Was ich daraus zusammenstümperte.
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Daß er involviert werden würde in diese Sache, das paßte ihm überhaupt nicht. Er wäre lieber zugewandt, aber professionell distanziert, das könnte ihm niemand als Verweigerung jeglicher Mithilfe auslegen. So aber muß er auch noch das Geplapper ertragen, während er sich nach einer Fluchtmöglichkeit suchend umsieht. Er ist nämlich niemand von den Schmierfinken, die nach Gerüchten dürstend sich überall hineinziehen lassen. So bedürftig nach Aufmerksamkeit war er noch nie, weder in der Redaktion der Zeitung, noch nach der der Leser. Er hat schließlich das Handwerk guten Journalismus' noch gelernt, sogar verinnerlicht. Dieses Gebettle nach Geld, nach Mit- und Zuarbeit, das ihm hier entgegentönt, ist ihm zuwider, einfach arg zuwider.
Plötzlich fällt ihm das eisige Schweigen auf, das jetzt den Raum beherrscht. So angestarrt zu werden. So im Mittelpunkt zu stehen. So ablehnende und doch erwartungsvoll sabbernde Gesichter. Dabei wollte er nur ein paar wenige Worte der Witwe für den Nachruf auf den teuren Verstorbenen, ihren Mann, den Ortsvorsteher eines Nachbardorfes, von ihr haben. Jetzt aber soll er in seiner Zeitung diesen sogenannten Hilferuf der armen, armen Witwe drucken lassen. Nun gut, er wird es tun, aber nicht unkommentiert. Für die Folgen kann man ihn dann ja nicht verantwortlich machen.
Spontan notierte Wortliste in einem Text verklöppelt: involviert, distanziert, zugewandt, bedürftig, suchend, dürstend, Verweigerung, Geplapper, Schweigen, Ortsvorsteher, Handwerk, Leser
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 10.05.2019 waren positiv eine getroffene Entscheidung, eine gelungene Übung, der Buchfink.
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Kelche.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Well done!
… lässt mich an die abc-etüden denken, die auf manchen Blogs die Runde machen.
Vielen Dank.
Ja, so ähnlich. Für mich war/ist das ein Schreiben, das ich so nicht kenne, nicht praktiziere im Normalfall, da warte ich, bis es fließt. Hier mußte ich „zuviel denken“, mindestens aber mehr denken als üblich. War ’ne nette Übung, die ich sicher wiederholen werde.