Nº 311 (2022) – Pfibb

Ein nicht zuzuordnendes Geräusch.

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Ich bin seit knapp drei Wochen alleine hier, kenne alles in- und aus­wendig. Ich habe lange genug für alle Eventualitäten trai­niert. Doch da ist plötzlich ein leises Geräusch. Eines, das mit Sicherheit nicht hierhergehört und hier auch nicht sein darf. Pfibb, pfibb, pfibb, pfibb. Ich sehe mich um, suche nach der Ursache. Alles sieht normal aus. Nirgends kann ich eine Abweichung vom vorgesehenen Zustand entdecken. Pfibb. Pfibb. Pfibb. Es ist ein sehr leises Geräusch, aber es ist penetrant. Seit wann höre ich es und wichtiger: Seit wann hätte ich es hören sollen? Ob ich jemanden frage, was es ist, was es sein kann? Ach, wer weiß, wann ich darauf eine Antwort bekäme. Pfibb, pfibb, pfibb, pfibb. Ganz regelmäßig. Ich schalte nach und nach alles ab, das Töne von sich gibt, bis nur noch das fahle Sirren der Ventilation zu hören ist. Und dieses sonderbare, leise, nicht zuzuordnende Geräüsch. Pfibb, pfibb. Ist es möglich, daß hier irgendwo irgendetwas tropft? Nicht wirklich, nein, das klänge doch anders; und es ist physikalisch unmöglich, daß hier etwas tropft. Ich schüttele mit dem Kopf – und das Geräusch ist noch immer da. Hier kann allerdings wirklich absolut nichts zu Boden fallen. Pfibb.

Pfibb. Pfibb. Pfibb, pfibb. Pfibb, pfibb.

Und ich weiß nicht, wo das Geräusch herkommt. Erneut sehe ich mich um. Alles normal. Nirgends wird eine Abwei­chung signalisiert, kein Alarm wird angezeigt. Alles hier ist im grünen Bereich, wie es so schön heißt. Draußen funkeln die Sterne – pfibb, pfibb, pfibb –; nein, sie funkeln nicht, sie strah­len in konstanter Brillianz. So sah ich sie früher nie leuchten. Ich spitze die Ohren. Oh, ist das Geräusch jetzt verschwunden? Nein, da ist es noch, leise, stetig. Habe ich mich vielleicht gewöhnt an dieses regelmäßige pfibb, pfibb, pfibb, pfibb? Wie lange höre ich das jetzt schon? Ich hebe die rechte Hand und sehe auf meine Armbanduhr aus dem letzten Jahrtausend. Und weiß jetzt, woher das Geräusch kommt, das ich in dieser beinahe asoluten Stille höre. Ich stelle alles, was ich vorhin zur Geräuschminderung abstellte, wieder an. Und dann rufe ich die Bodenstation, um meine Routinemeldung abzusetzen.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Gut fand ich am 08.11.2022 die sprudelnde Phantasie, die vorproduzierte Sendung, Salamibrote mit Senf und kleinen Gürkchen.
 
Für morgen zog ich die Tageskarte Sechs der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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10 Kommentare zu Nº 311 (2022) – Pfibb

  1. Nati sagt:

    Solche Geräusche können einen wirklich „wahnsinnig“ machen.
    Erstaunlicherweise höre ich, trotz meines Alters, noch immer recht hohe Töne und nehme dadurch manches Mal Geräusche wahr, die kaum jemand mitbekommt.
    Aber es lässt einen keine Ruhe, bis man endlich feststellt woher es kommt.

  2. Salamibrote mit Senf und kleinen Gürkchen. Ach wie vertraut

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