Ich weiß nicht, wie ich das bewerten könnte.
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Irgendwann stellte ich beim Herumdalfern (dalfern: im Erzgebirge verwendetes Wort für „Kleinigkeiten, Unwichtiges wie nebenher erledigen”, um beschäftigt zu erscheinen; gleichbedeutend mit „dambern” verwendet) heute fest: Früher probierte ich viel mehr aus als heute. Die Neugier ist noch da, ist vielleicht sogar (in einigen Bereichen) größer als früher. Ich wünsche mir, sie auch noch zu befriedigen, aber: Oft erscheinen mir die dazu notwendigen Anstrengungen, der erforderliche Aufwand zu groß im Verhältnis zum erwarteten Nutzen oder Erkenntnisgewinn, zur erhofften Lust Freude am Ergebnis. Ist das Faulheit oder Bequemlichkeit oder „nur” altersbedingte Erscheinung, eine Art Müdigkeit?
Eine rhetorische Frage, vielleicht. Aber noch hat sich in meinem Kopf keine Antwort darauf finden lassen. Nur die Auswirkungen des Ganzen spüre ich deutlich als verminderte (Aus-)Probierfreudigkeit.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 1. Februar 2023 war ich zufrieden mit dem frühen Aufstehen (vor acht Uhr, ich konnte nicht mehr liegen), mit den erledigten Kleinigkeiten, mit dem gefundenen Band aus der Schwarzen Reihe.
© 2023 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ich teile diese Erfahrungen auf ähnliche Weise mit Dir, Emil.
Allerdings bin ich darüber auch einigermaßen betrübt, nehme aber zur Kenntnis, dass wohl auch schon ein bisschen das Alter an mir nagt. Dennoch spüre ich tief in mir drinnen noch soviel Entdeckergeist – andererseits habe ich oft das Gefühl, dass mir auch die Zeit für dieses Dalfern davonläuft. Ein neues Wort! 🙂
Es grüßt verständnisvoll
C Stern
Ein neues Wort?
Ich fand wirklich kein gleichwertiges hochdeutsches Wort — und suche dennoch weiter danach.
Entdeckergeist. Auch was schönes. Danke!
Ich bin gerade viel am Probieren. Warum? Weil ich endlich Zeit dazu habe. Manches mache ich nur einmal und weiß es dann halt für immer. Manches gefällt mir so, dass es zur Rutine wird. Im Moment experimentiere ich zum Beispiel mit den Schalen unbehandelter Orangen.
Aber du probierst doch auch. War da nicht gerqde etwas mit einer Schrift?
Ja, da war was. Aber alles nur am Tisch und kaum noch was draußen …
Wollen will ich viel mehr …
ich erkenne mich wieder in dieser beobachtung. und es verunsichert mich, und ärgert mich vielleicht auch. warum, denke ich bei mir, soll neuerdings (naja, ein dehnbarer begriff) alles zu einem ergebnis führen? warum plötzlich diese kosten-nutzen überlegungen? mich macht das ein wenig ratlos. umso schöner, dass ich damit offenbar nicht ganz allein bin.
Dabei meine ich noch nicht einmal Kosten, sondern wirklich nur den Aufwand, den ich treiben muß (anziehen, Zeug einpacken, rausgehen usw.). Ich war diesbezüglich früher aktiver.
Bei dem Wetter mag ich auch nix probieren – ha – Sturm draußen – Grummel im Kopf!
Ich habe heute eine Stele, deren Einzelteile schon länger fertig sind, im Garten aufgestellt.
Dazu bohrte ich auch eine Zementplatte 40X40 an und durch. Ich lernte dabei, wie man vorgehen kann, wenn man keinen großen Steinbohrer hat.
Weiteres lernte ich auch dabei.
Zur Absicherung der Stelle werde ich noch das eine oder andere tun, ob nötig, weiß ich nicht.
Das Ganze, obwohl nicht unbedingt ein tolles Endergebnis erzeugend, hat mich geschult und dafür war es gut.
Geregnet hat es auch dabei.
Ich bin froh. Denn sonst hätte ich die Einzelteile immer noch in der Garage stehen.
Manchmal bin ich traurig, weil ich keinen Garten habe. Auf der anderen Seite weiß ich, daß ich mich damit überfordern würde.
Ich nutze den Garten eigentlich nur für meine Keramik.