Nº 093 (2022) – Schwarz

Von oben bis unten und von hinten bis vorn.

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Es ist kein Geheimnis, daß ich dem Schwarz „verfallen” bin. Einzig schwarze Kla­mot­ten, schwarze Tinte, fast ausschließlich schwarze Musik. Nur Schwarz­fah­ren oder Schwarzarbeit scheue ich wie der Teufel das Weihwasser. Dabei war ich früher sogar jemand, der knallrote Hemden, Hawaiihemden und viel anderes buntes Zeug trug. Eine zeitlang nutze ich nur grüne Tinte bzw. Stifte. Lange her.

Ich weiß noch bzw. wieder, wann ich zum Schwarz konvertiert bin. Das war in der Zeit von August 2006 bis Ende 2007 (ich schrieb ja, daß ich in meinen alten Kladden las). Es dauerte eine ganze Weile, ehe ich genügend schwarze Bekleidung hatte. Parallel dazu änderte sich auch mein Musikgeschmack – er erweiterte sich eigentlich nur. Denn ab da waren Gothic und Gruftimugge, EBM und sogar Dubstep (den es hierzulande damals erst in Anfängen gab) und Drum and Base die bevorzugten Stile, während vorher Folk und Country Music sowie – das war tatsächlich so – Deutscher Schlager vorherrschten. Ich ging in Grufti-Diskos, zu Gothic Parties, veranstaltete als Mitglied eines Vereins sogar welche mit. Nur zum WGT zu Pfingsten in Leipzig kam ich noch nie so richtig, dabei ist das ja sozusagen gleich um die Ecke.

Noch immer habe ich nichtschwarze Kleidung im Schrank. Manchmal mache ich mir den Spaß und kleide mich bunt. Das führt dazu, daß mich Menschen nicht erkennen. Ich bin eben der, der immer schwarz aussieht. Ohne schwarzes Kopftuch? Huch, wer ist denn das da drüben? Er kommt mir irgendwie bekannt vor … Aber dann gewinnt die Gewohnheit wieder die Oberhand. Neee, das ist er nicht. Ich gestehe, daß ich mich dann auch immer verkleidet fühle, wenn ich mein Schwarz nicht trage. Wundert es jemanden, daß auch meine Gewan­dung, mein Habit als Marktmönch dem der Franziskaner-Minoriten (schwarz mit einfa­chem Strick – Zingulum – als Gürtel) ähnelt?

Ach, es gibt noch etwas, das ich in schwarz nicht mag: Schwarzsehen. Das versuche ich täglich zu vermeiden.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Gut fand ich am 03.04.2022 das erste Aufwachen um sechs Uhr mit Rauhreif im Bart und auf dem Schlafsack, die mir von Kindern (und ihren Eltern, nachdem ich den Kindern ihre Wunderbarkeit bewies) geschenkten Quarkbällchen, das gelungene Abbauen und die anschließende Heimfahrt.
 
Für morgen zog ich die Tageskarte Ritter der Münzen.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Kommentare zu Nº 093 (2022) – Schwarz

  1. Der Emil sagt:

    Ja, ich kam leider erst weit nach der Veröffentlichung des Beitrages dazu, die guten Dinge zu ergänzen. Aber jetzt könnt ihr sie ja lesen …

  2. Sonja sagt:

    „Gruftimugge“ und „Rauhreif im Bart“ – wunderbar anregend für nächste Gedanken.

    • Der Emil sagt:

      Lacrimosa. L’ Âme Immortelle. Nightwish (NUR mit Tarja Turunen). Untoten. U. v. m.

      Und in der Nacht war wirklich Frost. Im Schlafsack habe ich tatsächlich nicht gefroren, es war nichteinmal kühl …

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