Poetisch. Todessehnsüchtig? Endeahnend?
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Gestern, zum Abschluß des Buchfinks, vor dem “A Nation Once Again” von The Dubliners, las ich dieses Gedicht:
Ich hab am lichten Tag geschlafen …
Klabund
Ich hab am lichten Tag geschlafen.
Es weint das Kind. Es blökt das Rind.
In meinem Weidenbaume trafen
Sich Leiseklug und Lockenlind.
Kaum weiß ich noch, warum ich lebe.
Vereist mein Blick. Mein Blut verstürmt.
Wenn ich die Brust im Atem hebe,
Sind Felsen über sie getürmt.
Die Schwester auch am Nebelhafen,
Sie bietet süße Brust dem Wind.
Vor klingender Taverne trafen
Sie Leiseklug und Lockenlind.
Den Sternen, die am Himmel pochten,
Warf Köcher ich und Becher hin.
Ich bin mit Mohn und Tod verflochten
Und weiß nicht mehr, ob ich noch bin.
Klabund: Die Harfenjule.
© Eulenspiegel Verlag, Berlin 1989. ISBN 3-359-00088-9
Melancholisch; ich stell‘ es mir viel leiser, mit schleppender Intonation vor. Ersterbend fast, und aushauchend zuversichtlich.
Ja.
Morgen ist übrigens Nationalfeiertag in Irland: Saint Patrick’s Day. Slainte!
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 15. März 2013 war der funktionierende Hybrid (das ist das Gerät, mit dem Anrufe auf den Sender geschaltet werden).
© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Schön. Und übermorgen ist St. Patrick’s Day, immer am 17. März.
Irgendwie bin ich aus der Zeit gerutscht … Heute ist erst der 16. Habs korrigiert.
…und zum Glück war es eine klare, schöne Stimme am Telefon, mit dem herrlichen Rilke-Gedicht von der blauen Hortensie- und nicht so ein Herr Selbstdarsteller wie am Frauentag….
Auch Du wieder professioneller denn je…Schön war das, die Christa-Wolf-Blau-Geschichte: Herrlich!
Gruß von Sonja
Oh danke sehr! (Ich weiß immer nicht, ob meine Art der Vorlesens dem Text gerecht wird. Bei Klabund hatte ich meine Zweifel, bei Wolf auch.)
wie gut, dass heute, heute ist, gestern wäre ich in Tränen bei diesem Gedicht ausgebrochen, heute ist heute, über Nacht wurde es wieder heller …
ein feines Gedicht, wenn auch ein sehr trauriges – danke dir, lieber Emil!
good day, good way
herzlichst Ulli
Melancholisch – das ist es in der Tat. Aber auf eine Weise, die ich mag – vielleicht auch nur deshalb, weil es mich gerade nicht mit in die Tiefe reißt. (Manchmal nervt’s mich selbst, dass es auf meine Gefühlslage ankommt, wie ich Sachen finde – das ist wohl ganz normal, aber doch erschreckend, findest du nicht?). Danke fürs Teilen.
Erschreckend find ich das nicht, eher notwendig, Ohne gäbe es doch kaum Mitgefühl … viel weniger Berührung …
Es kommt auf jeden Fall auf die Gefühlslage an, wie man etwas findet. Ich empfinde das Gedicht heute als sehr traurig.
LG Gabi
ja, diese art melancholie, die ich sehr mag … danke fürs zitieren!