2020-283 — Erschwernis

Es erinnert mich an eine Zwangsstörung. Ist es eine?

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Meine ständigen Schwierigkeiten, das richtige Papier und den – nein, das richtige Schreibgerät zu finden, auszuwählen. Wofür stehen die? Was bedeuten sie? Selbst die manchmal nicht ganz einfache Entscheidung für die richtige Schrift (fast alle Notate entstehen handschriftlich auf Papier), die meist doch die Kurrent wird: Es muß doch einen Grund, einen Anlaß dafür geben. Jedenfalls brauche ich ein stimmiges Gefühl in und unter meiner Hand, um die Gedanken herausschreiben zu können. Einfach nach einem Plot schreiben kann ich ja sowieso (noch) nicht. Bei mir muß »es« »fließen«. Das ist – für mich – eine Grundvoraussetzung dafür, daß mein Text schlußendlich auch mir selbst gefallen kann. Noch habe ich keine andere erfolgreiche Möglichkeit gefunden, an Texten zu arbeiten.
 
Wie kompliziert mache ich es mir mit der Schreiberei – und mit welchem Ziel? (Ich arbeite daran, das anders zu schaffen.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 09.10.2020 leicht nachlassender Schmerz in der gestern gezerrten Schulter (Autsch! Nicht nachmachen.), aussortierte (weil für mich unlesbare) Bücher, der jetzt laufende Buchfink.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Schwerter.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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7 Kommentare zu 2020-283 — Erschwernis

  1. wildgans sagt:

    Als ich vorhin hier las, fiel er mir ein, der Buchfink. Beim schrägen Heidi-Lied stieg ich ein, danach kam das über den Tod des Pfarrers- und nach Sendungsende habe ich schnell abgeschaltet, hat mich die Musik doch allzusehr getriggert von wegen ungesunder Drogensachen früher…
    Gruß von Sonja
    P.S.: Das mit dem Nachdenken, von was dieses und jenes bezüglich der Schrift kommt, verstehe ich nicht ganz, kann es nicht nachvollziehen. Muss ich ja auch nicht…

  2. Der Wilhelm sagt:

    Emil, ich denke, dass es etwas mit wohlfühlen zu tun hat, was Du da beschreibst.

    Wohl im Sinne von „da stimmt alles“, also: der Stift liegt perfekt in der Hand und das Papier hat genau den richtigen Grad an Rauheit, der Dir angenehm ist – will sagen, davon geht dann auch keine Störung aus, keine Irritation – und alles ist im Fluss, weil es Dir damit gut geht.

    Und das kenne ich auch gut, obschon ich meine Texte immer am Computer schreibe, am Liebsten an meinem grossen Rechner, weil ich da eine Tastatur habe, die sich für mich perfekt anfühlt und einen Monitor, der mich nicht anstrengt.
    Den gleichen Text an meinem Laptop zu schreiben finde ich deutlich unentspannter, weil da beides nicht so gut passt – und ich muss länger an dem herumbasteln, was ich zu formulieren versuche.

    Ähnlich geht es mir aber auch mit anderen Werkzeugen – beispielsweise habe ich auch ein Lieblingsmesser, welches zwar nicht mehr sehr scharf ist, aber meiner Hand schmeichelt, weshalb ich es eigentlich fast immer benutze

  3. Gudrun sagt:

    Du möchtest etwas schaffen. Das Schreiben ist deine Liebe, aber immer schwingen Ängste mit. Es soll doch perfekt und gut werden, wo doch so vieles in der Zeit nicht gut ist. Irgendetwas hat dich verletzlich werden lassen.
    Wenn es so ist, dann wünsche ich dir immer eine gute Wahl, einen guten Anfang und viel Lockerheit.

  4. piri ulbrich sagt:

    Welches Ziel du hast, weißt du bestimmt selbst schon und es ist dein Weg. Andere gehen andere Wege. Wenn dir die Schrift so wichtig ist, wird das einen Grund haben, oder machst deine Schrift so wichtig, weil das Thema (das, was du gedanklich schreiben willst) nicht das richtige ist und hängst dich an Äußerlichkeiten. „Bleib locker Mann!“, würde der Kerle jetzt sagen!

  5. Elvira sagt:

    Du hast ja schon eine Ahnung von dem, was du schreiben möchtest. Und da kann ich mir schon gut vorstellen, dass du wählen musst, ob du einen Füllfederhalter benutzen oder, wenn du sie hast, mit einer Feder auf Pergament schreiben wirst. Na ja, so denke ich mir das.
    Liebe Grüße,
    Elvira

  6. sabeth47 sagt:

    6B oder 8B Bleistift oder Füller, wenn ich mit der Handschreibe. Beim falschen Werkzeug, das eben nur gerade zur Hand ist, empfinde ich Unglück, Unwohlsein. Kugelschreiber. Schrecklich.
    Wenn die Schrift nicht fließen kann, gerät der Gedanke ins Stocken.
    Deine Auswahl – scheint mir auch etwas Künstlerisches zu haben. Du beziehst die Werkzeuge und die Schrift mit ein in das Gesamtkunstwerk Text.

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