065–2024: Quartalsweise

Ein Stück Normalität seit etwa 20 Jahren.

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Einmal im Quartal gehe ich zu meinen liebsten Vampiren​​​ Sprechstundenhilfen, MFA oder wie auch immer sie heute genannt werden. Zur Überwachung/​Kontrolle meines gesundheitlichen Zustandes wird Blut benötigt, welches in einem Labor untersucht wird. Und in Abhängigkeit von den ermittelten Werten wird dann hin und wieder meine Medikation angepaßt. Nun ja, nüchtern muß ich jedesmal sein, also ließ ich heute den Keks und (weitgehend) auch die Milch für den Kaffee weg. Voriges Jahr war eine Baustelle auf dem Weg zum Hausarzt zu finden, die den Bus nicht seiner normalen Linienführung folgen ließ. Deshalb war der Fußweg am Ende der Strecke um etwa 600 m länger als notwendig, etwas mehr als doppelt so lang als normal, das galt auch für den Beginn des Rückweges. Ich hatte mich also auf zweimal 15 min zu Fuß eingerichtet, glücklicherweise war nur die Fahrplanauskunft im Netz nicht ganz aktuell und die Bauselle verschwunden.

Wenn sich nichts wesentlich verändert hat, dann gehe ich drei oder vier Tage später nocheinmal hin und hole mir die Rezepte für all die mir seit Jahren bekannten notwendigen Mittelchen, die dafür sorgen, daß sich mein Zustand nicht wesentlich verschlechtert. Also all das, was jemand mit Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und ein paar üblichen Begleiterkrankungen zumeist täglich einnehmen muß. Wobei ich mich bei vielen Präparaten immer wieder frage, warum die Tabletten so groß sein müssen, wie sie eben sind. Müssen einige Milligramm eines Wirkstoffs unbedingt in etwa zwei Gramm Hilfsstoffen verabreicht werden? Reichte da nicht auch die Hälfte oder noch weniger?

Falls – und das war bisher nur sehr selten so – doch etwas anders wurde, gibt es einen Anruf von der Praxis. Dann will mich die Ärztin persönlich sehen, dann wird nach Ursachen geforscht. (Einmal hatte ich am Abend zuvor eine große Tüte Gummibären vertilgt, was die Diabetes-Marker dramatisch verschob.) Die Dosierung wird angepaßt, ein Kombipräparat ausgetauscht gegen ein anderes Medikament, alles unspektakulär. Die größere Verwirrung stiften die wegen veränderter Rabatt­verträge von der Apotheke dann ausgegebenen Pillen. Was kleine Gelbe waren, wurden schonmal große Rosafarbige, aus ovalen Weißen wurden schon größere Blaßgelbe. Gut, ich bin noch nicht in dem Alter, da nur noch Form und Farbe wichtig sind für mich … (Ich kenne das wirklich von meiner Mutter, und das ist nicht lustig für den Pflegedienst.)

 

Der Stich war enmal mehr völlig schmerzfrei und kaum zu spüren. Die Rezepte bekam ich heute schon mitgegeben, morgen werde ich alle Medikamente in der Apotheke abholen.

 

Erinnerung des Tages:
Die Tischschleuder von Oma stand im Waschhaus auf einem Stuhl und mußte sehr sorgfältig eingeräumt werden, damit sie nicht „springt”. Als Kinder machten wir uns einen Spaß daraus, sie zur Sicherheit festzuhalten.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 5. März 2024 mit dem Besuch beim Hausarzt, mit den abgegebenen Brillen, mit Mauldasche in dr Brieh un Salad.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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7 Kommentare zu 065–2024: Quartalsweise

  1. Gudrun sagt:

    Hach die Tischschleuder! Auf dem Ring, der eigentlich unter die Schleuder gehörte, konnte man prima sitzen in den ersten Tagen nach der Geburt eines Kindes. Als die Mohnmasse zu feucht war, musste die Schleuder ran. Die machte einen guten Job, nur ich hatte den Beutel mit der Masse nicht ordentlich zugebunden. Oh je.
    Ich hatte die Schleudergeschichten schon fast vergessen. Nun sind sie wieder da und ich finde das gut.
    Grüße von nebenan.

  2. Eventuell fällt der Gangz zum Arzt fürs neue Rezept auch bei dir bald weg. Mein Hausarzt hat auf E-Rezept umgestellt, das wird elektronisch auf die Gesundheitskarte übertragen – wieder ein Fußweg weg, man muss nur noch zur Apotheke. Und sich immer mehr selbst am Riemen reissen, um mal ein paar Schritte zu gehen! 🙂

    • Der Emil sagt:

      Solange ich nicht lesen kann, was dann auf meiner Karte steht, bevorzuge ich den Ausdruck (der ist für mich kontrollierbar). Außerdem: Irgendwie müssen die Daten ja in der Praxis auf die Karte übertragen werden.

  3. Wir haben die Tischschleuder auch geliebt, haben sie zum Ausschleudern der geriebenen Kartoffeln für die Thüringer grünen Klöße genutzt. Ich musste nur aufpassen, dass ich die beiden Portionen gleichmäßig verteilte, damit sie nicht in die Badewanne sprang, über der ich sie stehen hatte, damit alles gut ablaufen konnte. – Inzwischen kaufe ich Fertigteig, damit ich mir die Knöchel beim Reiben nicht mehr verletze…
    Meine Hausärztin gibt jetzt auch e-Rezepte, mir ist das egal, die Apotheke ist um die Ecke und wer will noch etwas mit meiner AOK-Karte anfangen? Bin schließlich um einiges älter als du, lieber Emil!

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