Geschichte – Fabel – Metapher?
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Seit einigen Jahren schon kenne ich eine Geschichte, die sich um Gerüchte rankt. Wenn ich nachdenke, dann kenne ich sie sogar in mehreren Versionen: mit den Federn; mit Samen, die ein Jahr später einschließlich allen weiteren Früchte zurückgebracht werden sollen; mal heißt der Nachbar “Künzelman”, mal “Grünberg”, mal hat er keinen Namen usw. usf.
Weil ich aber wissen wollte, wie sie wirklich lautet und woher sie kommt, habe ich gesucht. Und viele Varianten auch gefunden. Doch überall ist der Verfasser unbekannt …
Gerüchte sind wie Federn
Ein Mann hatte über seinen Nachbarn schlecht geredet. Der hatte von den Gerüchten gehört und stellte ihn zur Rede. “Ich werde es bestimmt nicht wieder tun,” versprach der Mann. “Ich nehme alles zurück, was ich über dich erzählt habe.” Der Nachbar schaute sein Gegenüber ernst an. “Ich habe keinen Grund, dir nicht zu verzeihen,” erwiderte er. “Jedoch verlangt deine Tat eine Wiedergutmachung.“
“Ich bin gerne zu allem bereit,” sagte der Mann zerknirscht. Der Nachbar erhob sich, ging in sein Schlafzimmer und kam mit einem großen Kopfkissen zurück. “Trag dieses Kissen bis zu dem Haus, das hundert Schritte von meinem entfernt steht,” sagte er. “Dann schneide ein Loch in das Kissen und komme wieder zurück, indem du unterwegs immer eine Feder nach rechts und eine Feder nach links wirfst. Das ist der erste Teil der Wiedergutmachung.” Der Mann tat, wie ihm geheißen. Als er wieder vor dem Nachbarn stand und ihm die leere Kissenhülle überreichte, fragte er: “Und was ist der zweite Teil der Wiedergutmachung?”
“Gehe jetzt den Weg zum Haus zurück und sammle alle Federn wieder ein.”
Der Mann stammelte verwirrt: “Ich kann doch unmöglich all die Federn wieder einsammeln! Ich habe sie wahllos verstreut, mal eine hierhin, mal eine dorthin. Inzwischen hat der Wind sie in alle Himmelsrichtungen getragen. Wie könnte ich sie jemals alle wieder einfangen?”
Der Nachbar nickte ernst. “Das wollte ich hören! Genauso ist es mit der Nachrede und der Verleumdung. Einmal ausgestreut, fliegen sie durch alle Winde, wir wissen nicht, wohin. Und man kann sie nicht wieder zurückholen.”
(Verfasser unbekannt)
Ja, ich weiß wirklich nicht, woher diese Geschichte kommt. Aber ich finde sie sehr lehrreich, mitteilenswert.
Und weil ich nicht um den Urheber weiß, lasse ich heute auch die Creative-Commons-Lizenz weg.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 15. Februar 2013 waren Stephan Zweig, Anna Seghers, Hanns Fallada, Heiner Müller, Eva Strittmatter und Helge Timmerberg in einer Sendung sowie ein leckerer Kuchen.
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Mir fallen spontan sehr viele Menschen ein, die sich das mal zu Herzen nehmen sollten…
Deine Gerüchte-Geschichte gefällt mir so gut, dass ich sie anders wo verbreite.
Danke dir.
Mir fallen da auch so viele Menschen ein, die mehr über andere wissen,
als diese Person selber!
Danke, lieber Emil.
Ich kannte diese Geschichte nicht. Sie gefällt mir aber und man sollte erst mal nachdenken, bevor man etwas über andere weiter erzählt.
lg Gabi