So kann vieles geschehen, aber wir verschwenden damit keine Zeit.
Mit Bedacht irgendetwas zu tun, das ist wohl aus der Mode gekommen. Alles, was geschieht, scheint dem Aktionismus verhaftet zu sein, selbst die Sprache scheint sich dahingehend entwickelt zu haben. Ich möchte das Wort „scheint“ betonen, vielleicht bin nämlich nur ich ein wenig empfindlicher geworden.
Bedächtig hat(te) für viele Menschen einen Beigeschmack der Langsamkeit, nicht wahr? Manchem wird das Wort nur aus dem Merksatz zum Kugelvolumen bekannt sein: Bedächtig kommt einhergeschritten vier Drittel Pi mal r zur dritten. Allerdings ist bedächtig nicht langsam, es ist, was heute achtsam, wohlüberlegt achtsam gar genannt wird. Achtsamkeit ist natürlich positiv, nicht wahr? Aber bedächtig, mit Bedacht: näääää, was soll das, das bedeutet doch, Zeit zu verschwenden … (Ja, diese Meinung wurde mir letztens kundgetan, und ich war darüber sehr erstaunt.) Ich schüttelte bedächtig meinen Kopf, sprach davon, daß niemand von der Hektik profitiert – von einigen Marketingtricksenden abgesehen.
Eventuell wäre es durchaus hilfreich für die Menschheit, wenn wir bedächtig, mit Bedacht uns vom Aktionismus, vom Jetztsofort wieder trennen. Eventuell.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
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