Bittbrief eines kleinen Jungen.
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Das ist der 14. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstützung benötigen, und allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für Menschen und Tiere, die Hoffnung und Trost brauchen.
Ich gestehe, ich habe mein zehn Jahre altes Nikolausgedicht mit Begleittext von 2013 „ausgegraben” und wiederhole mich hier; die Audiodatei allerdings gibt es nur im alten Beitrag zu hören.
Vor langer, langer Zeit begab es sich, daß ein kleiner Bub dem Nikolaus einen gereimten Brief schrieb. Weil der Vater nicht mehr da war und die Mutter als alleinerziehende EHB auch nicht gerade üppig Geld ausgeben konnte, war es in jenem Winter sehr früh sehr kalt geworden. Wie überhaupt die Kälte in jenem Land Bananistan ständig weiter zunahm. Doch der Junge setzte große, kindliche Hoffnungen in den Heiligen:
Lieber Sankt Nikolaus, für diese Nacht
hab' ich mir etwas ausgedacht
(glaub trotzdem mir: ich bin kein Schlingel):
Behalte Äpfel, Nüsse, Kringel!
Weil uns was andres besser nutzt,
hab' ich die Stiefel nicht geputzt.
In Mutters Küche ist es kalt,
weil uns der Herr nicht mehr im Wald
Holz sammeln läßt für unsern Herd!
Ein Ast ist jetzt 'nen Groschen wert!
Das sagt der Herr und jagt uns fort,
dabei liegen soooo viel Äste dort …
Ich wünsch' Dir was, Sankt Nikolaus:
Kommst Du heut' Nacht in unser Haus,
so sollen alle Sterne funkeln!
Sonst stolperst Du vielleicht im Dunkeln?
(Das Licht ist nämlich abgestellt.
Auch dafür hatte Muttsch kein Geld.)
Nur, Nikolaus, nun mache wahr,
was mir die Mutter jedes Jahr
zu Deinem Tag, zu Deiner Nacht
von Neuem wieder beigebracht:
«Sind schmutzig Stiefelschaft und Sohle,
so bringt der Nikolaus nur Kohle!»
Sankt Nikolaus, ich bitte Dich:
In diesem Jahr bestrafe mich!
Weil's mich und Mutter so sehr friert,
hab ich die Schuh' mit Schlamm beschmiert.
Sankt Nikolaus, jetzt sei so nett:
Füll' uns're Stiefel mit Brikett!
Es dankt Dir ganz herzlich
Dein Emil.
Huch, gleich zwei „Nikolausgedichte” nacheinander. Warum denn nicht?
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.
Am 5. Dezember 2023 war ich zufrieden mit dem Mut zur Wiederholung, mit einem reparierten Schwibbogen, mit der laufenden Pyramide.
© 2013 & © 2023 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Dein Gedicht berührt mich sehr, denn genau so hat meine Mutter von ihrer Kindheit erzählt. Meine Kindheit war schön und ich hatte die Hoffnung, dass es für alle Kinder so werden kann. Ich habe mich geirrt.
Ja, so hab ich’s von alten Leuten auch gehört.
Und: So sehr viel hat sich seitdem wieder genau dahin entwickelt …
Ich kann mich Gudruns Worten nur von Herzen anschließen. Zutiefst berührend!
Vielen Dank, dieses Gedicht ist besonders … Ich habe es auch nachgehört.
Liebe Grüße!
Danke.
(Damals fand ich mein Eingesprochenes gut. Heute, zehn Jahre später, ist es für mich zumindest zweifelhaft.
Oh nein, ich finde es gut so.