Ich hab mich das sehr oft gefragt.
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Wenn ich so durch meine Kladde blättere, dann finde ich im Jahre 2024 ziemlich oft „Was-wäre-wenn”-Szenen. Zumeist in der Form mit „wenn-nicht”, also: Was wäre, wenn das nicht oder Was wäre, wenn ich nicht oder Was wäre, wenn die (Mehrzahl) nicht. Ich habe nicht darauf geachtet, ob das in realen Notizen öfter vorkam als in fiktiven oder umgekehrt. Aber die Häufigkeit insgesamt hat mich überrascht. Dabei geschieht jedoch das Katastrophisieren nicht mehr, fast nicht mehr, und es zeigt sich eher eine Vorbereitung auf mehrere mögliche Verläufe, Fortsetzungen, Reaktionen.
Gut, ich kann also sagen, daß ich micht nicht mehr so oft in hypothetischen Konstrukten des „Was-wäre-wenn”-Typs verheddere oder verliere. Eine unangenehmere Variante ist nicht mehr – wie früher üblich – immer die wahrscheinlichere, ungünstige Bedingungen herrschen nicht automatisch nur wegen meiner Existenz. Während früher solche Eventualitäten immer auch zu Angst führten, Hemmschwellen ins Unermeßliche wachsen ließen, dafür sorgten, daß ich mich schämte, sind sie heute Bestandteile eines drurchaus lustvollen Herumspielens mit und in meinen Realitäten. Ja, richtig gelesen: Realitäten – ich habe mehrere davon; ihr doch auch, oder? Jedenflalls habe ich mit mehreren Realitäten auch mehr Eventualitäten.
Aus der Frage „Was wäre, wenn …” ergab sich nur noch ganz, ganz selten (ein einziges Mal im ganzen Jahr bisher) ein Zögern, ein Vermeiden – und das ist etwas, das ich als Erfolg verbuche für 2024.
Erinnerung des Tages:
Einmal im Jahr hatte der Bäcker, einer unserer Nachbarn, seine Backstube montags für Kundschaft geöffnet: Nur am Montag nach dem Totensonntag wurden (ausschließlich) die Weihnachts- und Christstollen nach Kundenrezept zusammengerührt und gebacken.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 28. Dezenber 2024 mit mit meiner Pünktlichkeit, mit Bock-Bäcker-Stollen zum Kaffee am Nachmittag, mit Knoblauchbrühwurst am Abend.
© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

