Mit kalten Fingern mühevoll erledigt.
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Heute früh hatte ich etwas zu tun, das ich seit Jahren nicht mehr tun mußte. Um halb Acht begann ich bei -6 °C, ein Auto von Schnee und Eis zu befreien. Zum Glück lag das richtige Werkzeug dafür drin: eine Besen-Eiskratzer-Kombination mit Teleskopstiel. Das war bei diesem Pkw der Kategorie „Hundefänger” (neuerer Bauart, also hoch und mit riesiger Frontscheibe) sehr notwendig. Trotzdem mußte ich auch noch mit Scheibenenteiser ran. Und all das mit eiskalten Händen, die sich im Sommer an knapp 40 °C gewöhnt hatten und die sich mit dieser Kälte nicht schnell genug anfreunden konnten! Nach dreißig Minuten war ich mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden.
Auch der Riegel des Hoftores war eingefroren und ließ sich zunächst nicht bewegen. Den taute ich mit meinem Feuerzeug auf.
Hier auf dem Dorf sind es zum nächsten Bäcker mittlerweile zweieinhalb Kilometer. Der in nächster Nähe hat zur Zeit nämlich krankheitsbedingt geschlossen. Aber Brot und Semmeln mußten heute gekauft werden. Und weil ich noch mehr besorgen sollte (Wasser und andere Getränke), nahm ich das Auto für den Weg. Brrrrrr, auch das Lenkrad war kalt. Aber ich hatte freie Sicht nach allen Seiten, weil ich eben lange und gründlich genug gekehrt und gekratzt hatte.
Erstaunt war ich über den Frost. Klar, als es gestern nach einem nebeligen Tag zu schneien begann und als der Schnee dann sogar noch liegenblieb (ich sah um Mitternacht das letzte Mal nach draußen), da freute ich mich sehr. Und die ersten Blicke zum Fenster hinaus heute morgen, mit einer Tasse Kaffe in der Hand: Hach, wie schön. Das ist die Winterlandschaft meiner Kinderzeit gewesen, die ich da sah. Nur nachher, beim Autokratzen, da war es verdammt kalt an den Händen ohne Handschuh'. Es stimmt wohl doch, daß man nicht alles Gute auf enmal haben kann. Das beste Mittel gegen kalte Hände ist noch immer das Formen von Schneebällen, habe ich festgestellt … Zuerst beißt die Kälte heftig, aber dann kehrt mit diesem nagelnden Gefühl das Blut und mit dem die Wärme zurück in die Finger, das ist unangenehm angenehm, stimmt's?
Noch immer gehe ich bei diesen Temperaturen in Pantoffeln (ohne Socken) und normalem T-Shirt zum rauchen nach draußen. In den paar Minuten macht mir die Temperatur nichts aus. Aber heute früh, sozusagen zwei Stunden vorm normalen Aufstehen …
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 19.11.2022 die verschneite Landschaft, einen guttuenden Mittagsschlaf, die vom Feuer im Ofen erzeugt Wärme.
Für morgen zog ich die Tageskarte Drei der Münzen.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

