Was mich beim Warten und Suchen bewegt und ereilt.
Ungezähmter Sturm
Eingeschlossen in Träumen
Spiralen ins Nichts
Mit geschlossenen Augen
Tanz des fallenden Blattes
Ich hab sie nicht gezählt, die Versuche, einen Text für dieses Blog zu schreiben. In den letzten Tagen kamen wieder viele dazu: einige Versuche, die ich nach drei Sätzen abbrach, und einige, die ich beim Abtippen dann für … naja, mit diesem Neeee-So-geht-das-nicht-Blick betrachtete und nicht veröffentlichte.
Uff. Das muß ich mir jetzt genauer ansehen.
Im Moment bin ich mit meinem Leben ganz zufrieden, es geht mir sogar gut mit vielem, was hier passiert. Ich komme mir nicht so zerfasert vor wie so oft schon, bin recht sicher auf das Schöne fokussiert, das abseits vom Netz passiert. Tatsächlich. Und doch schaffe ich es nicht, über den Fokus zu schreiben und über das, was ihn bringt, über das, worauf er liegt. Jedenfalls nicht in irgendeinem Blog. Da scheint etwas noch reifen zu müssen … Aber ich bin doch nicht der, der wie bei einem Roman erst alles planen und konstruieren muß, ehe ich es aufschreiben kann? Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, daß mich das trotz meiner allgemeinen Zufriedenheit unzufrieden macht.
Und so warte ich. Warte auf die Idee zu einer Geschichte, die ich herzeigen muß und kann. Warte darauf, daß aus der Idee Worte werden, die sich zu einem Ganzen fügen. Zu einem Ganzen, das nicht banal bleibt. Bis das geschieht, schreibe ich weiter ungezählte Worte auf Papier, mit Stahlfeder und Tinte. Die Füllfederhalter im Glas schauen zu, aber zur Zeit habe ich fast keine Verwendung für sie. Sollte ich mich zwingen, den einen oder anderen von ihnen zur Hand zu nehmen und damit die herausfließenden Gedanken dauerhaft sichtbar zu machen? Vielleicht heute am Abend? Oder unterwegs, in Bus und Bahn und Funkenkutsche, wo dann doch immer ein Füllfederhalter für das Verfertigen von Notizen genutzt wird …
Ich warte. Ich warte wie die Schlange, vor der das Kaninchen sitzt, auf den nächsten Schritt, auf die nächste Störung des Gleichgewichtes, der Routinen, der Gewohnheiten, auf das Erwachen aus einer Erstarrung oder Erschlaffung, auf das – erneute? – Durchbrechen der alltäglichen Realitäten und Ängste. Ich warte nicht untätig, nur ist nirgends zu sehen, was ich unternehme und anstelle, welche Verrenkungen ich mir abfordere, um den Zustand zu verändern. So bleiben auch die Versuche, die Anläufe, die Abbrüche und das „Scheitern” ungezählt.
Ein heftiges Kuddelmuddel, ein wirres Durcheinander, ein Chaos, ein Tohuwabohu. Bei manchen ist es Wohn- und Lebensstil, doch im Moment habe ich eine tiefe Sehnsucht nach geordneteren Verhältnissen.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

