Was dieser Tag ist.
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Sonnabend ist, wenn ich drei Stunden länger schlafe als vorgesehen und erst kurz nach zwölf Uhr die Augen wirklich öffne.
Sonnabend ist zur Hälfte der Tag nach der Livesendung im Radio.
Sonnabend ist, wenn der Kaffee duftet und getoastetes Roggenbrot mit zerfließender Butter und Honig der Gipfel des Genusses ist.
Sonnabend ist, wenn der allergrößte Topf im Haushalt (etwa 8 l) für den zu kochenden Eintopf fast zu klein ist; und doch gelingt es und wird mich drei Tage lang sattmachen.
Sonnabend ist, wenn ich angezogen, wirklich warm angezogen in der Wohnung sitze, zwei Fenster sperrangelweit offen sind und das Bettzeug halb hinaushängend im neunten Stock auf dem Fenster in der Sonne liegt bei Minusgraden.
Sonnabend ist, wenn beim Discounter die Frau vor mir überlegt, ob sie Reis oder Öl im Laden lassen soll, weil ihr knapp ein Euro am Gesamtbetrag fehlt, und ich nur um Sekundenbruchteile schneller bin als der Herr von der Nebenkasse beim Verschenken eines Euros (ich sehe sie öfter dort und schenke ihr auch immer meine Sammelpunktemarken).
Sonnabend ist, wenn Viertel-Vor-ler Samstag sagen.
Sonnabend ist, wenn ich all das, was ich mir vorgenommen habe, als “nur vielleicht zu erledigen” betrachten kann.
Sonnabend ist Seelebaumelnlassen, Armehängenlassen, liegen und dösen, wann ich will.
Sonnabend ist, wenn ich mit meinem Vater telefoniere und mit meiner Mutter und ich mal wieder erfahre, wer aus der Verwand- und Bekanntschaft nicht mehr unter den Lebenden weilt.
Sonnabend ist, wenn das Vermissen groß ist …
Aber sonst ist am Sonnabend alles wie jeden Tag.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 24.02.2018 waren Ausschlafen, Kochen, Kälte u. v. m.
Die Tageskarte für morgen ist XV – Der Teufel.
© 2018 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Sonnabend ist manchmal ein Scheißtag und manchmal der schönste in der Woche …
Einen schönen Restsamstag wünsche ich von der anderen Seite des Äquators 🙂
Und bist Du auch Viertel-Vor-lerin?
Nein, ich bin Drei-Viertlerin 🙂
Das macht Dich noch viiiiiiiiiieeeeeeel sympathischer 😉
Ohhhhhhhhhhhh 🙂
Dann bin ich es nicht – denn ich verstehe dieses Viertel Acht nicht …
Nur weil Du Viertel-Vor-lerin bist? Ach, das weißt Du besser, viel besser.
(Und das mit der Uhrzeitgrenze ist bei mir/für mich ein running gag …)
Einen schönen restlichen Vielleicht-Erledigungs-Sams-Tag wünscht eine weitere Dreiviertlerin …
Vielleicht mag ich den Sams-Tag nicht nur nicht, weil ich mit Sonnabend (beinahe ausschließlich) aufwuchs, sondern auch wegen des seltsamen Wesens dieses Namens, das ich als Kind nicht kannte …
Aber irgendwie isser doch liebenswert, der Sams, oder? 😉
Ich kenn das Tier noch immer nicht …
Traust du dich samstags auch eher nichts zu tun als wochentags?
Klingt gut, dein Tag. Ich hoffe, dir gehts besser.
Ich trau mich, sonnabends wie wochentags faul zu sein. Da ist kein Unterschied; und doch „gehört“ es eher zum Sonnabend.
Soweit bin ich noch nicht. Bei mir gehörts (mit guten Gefühl & ohne schlechtes Gewissen) tagsüber nur zu Sonntagen. Ich arbeite dran. Wobei es eigentlich mit dem Wort „faul“ negativ konnotiert ist. Es müsste eher Mußezeit heißen oder Erholung oder Ruhe oder …
Schau gut zu dir!
Jaja, faul ist schlecht …
Für mich nicht mehr. Basta.
Dein Sonnabend liest sich so heimelig schön. Wenn ich bedenke was ich jeden Samstag mache ist es ja fast wie ein Arbeitstag.
Ein Herr, der es geschafft hat, mit einem pupsnormalen Samstag umzugehen. Eigenwillig, mit dennoch diesen Sehnsüchten!
„… mit dennoch diesen Sehnsüchten“: Welche sind es denn, über die Du sinnierst?
Hauptsächlich, denke ich, solche nach liebenden Berührungen, nach gemeinsamen Badesessiones, verträumten Gesprächen beim Gulaschessen- sowas eben. Liege ich da richtig?
In etwa. Die größte ist wohl die nach Nähe, gleich gefolgt von der nach Gulasch 😉
Sonnabende fühlen sich auf jeden Fall besser als Sonntage.
Hm, wirklich? Ist der Montag der Unterschied?