Wenn jemand sich eine Auszeit gönnen möchte.
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Diesmal ist es nicht so einfach. Da sind zu viele Verpflichtungen, die nicht ignoriert werden können, denen nachgekommen werden muß. Es ist Versprochenes dabei, das schwieriger ist als gedacht. Es ist Gefordertes dabei, das um den Preis des eigenen Untergangs erledigt werden muß. Aber so geht es nicht weiter, so anstrengend, auslaugend, überfordernd durch eigene Schuld.
Einfach ein paar Tage, drei oder vier, heraustreten aus dem normalen Alltag. In das eigene, nicht fremdbestimmte Leben eintauchen, sich selbst fühlen und zuhören und pflegen. Und ja, auch bedauern und trösten. Vorübergehend unauffindbar sein für alle Zwänge, auch für die selbstauferlegten. Die Nachrichten oder besser: All das, was für Nachrichten gehalten werden soll, nicht heranlassen an das Ich. Schlafen vielleicht, lange und störungsfrei schlafen. Und lesen, ein gutes Buch lesen, ein dickes gutes Buch.
Dazu für drei oder vier Tage weg davon, sich unbedingt mitteilen zu müssen. Nicht schweigen, nicht so lange schweigen, schon weiter reden und singen, nur nicht für Zuhörerinnen. Ebenfalls nur für sich selbst. Schreiben? Wenn's denn sein muß; aber es muß ja nicht sein. Oder schreiben, und das Geschriebene gleich zerreißen, sofort verbrennen, ganz egal, wie gelungen die Sätze zu sein scheinen. Das eigene Urteil ist nämlich oft zu sehr bestimmt von den Erwartungen anderer. An die paßt sich der Mensch sowieso viel zu schnell und zu leicht und ohne Widerspruch an. Um zu gefallen? Oder um nicht anzuecken? Um nur nicht ausgeschlossen zu werden? Aber um welchen Preis?
Verschieben. Vieles läßt sich verschieben. Manches läßt sich sofort erledigen, vorziehen, vorzeitig tun. Anderes hat wohl noch eine gute Woche Zeit. Herausfinden, was wozu zählt und sich an die Arbeit machen. Nur für zwei Tage noch. Und dann: Für vier Tage verschwinden. Durch das Leben taumeln, mäandern. Alles abfallen lassen, abschütteln. Dem Trott entgehen. Keine hundert Stunden lang, aber für viele, viele freie Atemzüge. Ob das noch geht?
Buchungsbestätigung erhalten. Aussteigen zur Auszeit, bald.
Das ist niemand, der in meinem Figurenkanon schon vorgestellt wurde. Selbst ich weiß nichts weiter als das, was hier steht. Eine Figur. (Sie ist nicht autobiografisch, denn ich habe seit Jahren regelmäßig meine Auszeiten „im Mittelalter”.) Ich wüßte allerdings nur allzugern, wo die plötzlich herkommt und wieso sie so unpersönlich blieb …
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 15. Mai 2025 war ich zufrieden mit zwölf Stunden Schlaf bis kurz nach Zehn, mit dem Rest der Möhrensuppe, mit dreieinhalb Stunden Unterwegssein draußen..
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Der Traum vom Aussteigen, um bei sich anzukommen. Wird es je gelingen?
Ich mach das ja immer wieder. Vielleicht schafft es die Figur ja auch.
Es klingt verlockend und doch erlaubt man es sich zu wenig.
Man träumt davon,wünscht es sich – und hat doch auch ein wenig Angst davor, nicht wahr?
Nein, Angst nicht.
Eher zu viel Pflichtbewusstsein, Vernunft, …
Im Urlaub gelingt es ab und an, aber nur fern des eigenen Heims.
Hm…ich hätte ja schon Lust mal wieder ein halbes Jahr wild zu zelten.
Aber es gibt ja kaum noch Plätze wo es nicht auffällt.
Zudem fehlt mir dazu definitiv mein Ex-Mann.
Mein jetziger ist viel zu beschäftigt mit sich, seinem Job, seiner Arbeit, seinen Krankheiten.
Und ich habe zwar kaum Verpflichtungen, aber wurde ich dem bisschen nicht nachkommen dem ich nachkommen muss,
heißt es Sanktionen und das bedeutet Geldsperre.
Das leidige Thema Geld: Oh ja, das ist oft ein Hinderungsgrund.
Jepp, die Wohnung will ja auch bezahlt sein und bleiben…🩵