Die Ausbeute von gestern (nicht vollständig, nein).
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Wie so oft war ich gestern ziellos in der Stadt unterwegs: Ich mußte nichts besorgen, besuchen oder sonst einer Verpflichtung nachkommen. Ich hatte nichts anderes vor als Menschen zu beobachten und Stoff zu sammeln. Stoff für Geschichtchen, für weitere Texte hier oder woanders. Das ist – wie sollte es anders sein – einmal mehr, ein andermal weniger ergiebig; aber immer findet sich wenigstens eine Sache, die ich mir aufschreibe.
Gestern war es unter anderem eine Begegnung an einem Öffentlichen Bücherregal, bei der ich auf meine Nachfrage hin die für Rollstuhlfahrer unsichtbaren und unerreichbaren Bücher aus den beiden oberen Fächern nach und nach zum Ansehen nach unten holte. Und da war ein Satz, den ich in einer Straßenbahn hörte von schräg hinter mir: „Ich nehme mir nachher noch mindestens 30 Minuten Zeit, um im Regen spazierenzugehen.” Ja, hier regnete es gestern öfter. Außerdem bemerkte ich, daß eine Tankstelle auch für Fußgänger wie mich im Fall der Fälle sozusagen Rettung in höchster Not bietet.
Aber fragt mich bitte nicht, nach welchen Kriterien ich entscheide, was ich interessant, aufschreibenswert finde und was nicht. Das geschieht nicht vom Verstand her, nicht rational. Das kommt wirklich aus dem Bauch heraus. Und so manches Notierte wird später verworfen (d. h. einfach nicht genutzt).
Ein wenig … Ich finde nicht das richtige Wort, es ist etwas zwischen traurig, unzufrieden, enttäuscht, aber keines von den dreien paßt richtig. Jedenfalls habe ich noch immer überall die Kamera dabei, aber ich fotografiere nur noch äußerst selten. Ich brauche kein Bild mehr, um mich an die Besonderheiten zu erinnern. Vielleicht … Glaube ich. Rede ich mir ein. Meine Notizen reichen mir aus; ich kann aus einem Satz (im Kopf zumindest) ausschweifende Geschichten machen. Und beim Aufschreiben verkürze, verschlanke, verdichte ich die wieder. Ich finde Pointen und lasse sie am Ende weg, um das Ganze mit einem schwebenden Abschluß zu versehen.
Ich bin neugierig, was irgendwann aus den Notizen von gestern werden wird.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 2. August 2023 war ich zufrieden mit Couscous mit Möhrchen und Erbsen, mit dem Zuhausebleiben, mit weiteren beiseitegelegten Büchern.
© 2023 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


@deremil Mit offenen Augen durch sein Umfeld gehen, Dinge mit allen Sinnen aufnehmen, ist so bereichernd.
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