Dunstkreis der Wahrheit (2017: 025)

Aber Gnade?

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Draußen vor den Fenstern ist oder wird es nebelig. Diesiger Dunst macht sich vor der Morgendämmerung breit. Das Licht der Straßenlaternen wird aufgebläht zu gespenstisch schimmernden Sphären, in denen sich manchmal verwunschene, verwaschene Strukturen zu bilden scheinen. Vielleicht ist es aber auch nur sein Hirn, das in seiner Angst vor Amorphismus etwas Figürliches, sonderbare sich bewegende Formen hineindenken muß. Warum hat er solche Angst vor Formlosigkeit?

Sein Leben war lange Zeit … nicht formlos, aber diffus genug; die Erinnerungen daran sind jedenfalls zu unscharf, zu unklar, nicht zu fassen, nicht festzuhalten – wie der Dunst da draußen. Jeden Tag gibt er sich Mühe, ein wenig mehr Licht in das zu bringen, was seine Vergangenheit gewesen, sein Leben war und ist. Es gelingt ihm nur zu einem sehr kleinen Teil. Und das, an was er sich erinnert, treibt ihm oft Tränen in die Augen und läßt die Welt da draußen verschwimmen.

Es bleibt die Frage, ob das Vergessen gnädig ist.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 25.01.2017 waren die neue Klingelanlage, ein eingelöstes Versprechen, ruhige Arbeit zur unvorhergesehenen Abendschicht.
 
Die Tageskarte für morgen ist die XXI – die Welt.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Dunstkreis der Wahrheit (2017: 025)

  1. puzzleblume sagt:

    Ich denke, wenn man sich um das Vergessene Sorgen macht, steht die Gnadenhaftigkeit des Vergessens als Option gar nicht zur Verfügung, weil man eben an diesen Phantomschmerzen dessen leidet, auf das man sich nicht besinnen kann.

  2. sehr beeindruckend!

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