Nº 003.2026: Kleinstkram

Was der so an Zeit frißt, das ist erstaunlich.

 

Noch habe ich den Antrieb und die Kraft, mich von Ballast zu trennen. Aber das braucht Zeit, viel Zeit – und irgendwie sehe ich heute nicht, daß ich etwas geschafft habe. Also muß ich mich selbst daran erinnern:

Zwei kleine Pappschachteln voller Papierkram: Von denen blieben erstmal nur die an mich geschriebenen Briefe und Karten, die etwa ein Viertel des Papiers ausmachten, und jetzt liegen sie im Privatpost-Schuhkarton. Der Rest wurde heute zu Altpapier. Vier (oder sogar fünf) Marmeladengläser mit Krimskrams (fragt nicht, was da neben steinharten Radiergummis und nicht mehr benötigten Schlüsseln noch alles drinwar) sind geleert. Auch die beiden Gläser mit Computerschrauben und Jumpern sind (zusätzlich) schon fast weg, für die werde ich wohl bastelnde Abnehmer finden. Von dem Zeug habe ich übrigens, seit ich mit transportablen Rechnern arbeite, nicht ein einziges Mal etwas benötigt.

Ganz nebenher fand ich eine sehr dicke Mappe mit ausgedruckten Blogbeiträgen. Wozu wohl brauchte ich die auf Papier, was hatte ich damit vor? Ich weiß es nicht. Knapp ein halber Packen Druckerpapier, seit Jahren (der jüngste Artikel von 2016) ungesehen und unangefaßt. Das alles finde ich auf meinen Festplatten, mehrfach gesichert. Radikal weg damit.

Und plötzlich fing es draußen schon wieder an zu dämmern. Ich merkte heute nicht, wie die Zeit verging. Erst in dem Augenblick, da ich mir einen Stapel CDs (ich glaube, das ist das Gesamtwerk von Bon Jovi und Jon Bon Jovi) neben den Rechner mit DVD-Laufwerk legte, wurde ich mir der Uhrzeit wieder bewußt … Oh. Das paßte mir in dem Moment nicht wirklich, da lag noch einiges Papier, das ich scannen möchte. Vielleicht erledige ich einen Teil davon noch heute Abend.

 

Mein heutiges #Tagensmotto: Und DAS ist erst der Anfang! #Zwanzig26 Ihr, die ihr dieses Jahr erleben müßt, laßt alle Hoffnung fahren. Das orangene Trumpeltier dreht jetzt völlig frei. Wenn ich noch saufen würde, hätte ich heute allen Grund dazu. Die Welt ist wohl endgültig verloren …

 

Erinnerung des Tages:
1973 war ich gerade zehn Jahre alt; damals putschte sich (mit Hilfe der USA) Pinochet in Chile an die Macht.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 03.01.2026 der gebliebene und genutzte Elan zum Sortieren (ohne groß zu sortieren), Wiener Würstchen mit Toast, ein knapp einstündiges Telefongespräch.


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Über Der Emil

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8 Kommentare zu Nº 003.2026: Kleinstkram

  1. Inch sagt:

    Aufräumen und sich von Krimskrams trennen ist immer eine gute Idee. Nach meiner Erfahrung räumt das auch den Kopf auf und erleichtert ungemein

  2. Richard Horn sagt:

    Abschied von alten Schlüsseln und harten Radiergummis…
    Toll, dass Du das geschafft hast.
    (Ein Bisschen beneide ich Dich. Ich habe es noch nicht geschafft. )
    Ausgedruckte Blogbeiträge stecke ich zufällig verteilt in Briefkästen
    bei Nachbarn oder in Straßenzügen, die ein paar Kilometer entfernt liegen…
    Ich stelle mir dann vor, wie die Leute sich wundern…

  3. Ja, schrecklich. Mich erschüttern die neuesten Nachrichten auch sehr. Venezuela, Iran, nirgendwo ein Ende abzusehen und ein gutes schon gar nicht.

  4. Gudrun sagt:

    Lieber Emil, ich wollte dir schon eher schreiben, aber ich liege gerade mit Magenblutungen in der Uniklinik.
    Ich kann mich gut an die letzte Rede von Salvador Allende erinnern und auch daran, dass mir die Tränen über das Gesicht liefen. Ich bin ein bissel älter als du, hatte gerade mit meinem Studium begonnen. Wir hatten auch Chilenen bei uns.
    Weißt du, Emil, in einer Zeit, wo fast alle schweigen, auch die, die dringend etwas sagen sollten, schweigst du es nicht. Und dafür möchte ich dir danken.

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