So ist’s. (#317)

Selbstmitleid ist das nicht. Aber es ist, wie es ist.

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“Jetzt erst ist diese eine Nachricht richtig angekommen bei mir. Jetzt erst erkenne ich, was mir damit gesagt wurde. Und jetzt erst gestehe ich es mir ein: Ich wurde meiner Meinung nach nicht fair behandelt.
 
Jetzt bräuchte ich etwas sanfte Klaviermusik.”

Er lehnt sich im Sessel zurück und zündet sich umständlich ein Zigarillo an.

“Es ist, wie es ist: was soll ich also jetzt klagen. Was? Nein, ich verrate nichts davon. Es geht Dich doch auch nichts an. Denn in dieser Angelegenheit mag ich nichteinmal von Dir Hilfe haben. Und Trost brauche ich auch nicht.

Es ist, wie es ist: es ist ganz alleine mein Ding. Nur ich bin davon betroffen. Zwar könnte ich Romane darüber schreiben oder Essays oder mehrere Ratgeberbücher – aber von letzteren gibt es schon viel zu viele. Vielleicht ist eines davon Schuld an dem, was mir geschah? Ich weiß es nicht.

Es ist, wie es ist: Daran ist eben nichts zu ändern. Vielleicht will ich auch nichts ändern? Vielleicht will ich sogar … Aber nein, ich leide doch nicht daran, nicht deswegen. Ich bin höchstens traurig und enttäuscht, ein ganz klein wenig.

Es ist, wie es ist: Da hat die Gegenwart die Zukunft wieder eingeholt. So schnell konnte ich garnicht leben und an der Erfüllung eines Traumes arbeiten, wie diese Seifenblase wieder platzte. Nein, es ist nicht der richtige Ausdruck: Nicht Seifenblase, nein …

Es ist, wie es ist: Als Luftschloßarchitekt bin ich nunmal nicht geeignet. Ich habe doch Höhenangst. Klar, die hat sich schon gebessert, aber in bestimmten Situationen oder in bestimmten Stimmungen tritt sie öfter wieder auf und heftiger. Vor allem, wenn ich mich davor fürchte, emotional abstürzen zu können.

Es ist, wie es ist: Eine wenig sanfte Landung war das. Gerade versuche ich, einen Körperteil nach dem anderen zu bewegen. Und wenn mir – was anscheinend der Fall ist – nichts wirklich wehtut, dann stehe ich gleich auf. Ich werde mich schütteln, meine derangierte Kleidung in Ordnung bringen und dann: Weitergehen. Wohin auch immer ich unterwegs war.

Es ist, wie es ist: Alles kann sich jederzeit (ver-) ändern.”

Mit diesen Worten drückt er das Zigarillo aus, steht auf und verläßt grußlos den Raum.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 11. November 2012 war ein sortierter großer Stapel Papier und im Ergenbnis dessen wieder Platz auf dem Tisch..

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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13 Kommentare zu So ist’s. (#317)

  1. Dina sagt:

    Ein ganz feiner Text, Emil!

    • Der Emil sagt:

      Danke. (Ich wollt ihn ja noch einsprechen – aber die Qualität der heimischen Technik reichte mir absolut nicht aus. Vielleicht hol ich es im Radio nach.)

  2. Follygirl sagt:

    Grad schnell nachguckt… „..Nichterlebt..“ dann ists ja gut.
    LG, Petra

  3. Elvira sagt:

    Es ist wie es ist – wie wahr!

  4. Sofasophia sagt:

    ja, das „nichterlebt“ ist angeklickt. und doch … hm. was wohl?

    wie auch immer, sehr schön erzählt. ich möchte mehr wissen, neugierig … 🙂

  5. Schön geschrieben, Emil, der Text gefällt uns sehr!

  6. Pingback: Was soll’s? (#319) | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen

  7. Frau Blau sagt:

    so ein feiner Text, lieber Emil!!! Er macht mir solch eine Freude, dass ich ihn jetzt gleich noch einmal lesen werde, jawoll!!

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