2023/214 – Galoschen


Ich frage mich, aus welchem Grund ich davon träumte.

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Sie ploppte heute Nacht auf aus Kindertagen: Die Erinnerung an Galoschen. Was für ein Wort: so richtig altmodisch, nicht wahr? Ihr wißt natürlich, daß das einfach Überschuhe sind, also Dinge, die über die Schuhe oder Stiefel gezogen werden, um die Fußbekleidung vor Schmutz und Schäden zu schützen oder beim Gehen für besseren Halt zu sorgen. Ich träumte davon, wachte auf und schrieb ein paar Worte dazu nieder.

Das Wort Galoschen also erklang im Traum auf einem Schul- oder Familien­aus­flug. Irgendwo in einem Schloß mußten ausnahmslos alle Besucher Überschuhe in Form übergroßer Filzpantoffel anziehen. Selbst die, die die Besucher durchs Schloß führten, trugen welche. Nur mit diesen Pantoffeln durften die musealen Räumlich­kei­ten betreten werden. Und die lustigen Schlitterwettbewerbe damit waren wirklich nicht gern gesehen. Ich weiß nicht mehr, wann und wo das gewesen sein könnte, ich kann mich nur an das Parkett und diese Filzlatschen und an rote Absperr­kor­deln erinnern in einem prunkvollen Schloß.

Heute sehe ich Überschuhe viel öfter. Wenn Mitarbeiterinnen von Pflege­dien­sten in die Wohnung der Klienten und Patienten gehen, dann sind es oft diese dünnen Folienüberzieher. In Blau oder Weiß. Meist aber in Blau. Daneben bleiben nur noch Erinnerungen an Erzähltes von den Großeltern und von einem Onkel. Und Beispiele aus der Literatur, aus dem Großen Vaterländischen Krieg oder aus noch früheren Zeiten. Trug nicht auch im Schimmelreiter irgendwer Galoschen? Oder verwechsele ich das jetzt mit Gamaschen? Ich bin mir nicht sicher, vielleicht fand sich in Theodor Storms Novelle auch beides.

Und ganz vielleicht wurde mein Traum bedingt duch ein paar Bilder aus einem kleinen niedersächsischen schlesweig-holsteinischen Dorf, in dem zur Zeit „ein wenig” Schlamm und Matsch für den „Extra-Spaß” bei den Heavy-Metal-Konzerten sorgen …

Eine Frage aber bleibt: Gibt es solche Filzpantoffelmuseen heute noch und wenn ja, nennt ihr mir die in einem Kommentar?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 3. August 2023 war ich zufrieden mit der nachgeladenen Ausrüstung für morgen, mit dem erledigten Einkauf, mit dem abflauenden Wind (Sommer­stürme habe ich noch nicht sehr oft erlebt).

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Über Der Emil

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6 Kommentare zu 2023/214 – Galoschen

  1. Gudrun sagt:

    „Wackööööön!“ Und ich wollte da eigentlich hin, wegen Wardruna und überhaupt mal. Tja, eine Schlammschlacht hätte ich mir nicht leisten können. Vielleicht ist im nächsten Jahr besseres Wetter.
    Im Mittelalter hatte man Holzsohlen zum unter die Schuhe zu binden, die Trippen. Ohne sie wäre man nicht durch den Dreck und Unrat in den Städten gekommen.
    Solche Filzlatschen, wie von dir erwähnt, hatte ich im Schloss Sanssouci an.

  2. Sonja sagt:

    Vor sehr vielen Jahren war ich mit einer Schulklasse im Schloss Amorbach am Main, da mussten auch alle solche rutschigen Latschen anziehen…echt zu lange her…

  3. Gibt es nicht eine Geschichte „Die Galoschen des Glücks“? Ich weiß nur nicht mehr von wem.

  4. annette sagt:

    Stimmt, meine Erinnerung ist ähnlich – Schlossbesichtigung in Filzlatschen, aber welches Schloss war das??? Tippe auch auf einen Schulausflug…
    Übrigens: Falls Du wirklich Wacken meinst (sind ja grade mehrere Festivals, aber metal ist Wacken!), das liegt in Schleswig-Holstein!
    Viele Grüße von einer Besserwisserin an einem trockenen Samstagmorgen.

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