#Adventskalender 2020 – 345: Das 10. Türchen

Schnee. Und seine Folgen.

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Meinen 11. Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Ich wünsche allen Menschen (und mir) eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für Menschen, die Hoffnung brauchen.

 

Nach zwölf Stunden Schlaf sehe ich vor dem Fenster ein so wunderbares Grau. Exakt das, bei dem erwartet bzw. erhofft wird, daß es im Augenblick zu schneien beginnt. Wie aus dem Nichts könnten die kleinen weißen Punkte aus diesem Grau entstehen oder gar die prächtigen sternförmigen Gebilde, von denen nicht eines einem anderen gleicht. Doch auch nach einigen Stunden des Wartens darauf geschieht das nicht. Es regnet nur.

Anderswo haben die Schneemassen ein katastrophales Ausmaß erreicht. Noch dazu ist dieser Schnee naß und damit sehr schwer. So schön Landschaft und Siedlungen damit auch anzusehen sind: Die Situation war oder ist dort kritisch, ja geradezu katastrophal. Gesperrte Straßen, unterbrochene Stromversorgung. Besonders das würde mich schwer treffen: kein Strom, kein Internetzugang, kein Bloggen, kein Telefonat. Ich weiß, früher ging es auch ohne all das, aaaaaber! Vor vielen Jahren funktionierte übrigens das klas­sische Telefonnetz noch unabhängig von der allgemeinen Stromversorgung – und heute ist es oft nur noch VoIP und außerdem funktioniert ohne Strom kein Router und keiner der modernen Telefonapparate. Sogar viele Heizungen sind ohne Strom nicht funktionsfähig! Na klar bewundere ich die Menschen mit ihren Smart Homes – aber ohne Strom??? Nach spätestens zwei Tagen sind dann auch die Akkumulatoren der Mobiltelefone leer (bis auf die der 3110er Nokias – kleiner Scherz) und dann, dann beginnt das große Schweigen.

Schneemassen, die die Strom- und Wärmeversorgung unmöglich machen … Mir bliebe und bleibt in einem solchen Katastrophenfall noch immer die Schreiberei auf Papier. Und Kerzen habe ich auch in nicht geringer Menge zuhause – ich könnte wahrscheinlich vier oder fünf Tage lang nur mit Teelichtern die Temperatur hier im Zimmer um Einiges über dem Gefrierpunkt halten. Damit wäre es auch hell genug zum Schreiben. Dennoch: Ich liebe den Winter und ich liebe Schnee von November bis Ende März. Beides aber bitte nur in nichtkatastrophischem Ausmaß. Und die Alpen und Sibirien und Nordskandinavien bleiben Sehnsuchtsorte, wegen der verschneiten Landschaften und dem Schnee auf den Dächern. Und der Stille, die vom Schnee ausgeht.

 

Ich hoffe, daß alle von den Scheemassen in Tirol und Umgebung (und auch überall anders) Betroffenen bald aufatmen können.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das im Dezember täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand20 tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

P.S.: Positiv waren am 09.12.2020 geschriebener Text, doppelt geräucherte Knackwurst mit frischer Semmel, zugegebenes Unvermögen.
 
Die Tageskarte für heute ist die Fünf der Münzen.

© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Kommentare zu #Adventskalender 2020 – 345: Das 10. Türchen

  1. Ja, zu viel ist immer zu viel, auch wenn es zu viel des Guten ist. Die Natur braucht den Schnee dringend. Erst vor wenigen Monaten habe ich mich darüber aufklären lassen, dass es vor allem das Schmelzwasser des im Vorfrühling langsam wegtauenden Schnees ist, das den Boden nachhaltig bis in die Tiefe durchtränkt. – An die Telefone, die auch bei Stromausfall funktionierten, kann ich mich gut erinnern. Das gab einem das Gefühl, nie ganz von der Welt abgeschnitten zu sein. Und in der Schreibtischschublade hatte ich immer ein winziges Transistorradio und die dafür nötigen Batterien. Alles Gute für Dich!

  2. Strom, Wasser, Heizung und noch anderes – was brauchen wir am meisten?

  3. frauholle52 sagt:

    Nach der Lektüre des Romans „Blackout“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Blackout_%E2%80%93_Morgen_ist_es_zu_sp%C3%A4t) habe ich schnell einen kleinen Wasservorrat im Keller deponiert. Ansonsten bin ich auf so eine Katastrophe nicht vorbereitet. Den Gedanken habe ich nach der Lektüre Deines Adventskalenders heute. Wollen wir hoffen, dass kein Stromausfall uns ereilt und ich wünsche Dir ein wenig Schnee zur rechten Zeit!

  4. Gudrun sagt:

    Auch die Wasserversorgung ist nicht lange ohne Strom möglich.
    Ich weiß schon, warum ich mein Spinnrad so schätze und auch eine Uhr, die ganz vorsinnflutlich aufgezogen werden muss. Alle möglichen Konservierungsmöglichkeiten nutze ich, nur nicht das Einfrieren. Bei der Esseszubereitung achte ich darauf, dass kein Braten stundenlang in der Backröhre garen muss.
    In L.A., bei meiner Ältesten, gibt es regelmäßige Stromabschaltungen, um die E-Werke nicht zu überlasten. Es wird immer vorher bekannt gegeben, welches Gebiert dran ist.
    Ich glaube, da haben wir noch viel vor uns, wenn alles gut gehen soll.

  5. Karsten Seel sagt:

    Na ja ich oute mich mal: ich hasse den Winter. Alles grau, die Bäume kahl, das heiß geliebte Mopped steht im Stall …
    Auch der „Katastrophenwinter“ 78/79 geht mir dann durch den Kopf. Der Freude wegen dem Schulausfall folgte bald Ernüchterung wegen der Blasen an den Fingern vom Schnee und Kohle schippen … 86 der Kälteeinbruch der zum Hochwasser führte, Sandsäcke auf einem alten Elbdeich stapelnd, während einem das Wasser bereits über die Stiefel lief …
    Weiße Weihnacht wäre schön, aber mehr muss ich nicht haben!
    Vorbereitung auf vergangene Zustände gibt es heute wohl kaum, wo sind die früher allgegenwärtigen Stromaggregate z.B, ausser vielleicht in Krankenhäusern?

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