023.2026: Erschrocken

Manchmal geschehen gespenstische Dinge im Alltag.

 

Ich mußte heute tatsächlich einige Dinge einkaufen und war deswegen in einem Discounter ganz in der Nähe. Mittendrin im Laden signalisierte mir mein Telefon, daß da eine wahrscheinlich wichtige Nachricht wäre (nicht alle Apps dürfen das). Und wie ich das Ding in der Hand hatte, tritt jemand ziemlich nah an mich heran. Es begann fast eine Minute „Belehrung” über Überwachung (danke, daß weiß ich alles) und über die Schädlichkeit der Handystrahlung in konspirativem Ton. Leider war ich in dem Moment nicht schlagfertig und stand so ungünstigDaß ich nicht so einfach entkommen konnte; ich hätte die Person unsanft wegschieben müssen, um wortlos zu entkommen. Dann aber ließ ich meinen Einkaufswagen stehen und schob mich mit einem unfreundlichen „Mehr will ich wirklich nicht hören.” vorbei. Welch ein Glück, daß ich sowieso etwas nicht gefunden hatte und eine Mitarbeiterin grad ums Eck kam, die ich fragen konnte.

Als ich zu meinem Wagen zurückkehrte, war die sonderbare Person weg. Ja, noch im Laden. Ich schaffte es aber, ohne nocheinmal angequatscht zu werden, zur Kasse und nach Hause zu kommen. Der seit gestern nicht funktionierenden Aufzug wurde leider noch nicht repariert. Doch ich schaffte den Aufstieg in den neunten Stock. Nicht mehr ganz so wie vor Jahren, als ich das aus Prinzip einmal täglich machte, aber ich brach vor meiner Tür nicht völlig außer Atem zusammen.

Ich bin ja wirklich viel gewohnt, aber das war gespenstisch. Und klang auch sehr pampig. Vielleicht wäre ich etwas schneller entkommen, wenn ich nicht grad so angestrengt hätte über eine Antwort nachdenken müssen. Dann wäre ich wahrscheinlich auch nicht so sehr erschrocken beim Angesprochenwerden …

 

Erinnerung des Tages:
Früher interessierte ich mich tatsächlich eine Weile für die kreative Auslegung von Daten bzw. Spuren, die Erich von Däniken so populär machte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 22.01.2026 das Einkaufen am Vormittag (sonst gar nicht meine Zeit dazu), der recht gut geschaffte Aufstieg, ein später, ungeplanter Mittagsschlaf.


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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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4 Kommentare zu 023.2026: Erschrocken

  1. Hiraeth sagt:

    Als ich vor einiger Zeit bei meinem Vater war, habe ich mir einen Döner geholt. Den gibt es dort in einem abgeschlossenen Glascontainer. Also abgeschlossen im Sinne von drinnen, aber mit offener Tür. Dort saß ein Mann in unserem Alter (du bist ja exakt so alt wie ich) an einem Tresen vor der Glasscheibe und starrte auf sein Handy, da lief ein Vido mit lautem Ton und so ein intriganter Affe hat im verschwörerischem Ton zuerst die Vorzüge des Zahlens mit Karte aufgelistet, aber dann ging’s los. Die wollen das Bargeld abschaffen, damit sie uns überwachen können und das beste was wir machen können wäre alles nur noch bar zu bezahlen, weil die Anderen unsere Daten missbrauchen und damit stinkreich werden. … Das Niveau geht einfach den Bach runter. Übrigens, hab gerade mal wieder s‘ is Feriobnd gehört und festgestellt, dass das ja errgebirgischer Junge gesungen hat, der Anton Günther. Da musste ich an dich denken.

    • Der Emil sagt:

      Für mich gibt es nicht einen einzigen Vorzug, den Kartenzahlung vor Bargeld hat. (Ja, auch Bargeld ist irgendwie nachverfolgbar, ich weiß, aber ganz so viele Daten gebe ich dabei nicht preis.) Also habe auch ich etwas Bammel vor der Bargeld-Abschaffung und den Möglichkeiten, die sich denen mit Zugriff auf meine Daten da bieten würden …

      Ja, ’s Tholer-Hans-Tonl (Spitzname von A. Günther). Kennst Du sein „De fallische Poletik” (die falsche Politik)?

      • Hiraeth sagt:

        Nein, das kenne ich nicht, klingt aber vom Titel her schon gut, werde ich mal finden gehn

      • Hiraeth sagt:

        Ich hab die fallische Politik jetzt gelesen. Du bist ostialisiert, ich bin westialisiert, der Tholer-Hans war deutschialisiert, genauso wie Kurt Tucholsky und Bert Brecht. Die Themen sind fast so alt wie die Menschheit und holen uns immer wieder ein. Deshalb habe ich ein Stückweit meine Hoffnung verloren. Wenn die Menschen immer nur auf ihre Füße schauen und nicht den Kopf heben, gibt es keine Rettung.

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