Peinliches Versagen (#316)

Und das ausgerechnet mir!

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Gestern wollte ich meiner Leseliste/Buchliste noch zwei Titel hinzufügen. Kein Problem: KWrite öffnen, Datei öffnen, zum anderen Fenster wechseln (ReKonq, der Browser), Text markieren. Strg – c kopiert. Zurück zu KWrite, Strg – Ende (damit ich ans Ende der Datei schreibe), Strg – v zum Einfügen, Strg – s speichert die Datei und mit Strg – q schließt sich das Programm KWrite.

Das geht ganz automatisch und schnell, und das geht auch sehr schnell und automatisch und ohne hinzuschauen, wenn ich nebenbei von meinen Vögeln “geärgert” werde, die ein mörderisches Schimpfkonzert veranstalteten.

Gut eine Stunde später wiederholte sich der Vorgang: KWrite, Strg – o und “leselist.text” auswählen, öffnen.

Auf dem Bildschirm erscheint: Kein Text. Die Datei enthält ein einzelnes, großes “V”. Heilige Sch… Bei der Tastaturkürzelorgie vorhin Strg – Umschalt – Ende und Umschalt – v erwischt?!

Okay, ruhig bleiben. Im Schrank liegt der 16-GB-Stick mit der zwei oder drei Tage alten Sicherung von ~ (Abkürzung für home-Verzeichnis) – zumindest von den von mir erzeugten Dateien und Verzeichnissen (ich schließe die mit einem Punkt beginnenden Verzeichnisse vom Kopieren aus).

Anstecken, Dateisystem des USB-Sticks einhängen. Krusader (mein Lieblingsdateimanager, sieht ähnlich aus wie ein uralter Norton Commander) starten. Links das Verzeichnis mit der leselist.text auf dem Stick anzeigen lassen, rechts das mit der verkorksten. Nach unten gerollt, bis leselist.text markiert ist, Taste F5 kopiert die Datei.

Von Rechts nach Links.

Moment. Wie bitte?!? Von Rechts nach Links???

Oh Gott! Das heißt, ich habe in diesem Moment die (ziemlich vollständige) gesicherte Datei auf dem USB-Stick überschreiben lassen durch die Datei, die nicht die Bücherliste, sondern ein großes “V” enthält. Wie peinlich. Ich Datenparanoiker vernichte meine eigene Datei.

Toll. Ich liebe mein Fedora Linux mit der Oberfläche KDE, das nur die Sicherheitsfragen stellt, die notwendig sind.

Aber ich hasse meine Nachlässigkeit, die sich einschleicht, wenn Dinge zu in Fleisch und Blut übergegangenen Gewohnheiten werden.

Nun ist meine ziemlich lange Leseliste wieder leer … Na gut, ich habe – nach einer kräftigen Schimpftirade meinerseits auf mich und mit mir, gestern wieder mit dem Füllen der Datei begonnen.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 10. November 2012 waren zwei Schnäppchen im Schreibwarenladen und extrem leckerer, weil selbstgekochter Linseneintopf süß-sauer (davon habe ich fast fünf Liter über den Tag verteilt gefressen – zum Frühstück, zu Mittag, zum Vesper und zum Abendessen).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Peinliches Versagen (#316)

  1. Gudrun sagt:

    Ach, Emil, du weißt doch: Beim zweiten Mal geht es schneller.
    (Das hab‘ ich immer meinen Schülern erzählt, bis mir eines Tages im Grafikprogramm für alle sichtbar … „Bein zweitem Mal geht’s schneller tönte es sofort aus 24 Kehlen, nicht ganz ohne Häme.
    Und jetzt: Appel + q. 😀

    • Der Emil sagt:

      Appel-q? Ah, sowas wie Gute Nacht.

      • Gudrun sagt:

        Naja, so kann man es auch sagen.
        (Der Mac hat übrigens eine Linuxbasis. Und die ist auch freigegeben. Nur ich bin zu dusslig …
        Die Appel-Taste, oder cmd, ist bei den anderen Strg. Die ist übrigens gut angeordnet auf der Tastatur. Bei Appel + C muss man nicht Fingerspagat machen.)
        So, aber jetzt wirklich: Gute Nacht.

  2. Follygirl sagt:

    Ach, ich weiß natürlich wieder nicht wovon Du überhaupt schreibst… Komisch Dinge, aber ich glaube inzwischen Du kommst aus „Computistan“…
    LG und einen schönen Sonntag, Petra

    • Der Emil sagt:

      Ja, das hier ist eine traurige Geschichte aus dem Compuversum, dem Computer-Universun. Statt meine Leseliste zu retten, wie ich es vorhatte, habe ich sie vollständig und unreparierbar kaputtgemacht, sozusagen Kopierer mit Aktenvernichter verwechselt …

    • M. sagt:

      Du, ich versteh die Sprache auch nicht. Mach dir also nichts draus. Sind wir schon mal zu zweit 😉

  3. tonari sagt:

    … aber dafür hattest Du ja perfekte Linsensuppe 😉 5 Liter an einem Tag muss man(n) erst mal schaffen.

    • Der Emil sagt:

      Hab einen großen Suppentopf und – naja, war eben so verdammt lecker. Außerdem hab ich gestern nichts anderes gegessen.

      • nextkabinett sagt:

        Lecker her, lecker hin … fünf Liter an einem Tag … Emil, das ist unmäßig … 😉

        • Der Emil sagt:

          Naja, mindestens die Hälfte davon war die empfohlene tägliche Flüssigkeitsaufnahme.

          Jaja, ich weiß auch, daß die Völlerei eines der sieben Hauptlaster ist (das, das dem Beelzebub zugeordnet wurde) und gemeinhin auch als eine Todsünde bezeichnet wird. Allerdings habe ich nicht gesündigt bzw. damit keine Todsünde begangen, denn ich wußte vorher ja nicht um die Schwere der Sünde, wieviel Appetit mich zum Essen von wieviel Süppchen bringen würde 😉 Und heute werde ich – vergleichend betrachtet – nachgerade fasten und nur ein paar Nudelchen zu mir nehmen. Soweit zur theologischen Dimension.

          Es sollte nämlich der Topf für zwei Tage reichen, deshalb hatte ich ja auch 2 Tüten Linsen angesetzt …

  4. snoopylife sagt:

    Ja, ich tendiere inzwischen auch dazu, meine Sachen nicht nur einmal zu sichern, sondern MEHRFACH. Macht sich einfach besser. Und man hat dann diese Probleme nicht bzw. wenn sie auftauchen isses nicht so schlimm, denn einen Versuch hat man ja noch 🙂

  5. Inch sagt:

    Dann ist Murphy also, nachdem die Gudrun ihn mir überlassen hat, zu Dir weiter gewandert. Aber keine Bange, er ist nur ein Kurzzeitbesucher 😉

  6. Wenn es um Cyber geht, bin ich die große Vernichterin. 1000 Worte geschrieben, auf Publizieren gedrückt – alles weg. Nicht mehr aufzufinden. Also – alles von vorn, diesmal als Worddatei – auswählen – copy – paste. Wichtiges vergessen – bloß nicht mehr den Eintrag ändern, der hat ja jetzt wenigstens funktioniert – Kommentarfunktion benutzen.
    Aus mir wird nie ein intelligenter Blogger, dafür bekommen meine Freunde viele Pings, oder wie man das nennt. Zeigt wenigstens: Ich lebe noch.

    • Der Emil sagt:

      So arbeite ich ja auch, schreibe alle meine Beiträge (und manchmal auch mir wichtige Kommentare) in lokale Dateien und kopiere das dann ins Netz. Hilft aber nicht viel, wenn ich lokalew Dateien mit lokalen Dateien überschreibe … Ich werde draus gelernt haben 😉

  7. herr_momo sagt:

    Tja, mit Computer haben wir halt Probleme, die wir ohne ihn nicht hätten – oder doch?
    Mir ist es vor Jahren mal passiert, dass ich einen mühsam sauber abgetippten Brief zerissen habe und meinen verschmierten Entwurf zum verschicken in den Umschlag gepackt habe.
    Das kam beim Empfänger überhaupt nicht gut an 🙁

  8. irgendlink sagt:

    Gut, dass Du die Sache mal ansprichst und das Schweigen brichst. Anfang der Woche wollte ich einen Backup-Erinnerungs-Artikel schreiben, der sich viral in den Blogs verbreiten sollte und alle Menschen wachrütteln sollte, dass sie ihre wichtigen Dateien sichern und in brandsicheren Panzerschränken weit weg vom Standort der Originale lagern.
    Ich hab letzten Freitag meinen Bilderordner gelöscht und musste auf den Stand vom 28. Januar zurückkehren. Zum Glück war die Nordseerunde noch auf dem Smartphone und auf der Fotospeicherkarte, die ich grundsätzlich erst nach dem Datenbackup lösche.

    • Der Emil sagt:

      Ähm … Den Bilderordner. !?! Ich würde sterben. Aber Bilder habe ich ALLE auf CD / DVD gebrannt (tatsächlich).

      Ich habe gelernt, daß ich viel öfter das Schreibrecht in Dateien und Verzeichnissen entziehen muß.

  9. irgendlink sagt:

    Verflixt! Nun hat WordPress meinen mühsam verfassten Kommentar gefressen, der sich mit mühsam verfassten Kommentaren beschäftigt, die von mühsam verfassten Kommentaren erzählen, die nie veröffentlicht werden, weil die WordPress-App abstürzt.

  10. Mia sagt:

    Upppps! – So ein Mist!
    Das passiert dir sicher nur einmal und NIe wieder.
    Schönen Sonntagsgruss von Mia

  11. Samtmut sagt:

    Oh nee, Emil! So etwas kenne ich – wenn so etwas geschieht, mutiere ich in einer Sekunde zu einem wilden Tier. 😉

    • Der Emil sagt:

      Doch, es ist leider tatsächlich so geschehen. Geschumpfen hab ich mit mir, und „was wäre wenn“ gespielt.

      Schade drum wars schon, aber nicht ganz so lebenswichtig. Der Stick ist bzw. die darauf gespeicherten Daten sind jetzt nur lesbar, nicht veränderbar. Nochmal geschieht es nicht so einfach.

  12. Anna-Lena sagt:

    Das Computerkauderwelsch muss ich aber nicht komplett verstehen, oder?

    • Der Emil sagt:

      Unter Windoof hätte ich geschrieben, daß ich hier und da hingeklickt hätte … Komplett verstehen kann wohl nur ich meine eigene Arbeitsweise. 😉

  13. Sofasophia sagt:

    oooh weh und ach. ich kenn das auch … wir sind halt auch nur tiere 😉
    ich sag jetzt mal „zum glück“ war es nur eine leseliste und nicht ein romanmanuskript. schade natürlich trotzdem.
    ich habe übrigens ziemlich ähnlich technik, nur dass ich mit rechtsmaustaste kopiere statt über tastenkombi. aber auch da ist natürlich keine vor verlusten gefeit.

  14. Rana sagt:

    Ach Emil, das muss man positiv sehen: Nun ist Platz für Neues… LG von Rana – Computer – Nix- Checker 😉

  15. Nicht schön … aber immerhin gut gegessen. Das macht doch alles erträglicher.

  16. Gabi sagt:

    Ach, solche „Eigenfehler“ kenn ich. Sehr ärgerlich, weil man auch noch selber schuld ist. Und dann halst man sich unter Umständen auch noch Mehrarbeit auf, um alles – so weit möglich – wieder herzustellen. Den selben Fehler macht man meist kein zweites mal – aber dafür einen anderen.
    LG Gabi

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