Ich erlebe es wie Erwin Strittmatter.
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Bücher
In den Regalen meiner Arbeitsstube stehen viele Bücher. In manche sehe ich hinein, finde, daß sie mir nichts zu sagen haben, klappe sie zu und vergesse sie.
In anderen Büchern finde ich hie und da eine Wahrheit und ab und zu eine Bestätigung eigener Gedanken. Manchmal gefallen mir an ihnen nur der Inhalt einer einzigen Seite oder einige besonders geglückte Formulierungen. Nach Jahren nehme ich sie wieder zur Hand, um das, was mir an ihnen gefiel, zu lesen.
Dann gibt's Bücher, die zunächst wie Fremdlinge in meiner Stube stehen. Aber eines Tages machen sie sich bemerkbar. Bin ich in ihre geistige Nähe gekommen?
Ich schlage sie auf, lese sie in einem Zuge und lese sie nach Wochen schon wieder. Viele von ihnen sind alt und aus vergangenen Zeiten herübergekommen, und doch verjüngen sie mich und sind mir behilflich, meine Zeit zu verstehen. Die verjüngende Kraft, die ihnen innewohnt, heißt Poesie.
Aus Erwin Strittmatter: Damals auf der Farm. S. 79
Alle Rechte gehören dem Aufbau-Verlag Berlin und Weimar.
Reclams Universal-Bibliothek Band 583, 2. Auflage
Printed in the German Democratic Republic 1977
Lizenz Nr. 363. 340/19/77; LSV 7001 — Vbg. 17,8
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 25.02.2018 waren Gelesenes, leckerer Eintopf, eine geflickte Jacke.
Die Tageskarte für morgen ist die Neun der Stäbe.


Was für ein geniales Zitat. Genauso gehts mir auch mich meinen Büchern.
Ich gestehe: Es ist das komplette Stücklein Text, das er „Bücher“nannte.
Hast Du schon etwas von Erwin Stritmatter gelesen?
‚Der Laden‘ und das ist ein wahrer Schinken.
Nun ja, auch der hat seine guten Seiten. Aber der „Kramkalender“ ist sehr zu empfehlen.
Oh, achso. Äh, nein. Bisher kannte ich weder den Namen noch Texte von ihm.
Viel Spaß beim lesen. Kann ich ja auch machen. Habe erst Freitag wieder Schicht 🙂
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Verjüngt hat mich meinst Henry Miller mit einem der Wendekreis-Bücher 🙂