Aber wenn das Gewünschte dann eingetreten ist …
Ich scheine heute leergeschrieben zu sein. Nun, am Vormittag notierte ich einiges von dem, was mich am vergangenen Wochenende so beschäftigte; das waren einige Seiten Text, von dem ich hier nichts herzeigen möchte. Dann saß ich am Nachmittag hier und sitze noch und habe keine Idee, was ich mitteilen könnte. Ja, es kommt mir nicht einmal eines dieser Kurzen Gedichte in den Sinn, kein Tanka, kein Senryū, kein 28er, kein Haiku. Ein schlichter Vierzeiler ist mir gerade auch nicht möglich.
Es geht mir gut. Ich bin nur erschöpft, müde, aber nicht depressiv. Leer, ja, leer ist der Kopf. Manchmal wünsche ich mir diese Leere, wenn es zu turbulent wird im Denkicht. Jetzt fühlt es sich aber nicht richtig an, nicht „falsch”, nein, aber eben nicht richtig. Ich weiß von anderen, daß die Ähnliches kennen: Man wünscht sich einen Zustand, doch wenn der dann eintritt oder erreicht wird, ist das völlig unbefriedigend, stört gar. Genau so geht es mir im Moment; allerdings hoffe ich, daß diese Unzufriedenheit bald vergeht, vielleicht noch vorm Einschlafen. Oder daß ich das Ganze in Träumen auf- und wegarbeiten kann, dann werde ich morgen mit frischem Mut ans Werk gehen.
Für heute schaffe ich nicht mehr als das jetzt zu sehende.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Einer meiner Füllfederhalter (gut, einer der billigen neueren) bekam irgendwann am gerade vergangenen Wochenende einen Riß im Schreibteil, unreparierbar. Ich warf ihn schweren Herzens weg.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 14. Juli 2025 war ich zufrieden mit mehreren Seiten voller Notizen, mit einer knappen Stunde Entspannung am Nachmittag, mit drei verschiedenen Käsesorten auf dem Brot zum Abend.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

