2020-300 — Pausieren

Gelaber über mehr oder weniger freiwilligen Verzicht.

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Schreib' ich zu oft über Pausen? Wollt ihr, daß ich einmal eine echte Blog-Pause mache? Was frag' ich das … Jedenfalls bin ich der Meinung, daß das Wichtigste in vielen Abläufen die Pausen sind – schrieb ich ja schon oft genug. Heute habe ich einmal aufgelistet, zu welchen Pausen mich die Pandemie zwingt. Ich mußte feststellen, daß es eine erkleckliche Anzahl ist an Handlungen, die ich noch immer aussetzen muß, nicht tun kann. Nur ein paar Beispiele: Leute umarmen, vor Freude anspringen; zusammen mit einer ganzen Bande irgendwo in ein Restaurant einfallen und das Buffet plündern; Kino, Oper, Museumsbesuche. Konzerte und andere musi­ka­li­sche Veranstaltungen usw. usf. Ach, das alles fehlt. Sehr. Wenn ich an diese Unterbrechungen als zwanghafte Unterbrechungen denke, dann bekomme ich schlechte Laune, werden niedergeschlagen, fühle mich ohn­mächtig. Genau das möchte ich nicht. Ich versuche, an diese zur Zeit nicht stattfindenden Sachen neuerdings anders zu denken: Ich mache eine bewußte Pause (mit Gründen) davon, weil ich mich dafür entschieden habe, damit zu pausieren. Vielleicht aus Einsicht in die Notwendigkeit. Ja, genau das ist der Grund: Einsicht in die Notwendigkeit, auf einiges zur Zeit eben (immernoch!) zu verzichten.
 
Und wenn ich bewußt pausiere, dann fühlt sich das ganz anders an als eine erzwungene Pause.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 26.10.2020 sechsundvierzig aussortierte CDs, zwei neue kleine Regale, Bami Goreng zum Abend (mit scharfer, echt scharfer Soße).
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Schwerter. (Ich muß in einem schmerzlichen Abschied loslassen?)

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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9 Kommentare zu 2020-300 — Pausieren

  1. Nati sagt:

    Eine gute Sichtweise etwas für sich ins Positive zu drehen.

  2. piri ulbrich sagt:

    Alles erzwingen ist Zwang und Zwang ist mistig. Ich gebe die Umarmung gerne zurück.

  3. Der Wilhelm sagt:

    Ach Emil.
    Klar ist das nicht einfach zu handhaben, was alles gerade erzwungermassen nicht geht. Da bin ich ganz Deiner Meinung – und ich verstehe auch, dass es nicht nur Dir damit nicht gut geht.

    Worüber ich trotzdem gerade nachdenke:

    Warum ich die Dinge nicht als Verlust empfinde kann , bei denen ich erzwungermassen nicht mehr von einer Pause reden kann, sondern von einem „Nie wieder“ reden muss, da die durch meine Krankheit erworbene Defizite sich mit Sicherheit nicht mehr verbessern werden…..
    Vielleicht, weil ich weis, dass ich sie loslassen musste, um neue Erfahrungen sammeln zu können?

  4. Sofasophia sagt:

    Dein Fazit zum Verzicht kenn ich gerade persönlich gut und handhabe es ähnlich. Es ist ja auch eine gute Möglichkeit, sage ich mir – bezogen auf die Histaminunverträglichkeit – eine Art innere Ruhe zu finden. Den Jetzt-Zustand nicht zu vergleichen, sondern ihn als „persönlich-&-kollektiv-historische Momentaufnahme“ zu nehmen hilft mir persönlich sehr.

  5. frauholle52 sagt:

    Es ist ja auch so: ich entscheide selbst, ob ich mich an die Regeln halten will oder nicht. Ich habe mich entschieden, dies zu tun und Verantwortung dafür zu übernehmen. Traurig sind die Pausen trotzdem. Mir fehlt so vieles, was sonst selbstverständlich war. Mir hilft der Gedanke, das immer noch so einiges geht und es auch wieder andere Zeiten geben wird! Bis dahin fülle ich viele Pausen mit der „Einkehr ins Innere“. Liebe Grüße! Regine

    • wildgans sagt:

      Ja, Regine, diese „Einkehr ins Innere“, gut, dass einem so etwas übrigbleibt! Wir können das, doch manchmal fallen mir junge Menschen mit beispielsweise drei kleinen Kindern ein…
      Gruß von Sonja

      • frauholle52 sagt:

        Da hast Du recht, liebe Sonja. Familien in großen Städten haben eine schwere Bürde zu tragen. Dafür bin ich allein und habe mit anderen Herausforderungen zu kämpfen als Paare, Berufstätige oder junge Leute. Ich bin aber tatsächlich in der glücklichen Lage, in einer Kleinstadt mit viel Natur zu leben, mit meiner Rente auszukommen und eine schöne Wohnung mit Garten zu haben. Insofern jammere ich manchmal auf hohem Niveau. Liebe Grüße aus dem schönen Wendland (jetzt auch Stufe rot!) Regine

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