Nº 324 (2019): Dreitausendreihundertdreiunddreißig

Klarheit für mich. Keine plötzliche Leere.

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Wieder einmal: Stellt euch vor, hier erschienen nur noch 33 (dreiunddreißig) Beiträge. Noch dreiunddreißig Mal wäre hier etwas Neues zu lesen. Und nach dem 3.333sten Beitrag erschiene keiner mehr. Ohne Ankündigung. Ohne Erklärung. Ohne “Tschüß”. Einfach nur Stille, unberührt. Keine Kommentarfreischaltung mehr, keine Likes, nichts.

Darüber habe ich jetzt etwa ein Jahr lang nachgedacht. Immer auch unter dem Aspekt des Geländers, des Therapeutikums, das dieser Blog für mich war und ist. Selbst vor zehn Minuten hätte ich noch nicht mit Sicherheit sagen können, ob … (Ja, ich habe einige andere Blogs, auf die ich mich stürzen, zurückziehen, verlegen könnte – das heißt also, wahrscheinlich würde es im Fall des Falles dort weitergehen.)

Jetzt allerdings weiß ich es, jetzt bin ich mir sicher. Jetzt weiß ich, daß genau dieses Aufhören nicht mit dem 3.333sten Beitrag geschehen wird – das wäre ja mitten im Adventskalender! Um genau zu sein: Am 22.12.2019 erschiene ein letzter Betrag, ab 23.12.2019 herrschte Totenstille hier. — Nein, nein, nein. Das geht wirklich nicht, das kann ich nicht, das will ich auch nicht. Und wie ich mich kenne, wird es also weitergehen hier, weitergehen, bis das Blog voll ist, wahrscheinlich sogar mit immer wieder täglichem Beitrag. Setze ich mich damit unter Druck? Nein, eben nicht, denn der Druck wäre da, wenn ich so mir nichts, dir nichts aufhören würde und mich zwingen müßte, nicht mehr zu schreiben. Das wäre der Druck. Den kann ich nicht brauchen. Und deshalb schreib ich weiter, wenn es sein muß auch täglich.

 

Soso, genug um mich selbst gekreist. Genug Selbstbeweihräucherung. Aber das ist eben etwas gewesen, womit ich mich jetzt lange genug beschäftigt habe. Ich habe ebenso lange überlegt, was ich als Metapher eventuell bemühen hätte können, um eben nicht über dieses Blog hier, sondern über etwas Unverfänglicheres zu schreiben – ergebnislos. Ja, ich habe über dieses Aufhören nicht zum ersten Mal … vielleicht auch nicht zum letzten Mal … Aber jetzt ist wieder eine klare Linie da, jetzt bin ich mir wieder sicher, wo ich mir bis heute Nachmittag noch unsicher war; wo mich die Angst bis heute nachmittag gefangenhielt, geht es jetzt wieder befreiter zur Sache. Und ja, ich hätte nichts davon hier schreiben sollen oder müssen …

Auf geht's, vielleicht bis zur 5.000 oder 6.666 oder bis wer-weiß-wohin.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 20.11.2019 waren positiv ein fertiggestellter Brief, eine getroffene Entscheidung, ein heißer Met am Abend.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Neun der Stäbe (Wenn ich Suchtkranker wäre, kämen morgen starke Versuchungen auf mich zu. Nun, ich bin neugierig.).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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6 Antworten zu Nº 324 (2019): Dreitausendreihundertdreiunddreißig

  1. Ulli sagt:

    Ich freue mich sehr über deine Entscheidung!

  2. Pit sagt:

    „bis wer-weiß-wohin“: das ist die beste Loesung. Aber wenn es einmal soweit sein sollte, dann bitte nicht „einfach so“, sondern mit einem „Tschuess“.
    Liebe Gruesse,
    Pit

  3. Gudrun sagt:

    Ach, bleib uns mal erhalten, lieber Emil. Du bist wichtig.

  4. Sofasophia sagt:

    Das mit Geländer und Therapeutikum könnte auch ohne „täglich“ funktionieren, vielleicht, und ohne Nummerierung? Aber ich glaube, auch das ist dir Geländer, das Zählen?

    (Mich würde ja, als Zwangsgestörte, nur schon die Nummerierung, die täglich fortgeführt werden müsste, in den Wahnsinn treiben. Aber so tickt eben jede*r anders.)

    Solange du das für dich und nicht für uns fortführst, ist es sicher gut.

    • Der Emil sagt:

      Es ist mittlerweile, wie Du weißt, eine seltsame Sache, eine Gewohnheit, eine Routine. Und das Zählen ist ein Gradmesser fürs Durchhalten, Geschaffthaben …

  5. sabeth47 sagt:

    Solange ich zähle, lebe ich. Solange ich schreibe, halte ich den Tod und das Chaos auf Abstand.
    Bitte mach weiter. Ganz eigennützig: auch für mich. Herzlich!

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