Manche ihrer Auswirkungen werden nur sehr selten bekannt.
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Jemand ohne Beziehung(en) und mit nur wenigen Kontakten pflegt seit langem schon alte und kranke Hunde. Zur Zeit sind es drei Tiere, um die sich wirklich aufopferungsvoll rund um die Uhr gekümmert wird. So ganz gesund ist diese Person nicht, denn sie erhält eine Erwerbsunfähigkeitsrente plus Grundsicherung. Am Mittag ist die Person zu einem wichtigen Termin unterwegs, mit dem Fahrrad. Ein Autofahrer „übersieht” seine Pflicht zum Gewähren der Vorfahrt und fährt so die Person mit dem Fahrrad um. Polizei, Notarzt, RTW, alles ist ziemlich schnell zur Stelle.
Nun ist diese Person im Krankenhaus, zunächst zu weitergehenden Untersuchungen auf mögliche Verletzungen. Und die Hunde sind allein, schon einige Stunden allein. Wen aber kann jemand wie diese Person um Hilfe bitten? Dann ist plötzlich auch noch der Akku des Mobiltelefones leer. Wie fühlt sich eine einsame Person (mit u. a. einer Angsterkrankung) in diesem Moment? In der Zeit, bis aufmerksames Pflegepersonal im Krankenhaus ihr ein Ladegerät zur Verfügung stellt und das Telefon endlich wieder funktioniert? (Und ausnahmsweise wird die Benutzung des Telefons auf der Station erlaubt.) Wie übersteht eine solche Person diesen Streß?
Ich las eine Polizeimeldung („Autofahrer fährt beim Rechtsabbiegen Radler um”) und spann mir eine Geschichte darum zusammen.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 05.09.2022 die aufgefüllten Vorräte an Papier und Filtern, den endlich aufgehängten Kaffeefiltertütenhalter, ein mir selbst gegebenes Versprechen.
Für morgen zog ich die Tageskarte Zehn der Kelche.
© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Geschichten, die ich nicht aushalte. Ersponnen, mag sein. Und doch täglich wahr. Ich halte das nicht aus. Geht nicht gegen dich, Emil. Geht gegen die andere Hälfte der Menschheit.
Ja. Hätt‘ ich sie mir nicht ausgedacht und zusammengeschrieben, müßt‘ ich sie nur lesen, dann hätt‘ ich einen riesigen Kloß im Hals gehabt und mich wahrscheinlich für meine Hilflosigkeit geschämt.
Entschuldige.
Nicht notwendig, wirklich nicht.
Habe gerade einen ähnlichen Fall im Bekanntenkreis, der ging nicht gut aus. Die Person hat aber fast jede Hilfe abgelehnt. Trotzdem oder deshalb beschäftigt mich die Sache sehr.
Ja, das Ablehnen kommt dann oft noch dazu …
Einsamkeit hat so viele Facetten. Und sie ist leider fast immer absolut unsichtbar für die meisten Menschen.
In Deiner Geschichte erträgt dieser Mensch den Gedanken daran nicht, was die Hunde aushalten müssen. Ja, Einsamkeit ist eine ganz schreckliche Erfahrung.
In die Realität gebracht: Manchmal würden Lösungen naheliegen, an die wir nicht mehr denken, weil unsere Sorgen alle Möglichkeiten umnebeln. Selbst schon erlebt, da ist es gut, wenn man sich jemandem anvertrauen kann, der mitunter dann auch eine gute Lösung parat hat, wofür man selbst keinen Blick mehr hatte …
Ich ertrage die Gedankenlosigkeit jener nicht, die ihre Hunde in Autos eingesperrt lassen, währenddessen sie selbst ihren Vergnügungen nachgehen.
Für manche Menschen sind Tiere und/oder Pflanzen der letzte Halt …