Nº 309 (2022) – Scheibchenweise

Teilweiser Abschied in Raten. (Nerd-Kram, ich weiß.)

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Es war Sonntag heute. Die dreieinhalb Stunden, die jetzt noch folgen, ändern nichts mehr an meiner Bewertung dieses Tages.

Meine alte Sonntagsroutine funktionierte heute. Und nach dem ersten Kaffe habe ich Pillen sotiert für die nächste Woche. Gelesen. Heute mußte ich nicht kochen, es war von gestern noch mehr als genug übrig. Das mußte nur aufge­wärmt werden und war lecker. Ich gönnte mir ein Mittagsschläfchen, daß etwa 45 Minuten dauern sollte. Nach dreieinhalb Stunden war es beendet (es war also sehr notwendig).

Wahrscheinlich bin ich nicht der einzige Mensch, dem Abschiede schwerfallen. Und ich verabschiede mich heute von … Nein, das stimmt noch nicht. Ich schränke nur meine Sichtbarkeit ein. Der Microblogging-Dienst, auf dem ich seit 13 Jahren fast zuhause war, wurde ja muskiert. Ja, das hat merkliche Aus­wirkungen auf das, was ich da sehe und lesen kann, auch darauf, wie ich dort interagiere. Es gefällt mir nicht, was ich jetzt dort erlebe. Und so war die Muskierung nur der berühmte letzte Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte. Noch bin ich nicht ganz weg von dort. Ich traue mich noch nicht, alle meine Inhalte zu löschen. Auch den von mir dreizehn Jahre lang genutzten Account-Namen mag ich nicht so recht abgeben, damit der dann von irgendjemand anderem (neu) besetzt wird.

Ich weiß, für Menschen, die nicht dort unterwegs sind oder waren, ist das alles nicht nachvollziehbar. Ist es uninteressant. War ja nur … Aber was, wenn das mit eurem Fakebock- oder Instragarn-Zugängen passieren würde? Wenn die für euch plötzlich nicht mehr nach euren Vorstellungen Nutzbar wären – oder eure Blogs (die ihr nicht selbst hostet)?

Ich bin ab morgen dort auf der Vogelweide nicht mehr so sichtbar. Nicht mehr so leicht erreichbar, nicht mehr so leicht (ich scheue etwas zurück vor dem Wort) angreifbar. Da kann es auch sein, daß meine Links zu (meinen) Tweets, die ich hier ab und zu einstreute, nicht mehr funktionieren. Es erscheint mir geradezu paradox, mich in einem Netzwerk zu isolieren (zumindest zu einem Gutteil). Aber das mache ich jetzt. Wer mich sucht, findet mich auch im Fediverse.

(Ihr merkt, daß mich dieses Thema wirklich beschäftigt. Das war damals, als mysp*ce verändert wurde, ganz ähnlich.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Gut fand ich am 06.11.2022 den handgebrühten Sonntagskaffee, den Mittagsschlaf trotz seiner Überlänge, die Abwesenheit jeglichen Getriebenseins.
 
Für morgen zog ich die Tageskarte XV – Der Teufel. (Die vierte Karte der Großen Arkana in Folge, das ist schon ungewöhnlich.)

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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6 Kommentare zu Nº 309 (2022) – Scheibchenweise

  1. Stefan Kraus sagt:

    Wenn man daran denkt, wie das Internet anfing. Schei.e sowas.

  2. C Stern sagt:

    Wie irgendjemand überhaupt noch freiwillig muskiert sein möchte?

    Man muss im Internet einfach deutlich unterscheiden, wenn man das schafft, bietet es auch Raum für viel Gutes, Spannendes, Lesens- und Überdenkenswertes.
    Wie hier und in weiteren Blogs.

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