#Adventskalender 2019: Das 23. Türchen Ein Gedicht

Weihnachtliche Gewißheiten vor fast 200 Jahren.

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen.
 
Ich wünsche all diesen Menschen und mir eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.
 

 

 
Die Nacht vor dem Heiligen Abend

Robert Reinick ( ∗ 1805 – † 1852 )

 

Die Nacht vor dem heiligen Abend,
da liegen die Kinder im Traum.
Sie träumen von schönen Sachen
und von dem Weihnachtsbaum.

Und während sie schlafen und träumen,
wird es am Himmel klar,
und durch den Himmel fliegen
drei Englein wunderbar.

Sie tragen ein holdes Kindlein,
das ist der Heilige Christ.
Er ist so fromm und freundlich,
wie keins auf Erden ist.

Und während es über die Dächer
still durch den Himmel fliegt,
schaut es in jedes Bettlein,
wo nur ein Kindlein liegt.

Und freut sich über alle,
die fromm und freundlich sind,
denn solche liebt von Herzen
das himmlische Kind.

Heut schlafen noch die Kinder
und sehen es nur im Traum,
doch morgen tanzen und springen sie
um den Weihnachtsbaum.

 

 

Jaja. Engel und Christuskind erscheinen vielen nicht mehr zeitgemäß; auch Frömmigkeit ist oft verpönt. Aber selbst für meine Großeltern, die allesamt noch vor dem ersten Weltkrieg geboren waren, gehörte all das noch zu einem echten Weihnachtsfest dazu. Für die beiden Generationen nach mir ist es zumeist überflüssiges Gedöns, das vom Konsumfest ablenkt. Dennoch finden sich auch viele junge Leute ein zu den Gottesdiensten in der Weihnachtszeit … Irgendetwas muß an diesem besonderen Gefühl wohl doch dransein.

Die Nacht vor dem heiligen Abend kommt heute. Vor allem Kinder werden heute im Bett vom (meist schon geschmückten) Weihnachtsbaum träumen und von den Geschenken, die sie erwarten. Erwarten! Das ist, was mich am Konsum-Weihnachten erschreckt, abstößt (wenn ich es drastisch formuliere). Für mich ist etwas ganz Wichtiges der Weihnachtszeit verlorengegangen: Heimlichkeit. Und Heimeligkeit.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

P.S.: Am 22.12.2019 waren positiv Ausschlafen, Stollen vom Bäckernachbarn, Weihnachtsstimmung (ja, wirklich, mit Räucherkerzenduft und allem andern, was dazugehört).
 
Die Tageskarte für heute ist der König der Kelche.

© 2019 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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9 Kommentare zu #Adventskalender 2019: Das 23. Türchen Ein Gedicht

  1. castorpblog sagt:

    Schön, dann dir eine heimelige Weihnachtszeit lieber Emil

  2. Elvira sagt:

    Ich hatte letztens im Rahmen meines Wiedereintritts in die Kirche ein langes Gespräch mit meiner Pfarrerin. Es ging um auch um die „Weihnachtschristen“, von denen gesagt wird, dass sie wenigstens einmal im Jahr die Kirchen füllen. Aber das wäre auch nicht mehr so. Es gäbe viele Veranstaltungen, Events, die speziell für Familienweihnachtsfeiern veranstaltet werden. Viele Familien würden lieber dort hin gehen. Ich kann das nicht beurteilen, da ich letztes Jahr nach sehr langer Abstinenz , erstmalig wieder an einem Weihnachtsgottesdienst besuchte. Wir standen eine halbe Stunde an und haben kaum noch Platz in der Kirche gefunden. Und wenn ich auch immer von falscher Sentimentalität spreche, so muss ich zugeben, dass mir das Herz weit aufging.
    Ich schicke dir ganz herzliche Grüße,
    Elvira

    • Der Emil sagt:

      Ich denke, daß die Wahrnehmung von Kirche & kirchlichen Veranstaltungen zuvörderst von der Sicht auf Glauben, speziell christlichen Glauben, bestimmt wird. Gibt es die „falsche“ Sentimentalität denn tatsächlich, wenn sie doch ein so gutes Gefühl hervorbringt?

  3. wildgans sagt:

    Je älter ich werde, um so weniger will ich mit dem Konsumfest zu tun haben, und seit ich aus der Kirche rausbin, auch mit dem christlichen Fest nix mehr am Hut! Nur wie du es damit hältst, das mag ich! Es ist sehr unüblich anders…Weiter genau so!

  4. Gudrun sagt:

    Ein Konsumfest war das bei uns nie. Es war auch gut so, denn meine Kinder handhaben das heute so. Wir beschenken uns allerdings immer. Ein christliches Fest war es auch nie, denn sein vielen Generationen war keiner in dieser Richtung gebunden. Das Ende des Jahres, die stille Zeit, die Tatsache, dass die Tage wieder länger werden und ein neuer Jahreszyklus beginnt, das bestimmte bei uns schon immer die letzten Tage im Dezember.
    Heimlichkeiten gibt es immer noch. Meine Tochter und mein Sohn sind gerade sehr damit beschäftigt. Und heimelig wird es gleich auch wieder bei Kaffee und Tee und selbsgebackenen Keksen. Das beste, was wir uns schenken, ist Zeit für einander.

  5. frauholle52 sagt:

    Ich bin nicht christlich und mag Weihnachten trotzdem. Ich mag auch die Geschenke und das leckere Essen. Allerdings hält sich bei uns alles in Grenzen. Ich wünsche Dir ein gemütliches Weihnachtsfest! Liebe Grüße! Regine

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