Nº 303 (2019): Daß etwas bleibt

Aus Erwin Strittmatters Wundertäter Band 2.

To get a Google translation use this link.

 

 

Steckt nicht auch in uns das Verlangen, zu überdauern und der Nachwelt mitzuteilen: Ich war hier, gedenket meiner! Pflanzt der Kleingärtner nicht den Nußbaum vor seine Laube, damit seine Nachkommen nüssekauend seiner gedenken? Ist der Wunsch zu überdauern nicht die Stelle unseres Wesens, auf die das Lindenblatt fiel, als das Leben uns hornhäutig machte?

Erwin Strittmatter: Der Wundertäter. Zweiter Band. S. 42 f.
4. Auflage 2003 Aufbau Taschenbuchverlag GmbH Berlin
© Aufbau-Verlag Berlin und Weimar 1973. ISBN 3-7466-5428-9

 

 

Daß etwas bleibt. Von Dir, von mir. Früher waren es kleine Photographien, Briefe, ein Haus oder ein Möbelstück, manch gesticktes Kunstwerk und viele gestrickte Sachen. Von mir bleiben die Kladden, die irgendwann einmal in ein Archiv gelangen werden. Vielleicht bleiben auch ein paar meiner digitalisierten oder digitalen Fotos, die auf ewig im Internet zu finden sein werden oder in dem, was nach dem Internet kommt. Und vielleicht auch ein paar meiner Texte, hier in diesem Blog oder in den anderen Blogs …

Daß etwas bleibt. Eine Erinnerung an mich, an mit mir zusammen verbrachte Augenblicke.

Daß etwas bleibt. Etwas nur.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 30.10.2019 waren positiv das Ausschlafen, aussortierte und weggeräumte Wäsche, die Badewanne.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zehn der Münzen.

© 2019 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter 2019, Gedachtes, One Post a Day abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Kommentare zu Nº 303 (2019): Daß etwas bleibt

  1. Nati sagt:

    Da muss ich direkt an die zwei kleinen Blumenvasen denken, die ich beim Ausräumen der Wohnung meiner Uroma mitgenommen habe. Ich habe die Vasen bei ihr nie bewusst wahrgenommen, aber sie liebte ihren Garten sehr. Eine schöne Erinnerung an sie, wie ich finde.

    • Der Emil sagt:

      Oh ja. Solche Dinge besitze ich auch, Kleinigkeiten, die nie von besonderem Interesse waren, an denen aber doch Erinnerungen hängenbleiben konnten …

  2. piri ulbrich sagt:

    Muss etwas bleiben? Sind Erinnerungen ohne Materie nichts wert?

    • Der Emil sagt:

      Das Materielle (auch das digital Materielle) ist mir ein Hilfsmittel. Ich schreib ja selbst von den immateriellen Erinnerungen. Jede Erinnerung hat ihren Wert.

  3. Sofasophia sagt:

    Vielleicht. Mich verlässt dieses Spurenhinterlassending immer mehr. Oder nein, es verädnert sich. Wird kleiner, persönlicher. Freiwilliger vielleicht. Und das fühlt sich irgendwie passend an.
    (Und doch archiviere und backupe ich mich ständig.)

Antworte auf den Kommentar von Sofasophia Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert