Nº 329 (2022) – Staunen

Ich kann es (noch?), aber ich kann es nicht „erzwingen”.

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Im Staunen, das mir (trotz der Überschrift) erstaunlicherweise (sic!) ziemlich häu­fig widerfährt, finde ich einen Raum, den meine Seele, meine Psyche braucht. Im Staunen kann ich mich aus Routinen „befreien”. Im Staunen bin ich für mindestens einen Moment außerhalb des Alltags. Und in diesen Momenten verschwinden auch mein Verständnis für all das und meine Akzeptanz von all dem, was ich sonst für selbstverständlich halte. Im Staunen befreie ich mich, werde ich befreit von Gewohnheiten. Vor allem von denen, die mich abgestumpft erscheinen (oder sein?) lassen.

Obwohl ich das Staunen nicht „erzwingen” kann, so kann ich es doch üben, in mein Leben einflechten, zelebrieren. Und in ganz seltenen Ausnahmefällen bin ich in der Lage, über mich selbst zu staunen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Gut fand ich am 25.11.2022 den handgemahlenen und handgebrühten Kaffee, die zunehmende Akkuratesse bei den Schriftübungen, die zum Nach­denken und Notieren genutzte Zeit.
 
Für morgen zog ich die Tageskarte As der Stäbe.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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3 Kommentare zu Nº 329 (2022) – Staunen

  1. C Stern sagt:

    Staunen, vor allem im Zusammenhang mit Natur, empfinde ich auch als Gebet – ich fühle mich dankbar!
    Staunen kann man über vieles und viele – wenn man es kann!
    Ein schöner Beitrag von Dir, er regt zum Nachdenken über Wesentliches an …

  2. Elvira sagt:

    Ich staune jeden Tag, allerdings nicht in dem positiven Sinn, den dein Beitrag impliziert. Aber auch das gibt es gerade. Ich staune über die Kraft, die ein kleines Mädchen hat. Darüber, wie sie trotz aller Schmerzen und den heftigen Begleiterscheinungen der Chemotherapie, nicht den Mut verliert. Darüber, wie sie selbstbewusst den haarlosen Kopf in die Kamera hält und mir freudig berichtet, was sie zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Das macht mich staunen. Und dann vergesse ich vorübergehend das fassungslose Staunen über all das Böse und Ungerechte auf der Welt. Und ja, auch ich staune manchmal über mich! Darüber, was ich aushalten kann und darüber, wie sich in mein vermeintliches Gutmenschwesen Gedanken schleichen, die ich mir nicht zugetraut habe. Und ja, ich merke gerade, dass aus jeder Zeile hier meine derzeitige Stimmung spricht.

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