Sehr Intimes, von dem normalerweise niemand erfährt.
Mitten in der Nacht wurde M. wach, um genau zu sein: 3.33 Uhr. Mal wieder hatte er davon geträumt, auf offener Straße an einen Laternenmast pinkeln zu müssen. M. kennt diese Träume, deshalb wird er wach. Im Dunkeln, ohne ein Licht einzuschalten, findet er den Weg ins Bad. M. vermeidet es, die verklebten Augen zu öffnen – er mag dieses schläfrige Gefühl; es wird ihm auch heute helfen, schneller wieder einzuschlafen.
M. klappt den Deckel hoch und läßt sich nieder. Alles tausendmal in völliger Dunkelheit mit geschlossenen Augen geübt. Er sitzt und wartet, bis … Der seltsame Schmerz im Bauch läßt ihn sitzenbleiben. Auch den kennt er. Und so sitzt M. und wartet – beinahe unbeteiligt – darauf, daß sein Darm tut, was er tun muß. Er kennt sich und seien Körper gut genug und weiß, daß nichts außer Warten und Geschehenlassen hilft. M. hat keine Möglichkeit, das gerade Passierende zu beeinflussen. Wie so oft bei so vielem in seinem Leben.
M. ist müde und würde gern wieder im Bett liegen und schlafen. Zumindest können ihm die Augen nicht zufallen, denkt er noch, während sein Bewußtsein sich langsam auf den Weg ins Traumland macht. Das Rumoren in seinem Innern wird sanfter, ist aber noch nicht beendet. M. zwingt sich wachzubleiben, bis er seinen Besuch im Badezimmer ordnungsgemäß beendet hat.
Zurück im Bett. Mit noch immer geschlossenen Augen greift M. zur Wasserflasche, trinkt etwas. Dann legt er sich wieder hin. Allerdings öffnet er doch noch ein Auge und schaut auf den Wecker: 4.08 Uhr. Wo ist die Zeit nur hin – diese Frage begleitet M. in seinen Traum zurück.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Eine ganze große Einkaufstasche voller Altpapier (zum Teil geschreddert) wurde in den Container geleert.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 16. Juni 2025 war ich zufrieden mit einem wegsortierten Stapel Krempel und Papier, mit einer zur Hälfte geleerten Kiste voller mehr oder weniger überflüssiger Erinnerungsstücke, mit gehörter uralter Musik (1980/82).
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


„Das gerade Passierende“ ist eine schön doppeldeutige Formulierung. 🙂
Danke 😉