und wurde am 1. Mai gefeiert. Der Vorabend dieses Tages war und ist allerdings von vielen Volksbräuchen geprägt, unter anderem von den Maifeuern.

Nun, nach Goethe haben sich viele Künstler mit der Walpurgisnacht befaßt. Es gibt da zum Beispiel eine wundervolle weltliche Kantate des Felix Mendelssohn Bartholdy über eine Ballade Goethes …

Habt ihr 30 min Zeit? Dann könnt ihr sie hier anhören.


 Das gibt es gerade jetzt, da der Blog veröffentlicht wird, im RBB zu sehen!
 

 

Und zum Schluß noch eine wahre Begebenheit aus meinem Heimatdorf:

Zum Walpurgisfeuer verkleidete sich einer der Dorfhonoratioren als Hexe und rannte so, den kleineren Kindern einen Schreck einjagend, quer über den Sportplatz und immer um das aufgeschichtete Feuerchen herum. Als dieses dann angezündet wurde, nahm einer der zuvor erschreckten Knaben eine brennende Fackel und hielt diese der Hexe an die wehende Dederon-Schürze. Diese und also auch die Hexe ging sofort in Flammen auf, konnte aber von der anwesenden Freiwilligen Feuerwehr innerhalb von Sekunden wieder gelöscht werden.

Der Knabe meinte durchaus recht zu tun, werden doch am 30. April, zur Walpurgisnacht, die Hexen verbrannt.

 
 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 30. April 2012 war der fertige Schnitt – und das Walpurgisfeuer.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Walpurgisnacht klassisch (#122)

  1. Follygirl sagt:

    Hm… mein Besen mußte heute in der Ecke bleiben, da ich gleich los muß….

  2. minibares sagt:

    Die Musik ist gewaltig, genial.
    Danke dafür ♥
    Das mit dem Verbrennen der Hexe, au backe, das hätte auch anders ausgehen können. Gut,dass die Feuerwehr schnell aktiv werden konnte.
    Dir einen tollen 1. Mai

    • der_emil sagt:

      Mendelssohn-Bartholdy: Der verschwindet bei mir immer aus dem Fokus. Bach, Brahms, Mozart, Beethoven, Purcell, manchmal Händel und sogar Arnold Schönberg hör ich „öfter“.

      • nextkabinett sagt:

        Schön, dass Du Felix Mendelssohn-Bartholdy aufgegriffen hast. Ich hatte mich mehr auf die Hard Rock Fraktion kapriziert und dachte, jetzt auch noch Mendelssohn-Bartholdy, das wird vielleicht ein bischen zu viel des Guten. Aber so ist ja alles da … ich reblogge gleich mal …

        Nur kurz gesagt: Die Klassische Walpurgisnacht spielt nicht auf dem Blocksberg, sondern im antiken Griechenland auf den pharsalischen Feldern und den Flussläufen des Peneios und an den Felsbuchten des ägäischen Meers. Du sagst ganz richtig, dass im Walpurgisnachtstraum bereits die Klassische Walpurgisnacht angedeutet wird, so wird auch Goethes anstehende Italienische Reise angesprochen. Faust II steht unter dem Einfluss dieser Reise und vieles darin bezieht sich auf die griechische und römische Antike, so auch die Klassische Walpurgisnacht. Fürwahr wirkliche Weltliteratur.

  3. Dina sagt:

    Toll. Danke!
    🙂

  4. Herbstbaum sagt:

    Danke! Die Musik ist wirklich hörenswert.

  5. nextkabinett sagt:

    Reblogged this on Germanys next Kabinettsküche und kommentierte:
    Schön, dass Der Emil Felix Mendelssohn-Bartholdy aufgegriffen hat. Ich hatte mich ja mehr auf die Gothic & Hard Rock-Fraktion kapriziert und dachte, jetzt auch noch Mendelssohn-Bartholdy, das wird vielleicht ein bischen zu viel des Guten. Aber so ist ja nun alles da …

  6. M. sagt:

    Ich war heute Nacht auch als Hexe unterwegs, allerdings nicht mehr dem Besen, sondern dem Pflegewagen. Ich hätte aber locker 3 Hexen „stiften“ können. Ganz ehrlich, Emil. Ich habe viele alte Hexen und einige rennen sogar noch im Dedoronkittel umher….;-)

  7. Andrea sagt:

    Ich find diese Hexenfeuer nervig. In meiner dir ja bekannten Stadt sammelt sich im Tal der Qualm diverser Feuer, sodass man nachts die Fenster nicht mehr aufmachen kann. Es stinkt bis in die Morgenstunden hinein. Bei solchen Gelegenheiten wird sicher nicht nur Holz verbrannt, sondern auch diverse Abfälle. Ich hab von Leuten, die in diesem Jahr bei einem Hexenfeuer waren, was von Matratzen gehört. Ein Feuer pro Stadt würde reichen, denke ich. Und an einer Stelle, wo nicht alle was „davon haben“ …

    Hier noch ein Artikel dazu, den ich beim Suchen via Startpage (https://startpage.com/deu/?) gefunden habe: http://www.halleforum.de/nachrichten/aktuelles/31524/Feinstaub-Dicke-Luft-durch-Osterfeuer.html

    • der_emil sagt:

      Siehste, ich mag die Osterfeuer nicht. Gehören nicht in meinen Traditionskreis. Im Erzgebirge werden Walpurgisfeuer entfacht.

      Für die Genehmigung sind die jeweiligen Kommunen zuständig – wenn es also zu viel wird mit dem Qualm etc., dann hilft manchmal eine Beschwerde. Halle (Saale) jedenfalls läßt längst nicht mehr so viele Feuer zu wie noch vor sechs oder sieben Jahren. Und es gibt hier ziemlich enge Vorschriften für das, was da verbrannt werden darf.

      Den Halle-Forum-Artikel kenn ich, die Feinstaubbelastung der Stadt ist ja auch Grund für die Einrichtung der hiesigen Umweltzone gewesen. Nur: Der Feinstaub hier wird nur zu einem geringen Prozentsatz vom Verkehr verursacht …

  8. Sofasophia sagt:

    ich war ja letztes jahr total überrascht, als ich neu in deutschland lebte, dass da in der walpurgisnacht überall den leuten im garten oder so streiche gespielt werden. das kennt man bei uns in der schweiz nicht. oder ich jedenfalls nicht. 🙂

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