Wieder mit einer Wörterspende.
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Die Tür öffnet sich, aber niemand kommt herein oder geht hinaus. Es ist auch nichts und niemand zu sehen, der die Tür geöffnet haben könnte. Gibt es das denn, daß eine Tür so schwer wie diese sich einfach öffnet? In manchen Filmen ist zu sehen, daß da Mechanismen an den Flügeln sind, die sie auf- und zumachen. Aber hier gibt es nichts davon. Altes, dunkel gebeiztes Holz mit alten Eisenbeschlägen. Vielleicht wurde auch nicht gebeizt und das Holz der jetzt offenen Tür ist über die Jahrzehnte und Jahrhunderte einfach so dunkel geworden. Jetzt kann ich also durch die Tür hinaussehen, eigentlich kann ich durch das von der Tür verschließbare Loch im Mauerwerk hinaussehen. Draußen treibt ein böiger Wind Blätter und Papierschnipsel umher und immer wieder auch diese dünnen Plastetüten. Die Stille hier drin wird jetzt vom Rauschen der Bäume und dem Tosen des Windes gestört.
Aber diese Tür, die sich von selbst öffnete. Oder geöffnet wurde. Was zum … nein, in einer Kirche fluche ich nicht und ich spreche auch dessen Namen nicht aus. Ich sitze noch immer hier und denke nach. Die Traurigkeit wird leichter. Müde bleib ich trotzdem, müde. So müde. Ach, es wird sicher keinen Neuanfang mehr für mich geben, nicht mehr in meinem Alter. Aber die offene Tür lockt mich zu sich. Keine Ahnung, wie sie das macht. Sie lockt mich hinauszugehen. Und als ich in den Wind hinaustrete, spüre ich in mir eine kleine, unbestimmte Hoffnung.
Nach den ersten Sätzen bis zum „Loch im Mauerwerk” stockte alles. Ich saß und starrte Löcher in die Luft und unsichtbare Kritzeleien aufs Papier. Ich war auch müde, zu müde gar zum Schreiben, zum Denken. Ich trank Kaffee, Wasser. Las zwischendurch irgenwo in irgendeinem Buch. Ich setzte mich an den Rechner. Stöberte wieder auf der Bilderfestplatte herum und löschte so manches unscharfe, verwackelte Bild, so leid es mir auch um jedes tat. Tja. Dann nahm ich einen Zettel mit zurück zur Kladde, den mit den Wortspenden von Twitter. Und siehe, leisesBuntwesen hatte mir die oben hervorgehobenen Worte Neuanfang, Hoffnung und Stille gespendet …
Ich schleiche mich davon und sage Dankefür die Wörterspende und fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 02.02.2022 – ich war heute viel zu müde, um etwas gutfinden zu können.
Für Morgen zog ich die Tageskarte XII – Der Gehängte.
© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Keine Ahnung warum, aber das bewegt mich sehr.
Danke für das Kompliment!
❤️
Was ich an dir schätze, unter anderem, ist, dass du dich so genau beobachtest und davon berichtest!
Gruß von Sonja
Danke.