Nº 361 (2019): Bewußt beendet

Die Träume der vergangenen Rauhnacht.

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Mir träumte letzte Nacht von einem Begräbnis, an dem ich damals nicht teilnehmen konnte. Und danach war ich in den Kleingärten unterwegs, die im Technikpark einer einst von mir bewohnten Kaserne lagen. An einem Steilhang, der weder hier- noch dorthin gehört. Verwirrend, daß eine der Gartenlauben nach Betreten sich in das Haus verwandelte, in dem ich als Kind bei der Bestatteten oft zu Gast war. Ich wurde im Traum begleitet von einer Frau meiner Vergangenheit.

Der Auslöser für diesen Traum steht wohl bei mir auf dem Tisch mit meinem Schreibplatz: Ein geschnitztes Raucherutensil. Schon als Kind hatte ich den darauf stehenden Holzhund immer wieder abgebrochen und mit ihm gespielt. Zum Glück war der Leim damals nicht mit besonders großer Haftkraft gesegnet. Aber die Stimmen, beide Stimmen, die in das Haus gehörten, waren im Traum sehr deutlich in meinem Ohr. Und mir wurden viele Dinge gezeigt in dem Haus, von denen ich nie etwas wußte. Vielleicht konnte und kann ich mich auch nur nicht so konkret daran erinnern …

 

Die Oneirologie ist ein schwieriges, esoterisch anmutendes Feld. Zum Allgemeinwissen gehört wohl eine Ahnung über die Funktion von Träumen – aber nichts davon ist wirklich beweisbar, weil eben niemand, nicht einmal derTräumer selbst, einen bewußten Zugang zu den Trauminhalten hat. Träume sind etwas, was zwar existiert. Aber was sie wirklich sind, wozu sie wirklich da sind, woher sie kommen, was sie bewirken: Werden das die Menschen irgendwann wirklich wissen? — In dem, was mir als Erinnerung an meinen Traum der letzten Nacht blieb, fehlen mit Sicherheit auch ganz wesentliche Details. Die, die aus den tiefsten Tiefen meiner mir nicht mehr bewußten Erinnerungen stammen. Dabei … Obwohl … Mittlerweile bezweifle ich, daß ich ein Festplattengedächtnis habe, in dem alles seit der Geburt exakt gespeichert wurde und wird. Eher werden aus vielen “Daten” Abstraktionen o. ä. entwickelt, die dann abgelegt werden und abrufbereit sind. (Ja, es ist meine völlig unwissenschaftliche Vorstellung.) Ich erinnere mich viel häufiger an Prinzipien und prinzipielle Abläufe als an einzelne Ereignisse (Versuche, einen Gegenstand zu werfen oder eine Flamme zu entzünden). Vielleicht wirken Träume dabei mit, sind Träume diese Momente, in denen neue Erlebnisse mit vorhandenen Abstraktionen zusammengelegt werden?

 

Ich hatte noch einen zweiten Traum in der vergangenen Nacht, an den ich mich erinnere. Sein Inhalt war wesentlich aktueller, sogar visionär, also die Zukunft betreffend. Und ja, der war eher erotischer Natur und luzid. Ich hatte ihn nach dem ersten Erwachen, in der Zeit des Nochmal-Eingenickt-Seins. Allerdings nervte er mich nach kurzer Zeit so heftig, daß ich dann aufstand. Ja, einen luziden Traum kann ich bewußt beenden, abbrechen; ich muß mich nur fürs Aufwachen entscheiden. Und ja, erotische Träume können tatsächlich unangenehm sein. Und einen weniger unangenehmen hätte ich wohl gern zuendegeträumt.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 27.12.2019 waren positiv das abgeholte Fliewatüt, gesicherte Daten, erledigte Scans.
 
Die Tageskarte für morgen ist XX – Das Rad des Schicksals.

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Über Der Emil

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3 Kommentare zu Nº 361 (2019): Bewußt beendet

  1. piri ulbrich sagt:

    Esoterik ist für mich immer unangenehm und anstrengend, ich kann damit nichts anfangen und Rauhnächte gehören dazu. Aber dennoch, darf jeder dran glauben – solange ich es nicht muss!

  2. wildgans sagt:

    Man kann hier so schön von deinen Gedanken zu den Träumen auf ganz eigene, völlig unwissenschaftliche kommen…visionäre Träume hatte ich noch nie, weiß nicht, ob ich mir solche wünschen soll.

  3. Elvira sagt:

    Früher meinte ich mal, dass ich heute steinreich wär, wenn ich meine Träume filmen könnte. Manche waren wie abstrakte Gemälde, andere kehrten immer wieder. Erst in der Psychoanalyse lernte ich einen Umgang mit ihnen. Sie zu deuten habe ich aufgegeben, vielmehr achte ich auf meine Allerseelen Assoziationen dazu. Wie auch du, kann ich unangenehme Träume beenden. Entweder wache ich auf oder mache mir klar, dass es nur ein Traum ist und schwäche ihn ab oder wandle ihn um. Auch das habe ich in der Therapie gelernt. Heute freue ich mich meistens schon auf meine Träume, auch wenn viele von ihnen immer noch sehr surreal sind.
    Traumhafte Grüße schickt Elvira

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