035.2026: Nachts

Etwas, das klappt und mich dennoch verwundert.

 

Nachts, wenn ich wach genug werde und mir sonderbare Gedanken im Kopf herum­schwirren, schaffe ich es zu meiner Verwunderung ziemlich oft, diese Gedanken aufzuschreiben. Dazu liegen auf dem Stuhl neben meiner Schlafstatt ein Block, eine Kladde und einige Stifte. Ich habe versucht, mit „text-to-speech” das Handschriftliche zu ersetzen: Das funktionierte überhaupt nicht. Heute sah ich mir einige dieser Notizen an. Einige sind schwer lesbar (ich war wohl doch nicht ganz so wach), einige sind in lateinischen (also modernen) Buchstaben geschrieben. Ich verwende nachts sogar verschiedene Farben – was mich verwirrt. Außerdem war, was ich las, sehr monothe­matisch; vieles wiederholte sich einfach nur. Puh. Da saß ich mit Notizen, mit denen ich nichts, wirklich gar nichts anzufangen weiß. Aus denen konnte und kann ich auch nichts anderes machen, für echten Porno war es zu einfallslos, für normale Geschichten zu explizit, Erotika aber möchte ich davon auch nichts nennen. Es waren niedergeschriebene, banale Gedanken und banale Träume, und sie haben für mich keinen bleibenden Wert.

Heute wich ich von meinem üblichen Vorgehen ab. Denn normalerweise scanne ich wenigstens, was ich schrieb. Von diesen Notizen – es waren etwa 30 Seiten vom Block und ein vollgeschriebenes DIN-A5-Schulheft – will ich aber auch diese Scans nicht haben. Und so habe ich, mich ans Radikal-weg erinnernd, das Papier durch den Reißwolf ziehen lassen. Nur kurz bedauerte ich „den Verlust”, nur kurz. Dann redete ich mir gut zu, daß ich „sowas” doch noch in ausreichendem Umfang habe, in den Kladden und unter den gescannten Dateien. Ich das also wirklich nicht mehr brauchen und nutzen werde, mich an manche der notierten Sätze auch gar nicht mehr erinnern möchte.

Nun bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich heute zum ersten Mal Aufgeschriebenes einfach so weggeschmissen habe (und ich war zu faul, hier im Blog danach zu suchen). Daran erinnern kann ich mich nicht. Und deshalb steht im Kalender notiert: Selbstgeschriebenes unwiderbringlich entsorgt. Daß das klappte, wunderte mich auch.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Selbstgeschriebenes ohne „Sicherungskopie” weggeworfen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 04.02.2026 bisher einige weggeräumte Weihnachtsdeko, ein gekaufter Pullover, eingelegte Oliven satt.


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Über Der Emil

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